Osnabrück Forschungsprojekt der Uni Osnabrück: Wie fängt man eine Henne?
Kopfüber an den Beinen: So fangen Betriebe Althennen meist zum Transport. Forschende der Universität Osnabrück wollen wissen, wie stark das die Tiere stresst – und testen eine Alternative.
Etwa 250 bis 300 Eier kann eine Henne pro Jahr legen. Um dem Wohl der Tiere entgegenzukommen, setzen viele Betriebe auf mehretagige Volierensysteme und Bodenhaltung. Den Hennen werden Futter, Wasser, Gruppennester und Sitzstangen angeboten, auf denen sie sich ausruhen können. Was für Tierwohl sorgt, gestaltet sich beim Fangen der Hennen zum Ausstallen schwieriger. Mit dem Ausstallen wird das Einfangen der Tiere bezeichnet, um sie woanders hin zu transportieren.
Üblicherweise wird das Ausstallen nachts in Angriff genommen, wenn die Tiere sich zum Schlafen zurückziehen. Geschultes Fachpersonal greift die Althennen normalerweise an den Beinen, und zieht sie kopfüber hoch, um sie anschließend in entsprechende Transportbehältnisse zu verladen.
Bei dieser Art zu fangen besteht das Risiko, dass die Tiere sich vor Panik verletzen, wenn sie um sich treten oder nach dem Fachpersonal schnappen. Des Weiteren vermuten die Forschenden der Uni Osnabrück, dass der Wechsel von aufrecht zu kopfüber für die Tiere mit erheblichem Stress verbunden ist. Dazu liegen aber noch keine genauen Forschungsergebnisse vor.
Die Forschenden der Uni Osnabrück und Fachhochschule Hannover wollen herausfinden, wie eine tierschutzgerechte und stressfreiere Ausstallung und Umladung von Legehennen möglich ist. Sie erhoffen sich, aus den Ergebnissen Vorschläge ableiten zu können, die in der Zukunft den Fang- und Ladeprozess verbessern.
Das Projekt ist in zwei Teile aufgeteilt, die innerhalb von 18 Monaten bearbeitet werden. Den ersten Teil nimmt das Team um Dr. Birgit Spindler aus dem Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Angriff. In ausgewählten Praxisbetrieben wollen sie überprüfen, welche Einflüsse eine andere Herangehensweise auf die Tiere hat. Dafür sollen die Tiere aufrecht gefangen werden, indem der Körper umgriffen wird.
Der zweite Teil des Projektes wird unter Prof. Chadi Touma von der Universität Osnabrück angegangen. Dabei sollen beide Fangmethoden verglichen werden, und erforscht werden, welche Stressreaktionen die Tiere zeigen. Um dies zu ermitteln, werden Abbauprodukte des tierischen Stresshormons Corticosteron untersucht. Corticosteron ist, wie Cortisol beim Menschen, bei Vögeln und Nagern eines der wichtigsten Stresshormone, erklärt Professor Touma.