Osnabrück  VfL Osnabrück: Keine Glanzleistung, aber ein Joker entscheidet das Spiel

Malte Artmeier, Moritz Büscher
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Von Malte Artmeier, Moritz Büscher
| 01.03.2026 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hohe Bälle prägten das Spiel zwischen dem VfL Osnabrück (in rosa) und Erzgebirge Aue. Foto: imago/Kruczynski
Hohe Bälle prägten das Spiel zwischen dem VfL Osnabrück (in rosa) und Erzgebirge Aue. Foto: imago/Kruczynski
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Der VfL Osnabrück hat sich in der 3. Fußball-Liga beim FC Erzgebirge Aue nicht vom zwischenzeitlichen Ausgleich aus der Ruhe bringen lassen und dank eines Jokers mit 3:1 gewonnen. Die fahrige Phase kurz vor sowie nach der Pause wurde nicht bestraft, stattdessen machten die Lila-Weißen das Spiel mit einem Doppelschlag zu. Die Einzelkritik.

#23 Tony Lesueur (ab 63.): Zeichnete als Joker maßgeblich dafür verantwortlich, dass seine Mannschaft den achten Auswärtssieg der Saison feiern durfte. War die ersten zehn Minuten nach seiner Einwechslung nicht zu sehen, hatte dann aber entscheidend seine Füße im Spiel: Bewies beim 2:1 das richtige Näschen, als er mit gutem Timing und vollem Tempo auf den ersten Pfosten einlief und den Ball ins Tor drückte. Tankte sich drei Minuten später stark auf dem rechten Flügel bis in den Strafraum durch und bediente Meißner mit einem perfekten Pass in den Rückraum.

#11 Robin Meißner (bis 87.): Kam gerade zu Beginn der zwei Halbzeiten nicht richtig ins Spiel, arbeitete sich aber in die Partie rein und war nicht nur in den hektischen Phasen eine wichtige Anspielstation im Angriff, um die Bälle mit dem Rücken festzumachen, seine Mitspieler in Szene zu setzen und freie Räume zu ziehen. Hatte Pech bei einem abgeblockten Abschluss, der seinen Weg wohl ins Tor gefunden hätte (28.). Belohnte sich für seinen Aufwand und war im richtigen Moment zur Stelle, als er den Ball zum 3:1 im linken Eck unterbrachte – sein achtes Auswärtstor.

#25 Niklas Wiemann: Erfüllte seine Aufgabe in der Defensive ohne Fehl und Tadel. Gewann jeden wichtigen Zweikampf am Boden sowie vor allem in der Luft. Kurbelte mit Ball zwar nicht das Offensivspiel an, hatte die Auer Angreifer Bär und Günther-Schmidt aber immer im Griff und war stets wachsam – auch in den kurzen Drangphasen der „Veilchen“ mit vielen hohen Bällen war auf ihn Verlass.

#37 Ismail Badjie (bis 63.): Erwischte einen schlechten Start ins Spiel mit mehreren misslungenen Ballkontakten und Fehlpässen, war dann aber beim Führungstreffer gedanklich voll da. Spekulierte beim langen Ball richtig und nutzte das Missverständnis in der Auer Hintermannschaft eiskalt aus, als er dazwischenspritzte, Torwart Männel umkurvte und den Ball über die Linie drückte. Fiel in Halbzeit zwei mit ein paar guten Flankenläufen auf und wurde dann nach 63 Minuten durch Lesueur ersetzt.

#21 Lukas Jonsson: Musste in der Partie nur einmal sein Können richtig unter Beweis stellen und einmal hinter sich greifen. War mit einer starken Parade bei Bärs Kopfball gegen die Laufrichtung zur Stelle, konnte beim Gegentor aber nichts ausrichten. Sorgte Mitte der zweiten Halbzeit für eine Schrecksekunde, als er den Ball im Spielaufbau unbedrängt in die Füße von Stefaniak passte. Kehrte beim unpräzisen Abschluss aber wieder schnell ins Tor zurück und nahm ihn sogar lässig mit dem Fuß an. Wurde in der Schlussphase nicht mehr wirklich gefordert.

