Fußball-Ostfrieslandklasse A  Derby mit wenig Spielwitz

Wilfried Gronewold
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Von Wilfried Gronewold
| 02.03.2026 17:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Die Wiesenser Spieler jubeln über den Derbysieg in der Ostfrieslandklasse A gegen Egels-Popens. Foto: Wilfried Gronewold
Die Wiesenser Spieler jubeln über den Derbysieg in der Ostfrieslandklasse A gegen Egels-Popens. Foto: Wilfried Gronewold
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Wiesens schlägt Egels-Popens in der Ostfrieslandklasse A. Der Westerender Trainer ärgert sich über drei „Kacktore“.

Ostfriesland - In der Fußball-Ostfrieslandklasse A Staffel II wich der TuS Westerende auf den Kunstrasen in Ihlowerfehn aus und teilte sich mit Eintracht Plaggenburg die Punkte. Münkeboe-Moorhusen spielte auf Borkum ebenfalls auf Kunstrasen und trat die Rückreise nach einem Remis zufrieden an. Beim Auricher Nachbarschaftsderby empfing die SG Egels-Popens den SC 13 Eichen Wiesens auf dem Kunstrasen am Ellernfeld. Nach dem Sieg im Hinspiel unterlagen die Egelser diesmal gegen die Eichen.

TuS Westerende – SV Eintracht Plaggenburg 3:3

Plaggenburg musste in der Startelf auf Stammtorwart Hendrik Collmann und Spielmacher Marten Friedrichs verzichten. Beide wurden als Boßler in der Landesligamannschaft von Dietrichsfeld benötigt. In der ersten Halbzeit war Westerende spielbestimmend. Das Führungstor schoss aber Plaggenburg in der achten Spielminute. „Ein Freistoß aus gefühlt 30 Metern, der auch noch vom Wind beeinflusst im Tor landete“, erinnerte sich Westerendes Trainer Klaus Hoofdmann verärgert. Vier Minuten später glich Westerende nach einer Flanke von Rune Bünting auf den Torschützen Andre Hölscher aus. Nach einem Pass in die Tiefe auf Patrick Hallenga und dessen Schuss in das lange Eck ging Plaggenburg erneut in Führung (17.). Es dauerte nur wenige Minuten bis zum erneuten Ausgleich des TuS. Torge Stüven spielte den Ball nach defensivem Ballgewinn auf Andre Hölscher, der aus dem Strafraum zum 2:2 verwandelte.

In der zweiten Halbzeit hatte Plaggenburg 25 Minuten spielerisches Übergewicht und ging erneut durch einen Distanzschuss aus 20 Metern in Führung. Der Schuss von Tido Janssen kullerte unglücklich durch die Beine von Torhüter Steffen Busker. „Danach haben wir nur noch verteidigt“, merkte Plaggenburgs Coach Reiner Gesch an. Dennoch kam Steffen Weinstock in der 84. Spielminute nach einer Ping-Pong-Aktion vor dem Eintracht-Tor an den Ball und traf zum 3:3-Endstand.

„Da war mehr drin. Plaggenburg hatte vier Torchancen und machte daraus drei Kacktore. Wenn man dreimal zurückliegt und am Ende einen Punkt mitnimmt muss man aber zufrieden sein“, resümierte Hoofdmann. Nächste Woche ist Plaggenburg in Blomberg-Neuschoo gefordert. „Dann zählen nur drei Punkte“, merkt Gesch an. Westerende gastiert in Münkeboe.

Tore: 0:1 Thiele (8.), 1:1 Hölscher (12.), 1:2 Hallenga (17.), 2:2 Hölscher (21.), 2:3 Janssen (58.), 3:3 Weinstock (84.).

TuS Westerende: Busker, Weinstock, Hanssen, M. Thai, Hölscher, To. Stüven (80. Neumann), Ihnen, Ubben, Sparringa (62. L. Thai), Bünting, Kleene (72. Hoffmeyer).

SV Eintracht Plaggenburg: Albers, Ahrends, Hallenga, Best, Thiele (45. Friedrichs), Habben (20. Henneken), Schillmüller, T. Janssen (70. K. Janssen), S. Gerdes (H. Gerdes), Ubben (74. Schütte), Adam.

SG Egels-Popens - SC 13 Eichen Wiesens 0:2

Beide Mannschaften zeigten wenig Spielwitz. Lange Bälle und Kampf bestimmten das Spiel. Nach 21 Spielminuten dann ein Einwurf von Sönke Habben. Andre Christoffers nahm den Ball an und verlängerte auf Lars Berends, der Wiesens 1:0 in Führung brachte. Egels-Popens hatte in der Folge Chancen nach Standardsituationen, die jedoch erfolglos blieben. In der 27. Spielminute kassierte Egels-Popens dann die Rote Karte nach einer Tätlichkeit. Im weiteren Verlauf zeigten Egelser Angriffe wenig Struktur und beschränkten sich weitgehend auf die linke Seite. Auf der rechten Seite forderte Alexander Fink immer wieder den Ball. Meist erfolglos.

