Osnabrück  VfL Osnabrück: Haben Schnee und Frost zur Verzögerung am Schinkelberg geführt?

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 25.02.2026 19:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
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Der VfL Osnabrück baut sein neues Trainingszentrum an der Sportanlage Schinkelberg. Die Arbeiten laufen seit etwas mehr als einem Monat - trotz des Winters. So ist der Stand der Dinge.

Die Bagger standen schon wenige Tage zuvor bereit, den offiziellen Startschuss zum Bau des Trainingszentrums des VfL Osnabrück auf der Sportanlage am Schinkelberg gab aber der Spatenstich am 20. Januar. Seit etwas mehr als einem Monat wird also das zweitgrößte Infrastrukturprojekt des Vereins in diesem Jahrtausend realisiert - und erste Fortschritte bereits sichtbar.

Wer in den letzten Wochen die öffentlichen Einheiten der VfL-Profis verfolgte oder ganz einfach einen Spaziergang über den Schinkelberg machte, konnte auf der Baustelle zwar noch keine spektakulären Dinge, aber doch wichtige Vorarbeiten beobachten. In den letzten Wochen waren vor allem die Bagger aktiv: Aus dem ehemaligen kleinen Ascheplatz vor dem alten Funktionsgebäude ist ein Baufeld geworden. Das Spielfeld ist abgetragen worden und Aushübe für die Fundamente des zentralen Gebäudes, in dem der VfL zum kommenden Jahreswechsel mit Lizenzmannschaft und Geschäftsstelle einziehen will, sind gemacht. Auch erste Betonierarbeiten in Vorbereitung des Fundamentes sind erledigt. Maßgeblich dafür verantwortlich: Garten- und Landschaftsbaubetrieb Borgmann aus Ankum. Bagger, LKW und ein Kran dominieren das Geschehen genauso wie diverse Hügel aus abgetragener Erde, die das Baufeld umgeben.

Logischerweise ist ein Baustart mitten im Winter nicht optimal, vor allem für die aktuell laufenden Tiefbauarbeiten. Zudem gab es in diesem Jahr eine lange Phase mit - im Vergleich zu den letzten Wintern - viel Schnee und Frost. Diese hatte auch Einfluss auf den Bau am Schinkelberg, aber keinen entscheidenden. Auf Anfrage teilt der VfL mit: „Die Betonarbeiten mussten witterungsbedingt geringfügig verschoben werden, es gibt gegenwärtig aber keine Anzeichen für eine verspätete Fertigstellung.“ Nicht nur die Bauarbeiter dürften aber mit Blick auf die in dieser Woche milderen Temperaturen aufgeatmet haben.

Das große, neue Funktionsgebäude wird das Herzstück des neuen Trainingszentrums. Auf rund 2.050 Quadratmetern auf drei Geschossen sollen hier künftig Profifußball und Geschäftsstelle unter einem Dach vereint werden. Gebaut wird dieses Gebäude vom Generalunternehmer Goldbeck, der sich auf eine systematisierte Modul-Bauweise spezialisiert hat. Entsprechend soll es schnell gehen: Ende März, voraussichtlich ab dem 30., beginnen die Montagearbeiten. „In ca. 20 Tagen ab Start sind dann die Fertigbetonteile montiert – eine der offensichtlichsten und daher spannendsten Vorgänge“, teilt der VfL mit. Ab Ende April steht dann also dort, wo früher ein kleiner Ascheplatz war, die neue Schaltzentrale des VfL Osnabrück.

Natürlich ist sie dann aber noch nicht bezugsfertig. In den folgenden Monaten werden die Dach- und Fassadenarbeiten sowie der Innenausbau durchgeführt, damit das Ziel, der Einzug zum Jahreswechsel 2026/27, eingehalten werden kann. Das alte, bestehende Funktionsgebäude mit Umkleiden und einem Clubraum soll übrigens saniert werden und in der Folge für etwaige Jugend- oder Testspiele zur Verfügung stehen. Außerdem werden neue Parkflächen gebaut.

Ein, vor allem für die Profifußballabteilung, essenzieller Teil des Trainingszentrums ist der Bau der anderthalb weiteren Rasenplätze und der Nebenflächen auf dem Bereich des aktuell noch bestehenden Hauptlatzes inklusive Laufbahn. Dort ist bislang noch nichts Sichtbares passiert. Trainieren werden die VfL-Profis auf absehbare Zeit erstmal nur auf dem Anfang 2023 in einem ersten Schritt errichteten Rasenplatz oberhalb des Hauptplatzes. Denn die Neugestaltung „unten“ wird noch etwas dauern.

„Die Ausschreibung für den Bau der Rasenplätze läuft derzeit. Im März werden die konkreten Gespräche mit den entsprechenden Unternehmen geführt und die Aufträge vergeben“, heißt es vom VfL. Allerdings wird hier nicht auf den schnellsten Weg gesetzt, sondern auf den nachhaltigsten: Der VfL will keinen Rollrasen verlegen lassen, sondern Naturrasen. Hiervon versprechen sich die Verantwortlichen um Projektleiter Markus Dörenkämper eine höhere Qualität, längere Haltbarkeit und kostengünstigere Pflege.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch an einem weiteren Punkt eine Rolle: Der VfL will nicht nur das Gebäude sondern auch die Rasenheizung für die Trainingsflächen über eine Geothermie betreiben. Erste Ergebnisse von Probebohrungen liegen bereits vor. „Auf Basis der Bewertung der Ergebnisse werden nun die nächsten Schritte gemeinsam mit dem Energieberatungsbüro abgestimmt“, heißt es.

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