Osnabrück Stadionsprecher des VfL Osnabrück: Der Verein ist immer ein Thema – und wir sind immer da
Über zwei Jahrzehnte stimmen Carsten Thye und Matthias Wellbrock die Fans an der Bremer Brücke auf die Spiele ein. Im Podcast „Brückengeflüster“ sprechen die Stadionsprecher des VfL Osnabrück über besondere Momente in ihrem „Wohnzimmer“, Herausforderungen in ihrem Job – und eine Auswärtsfahrt nach Aue.
Vor sechs Jahren waren die beiden letztmals zu Gast, nun sind ihre Stimmen wieder im noz-Podcast „Brückengeflüster“ zu hören: Carsten Thye und Matthias Wellbrock sind schon seit 24 Jahren gemeinsam Stadionsprecher des VfL Osnabrück. Und in mehr als zwei Jahrzehnten haben die beiden in ihrem „Wohnzimmer“, wie sie die Bremer Brücke so schön nennen, schon viel erlebt: den Spielabbruch beim DFB-Pokalspiel gegen RB Leipzig nach dem Feuerzeugwurf, bittere Abstiege und natürlich auch den 90+6-Aufstieg.
„Am 27. Mai 2023 hat man sich überschlagen und hatte Tränen in den Augen. Den Puls von damals möchte ich nicht mehr haben. Das war eine Sensation. Einige würden sagen typisch VfL, aber das war nochmal eine Stufe drüber“, sagt Wellbrock. Das Duo spricht mit den Reportern Susanne Fetter und Malte Artmeier zudem über die aktuelle Saison, in der das Team von Trainer Timo Schultz um die vorderen Plätze kämpft. Nicht nur in erfolgreichen Zeiten werden sie fernab ihrer Funktion im Stadion auf die Lila-Weißen angesprochen: Auch und vor allem in schwierigen Phasen, wenn es eher um den Abstieg geht wie in der vergangenen Spielzeit, sei der VfL Gesprächsthema, wie Wellbrock betont.
„Wenn der VfL oben mitspielt, wird nicht so viel darüber geredet. Und wenn er schlecht spielt, kommen sie an den Einkaufswagen und fragen, was los ist“, erklärt Thye. Wenn es nicht läuft, stellt Wellbrock bei seinen DJ-Auftritten auch schon mal ein Schild hin, dass er nicht über Fußball reden möchte. Ihren Job haben sie in all den Jahren dennoch immer mit großer Freude und Demut ausgeübt – und machen das auch noch heute.
Auch weil ihnen immer Raum für eigene Ideen gegeben wird, wie bei der Tormusik. „Das ist ein Stück Geschichte, die mit eingebunden ist“, sagt Thye, der mit seinem Partner immer mal wieder die Einlaufmusik variiert. Trotzdem seien beide in dem Bereich eher traditionell unterwegs. „Das VfL-Lied ist mehr als eine Vereinshymne, das ist Osnabrücker Kulturgut“, sagt Wellbrock. Gemeinsam versucht das Duo vor den Spielen immer, die Balance zwischen Fannähe und Kommerzialisierung zu wahren.
Darüber hinaus verraten sie, wo sie nach dem Stadionumbau am liebsten sitzen würden, was sie bei einer unvergessenen Auswärtsfahrt in Aue erlebten und ob der VfL aufstiegstauglich ist. „Die Fans wollen nichts anderes hören“, erklärt Thye, der erst einen Einwand bekommt und dann Zuspruch von Wellbrock erhält: „Das sind sechs, sieben andere Mannschaften auch noch. Wir wissen, wo wir herkommen: Wir müssen nicht aufsteigen, aber ich finde gut, was unser Trainer sagt. Wir wollen, wir können und ich glaube auch, dass wir tauglich sind.“