Es kam wie es kommen musste. Wiesens setzte weiter auf lange Bälle und in der 59. Spielminute eroberte Pascal Meyer den Ball und tankte sich Richtung Tor zum 2:0 durch. Zugleich der Endstand in einem schwachen Spiel. Co-Trainer Christian Müller forderte in seiner Ansprache nach dem Spiel mehr Trainingsbeteiligung und Teamgeist. „Dann werden wir auch wieder gewinnen“, so Müller.

Tore: 0:1 Berends (21.), 0:2 Meyer (59.)

SG Egels-Popens: Faß, Marin (46. Ziaei), Sylla, Singh, Bangoura, Mustafov (Lounici), Schuppenies, Wilken (72. Özkan), Sunken, Nicolaus (45.+3 Bartosiewiscz), Möhlmann (32. Fink).

SC 13 Eichen Wiesens: Bruns, Weiß, Froschauer (41. Rosemi), Gerdes (86. Schipper), Habben, Kindt, Reichelt (58. Fecht), Christoffers, Berends, Meyer (69. Best), Janßen.

Rote Karte: SG Egels-Popens (26.).

SV Großefehn II – RSV Visquard 3:4

Großefehn war personell geschwächt und konnte die Ausfälle nicht kompensieren. Visquard hatte drei Gelbsperren von Stammspielern. Das Spiel war kämpferisch geprägt. Nach 27 Minuten gingen die Gäste durch Mathias Eeten in Führung. Die Fehntjer glichen kurz vor der Halbzeitpause aus. Der Visquarder Torwart spielte den Ball in die Füße von Tim Hellmann. Der umdribbelte den Keeper und netzte zum 1:1 ein.

In der 56. Spielminute war es wieder M. Eeten, der die Gäste erneut in Führung brachte. Zehn Minuten stellte Hellmann mit einem Fernschuss den Gleichstand wieder her. Mit einem Doppelschlag von Christian Eeten in der 82. Spielminute und in der Nachspielzeit stellte Visquard dann auf die 4:2-Führung. Der Anschlusstreffer gelang Daniel Karan kurz vor dem Abpfiff nach Vorlage von Nils-Ole Zimmermann. „Wir haben gesehen, dass es nach oben schwierig wird und wollen uns darauf konzentrieren, den Abstand nach unten zu vergrößern. Nächste Woche ist Großefehn als achtplatzierter beim 12. Wiesens zu Gast.

Tore: 0:1 M. Eeten (27.), 1:1 Tim Hellmann (44.), 1:2 M Eeten (56), 2:2 Hellmann (66.), 2:3, 2:4 C. Eeten (82., 90.), 3:4 D. Karan.

SV Großefehn: Ziegler, Fahnster, Janssen, D. Karan, Zimmermann, Saathoff, Hellmann, H. Karan, Meyerhoff, Steinke, Steinhorst, eingewechselt: 56. Ulferts, Oltmanns, 81. Müller.

TuS Borkum – VfB Münkeboe 1:1

Münkeboe war vor der Borkumer Offensive mit den gefährlichen Stürmern Ovidiu Cinaru und Kai-Uwe Dittrich gewarnt und ließ die Gastgeber erst einmal tief stehend kommen. Münkeboe hatte Torchancen durch Mika Suntken und Derk Detmers, der einmal den Pfosten traf und beim zweiten Versuch den Borkumer Schlussmann zu einer Parade zwang. Das einzige Tor in der ersten Habzeit machte aber der Borkumer Lukas Rau mit einem Schuss aus 16 Metern.

In der zweiten Halbzeit war Münkeboe überlegen. Mika Suntkens hatte die Torchance per Freistoß. Der Ball sauste durch die Borkumer Abwehr und wurde erst vom Torwart gestoppt. Dann war es Münkeboes Top-Torjäger Manuel Jacobi (15 Saisontore), der in der 51. Spielminute den Ausgleich erzielte. Zuvor hatte sich Simon Ihnen durchgesetzt und seinen Abschluss ließ der Borkumer Torwart abklatschen. Jacobi war zur Stelle und sahnte ab. In den Schlussminuten der regulären Spielzeit kassierte Borkum zweimal Gelb-Rot. Es blieb am Ende beim Unentschieden.

„Ich bin mit dem Ergebnis total zufrieden. Mit Blick auf unsere vergebenen Chancen wäre aber auch ein Sieg nicht unverdient gewesen“, resümierte Trainer Uwe Delewski, der mit dem Punktgewinn Tabellenrang vier vor Borkum verteidigte. Nächste Woche gastiert der TuS Westerende im Mühlenstadion.

Tore: 1:0 Rau (40.), 1:1 Jacobi (53.).

VfB Münkeboe: Ommen, Ihnen, Folkerts, Janssen, Suntken, Alts, Jacobi, Strömer, Deutschmann, Detmers, Keller, eingewechselt: 44. Redenius, 76. Raabe.

Gelb-Rote Karten: Borkum (85., 89.)

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