#24 Jannik Müller: Zeigte ein recht unauffälliges Spiel, erledigte seine defensiven Aufgaben aber mit Bravour. Leitete mit zwei, drei guten Pässen in die Tiefe die VfL-Angriffe ein und hatte bei seinem Kopfball Pech, der abgefälscht und auf der Linie geklärt wurde. War im Strafraum zweimal aufmerksam, als er einen Collins-Schuss blockte und im letzten Moment gegen Günther-Schmidt den Ball wegspitzelte.

#3 Frederik Christensen: Fiel vor allem in der ersten Halbzeit durch drei Offensivszenen auf. Vergab in der Anfangsphase eine große Chance aus wenigen Metern, als er mit dem falschen Fuß zu zentral abschloss. Leitete mit seinem Befreiungsschlag hinter die Auer Abwehrkette etwas ungewollt den Führungstreffer ein und hätte einen Elfmeter bekommen müssen, als der grätschende Fallmann mit dem ausgestreckten Arm das Abspiel verhinderte. Hielt seine Seite gut sauber und legte auch bei Diagonalbällen ein gutes Stellungsspiel an den Tag, war manchmal in seinen Aktionen aber technisch unsauber.

#18 Lars Kehl (bis 80.): Zeigte eines seiner schwächeren Spiele im VfL-Trikot, legte mit seiner gefühlvollen Halbfeldflanke auf den ersten Pfosten aber das 2:1 auf. Holte sich durch einen unsauberen Ballkontakt, den er nur mit einem Foulspiel begleichen konnte, unnötig die fünfte Gelbe Karte ab und fehlt gegen Viktoria Köln. Spielte ungewohnt viele Fehlpässe und traf oft die falschen Entscheidungen. Die starke Vorlage rettete den VfL und seinen Nachmittag.

#26 Fridolin Wagner (bis 87.): War in der Anfangsphase sehr präsent, ordnete das VfL-Spiel und war immer wieder anspielbar. Leitete die Großchance von Christensen über die rechte Seite mit ein und hatte gute Balleroberungen, baute aber nach dem 1:0 wie die gesamte Mannschaft etwas ab. Spielte kurz vor der Pause einen schlimmen Fehlpass, den er mit seinem Einsatz aber wieder gut machte. Konnte in der hektischen Phase nach der Pause als stellvertretender Organisator in der VfL-Zentrale das Spiel nicht an sich reißen und Ruhe hineinbringen.

#27 Robin Fabinski: Erledigte defensiv seine Aufgabe nahezu fehlerfrei, war aber in einem entscheidenden Moment nicht eng genug beim Gegenspieler: Hielt sich dabei nach eigener Aussage eigentlich an die taktische Anweisung und rückte raus, ließ Stefaniak aber etwas drehen und den Pass durch seine Beine gehen. Hätte sonst auch in der Kette bleiben und den Auer Spieler an Wagner übergeben können. Leistete sich ein paar unsaubere Abspielfehler und agierte im Spiel nach vorne eher auf Nummer sicher, anstatt mit Mut anzudribbeln.

#10 Kai Pröger (bis 87.): Sprang für den verletzten Kammerbauer auf der rechten Schiene ein und schien die Leistung aus dem Essen-Spiel zu übertragen, jedoch baute er nach einer guten Anfangsphase stark ab. Tankte sich zu Beginn ein paarmal auf seiner Seite durch, erzeugte aber nicht wirklich Gefahr. Zeigte sich danach relativ fehlerhaft mit dem Ball, wählte eher die schwierige als die einfache Lösung und war mit seinem Stellungsfehler am Gegentreffer beteiligt, als Ehlers ihm im Rücken entwischte.

#19 Kevin Wiethaup: Hatte immer mal wieder eine Idee und versuchte, mit seinen Tempodribblings durch das Mittelfeld Chancen zu kreieren, entschied sich aber oftmals falsch oder hielt den Ball zu lange am Fuß anstatt seine Mitspieler schneller einzusetzen. War beim Ausgleich zu weit weg von Günther-Schmidt, den er aus den Augen verlor. Gefiel ansonsten mit hohem, läuferischem Einsatz. Steigerte sich im eigenen Ballbesitz im Laufe des Spiels und ließ den Ball mehr zirkulieren.

Nicht zu bewerten: #8 Robert Tesche (ab 80.), #7 Bashkim Ajdini, #20 Theo Janotta und #9 Julian Kania (ab 87.).

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