Stuttgart  Cem Özdemir verteidigt Manuel Hagel nach umstrittenem Spruch über Schülerinnen

Jannik Wilk
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Von Jannik Wilk
| 25.02.2026 17:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Cem Özdemir (l.), Manuel Hagel (M.) und Markus Frohnmaier: Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg trafen sich zum TV-Triell beim SWR. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Cem Özdemir (l.), Manuel Hagel (M.) und Markus Frohnmaier: Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg trafen sich zum TV-Triell beim SWR. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
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Eine Aussage aus einem jahrealten Interview bereitet CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel Probleme. Im TV-Triell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg nahm ihn sein Konkurrent Cem Özdemir in Schutz.

Der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, muss sich derzeit für eine Aussage rechtfertigen, die er vor acht Jahren in einem Interview machte. Ein Videomitschnitt des Gesprächs bei einem Lokalsender bringt ihn in Bedrängnis.

Damals Landtagsabgeordneter und Generalsekretär in Baden-Württemberg, erzählte Hagel über den Besuch einer Realschulklasse in seinem Wahlkreis. In der Klasse hätten 80 Prozent Mädchen gesessen, sagte Hagel, und fügte an: „Also, da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“ Er ging zudem auf eine Schülerin ein, die die erste Frage gestellt habe: „Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“

Den Videomitschnitt hatte die Grünenpolitikerin und Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer aus Karlsruhe am Montag im Internet veröffentlicht. Sie kritisierte Hagel deutlich: „Was meint ein erwachsener Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?“

Nun hat Cem Özdemir (Die Grünen), Konkurrent um das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, eine Lanze für Hagel gebrochen. Im SWR-Triell zur Landtagswahl am Dienstagabend kam der Videomitschnitt zur Sprache. Der AfD-Politiker Markus Frohnmaier, der mit den beiden diskutierte, sagte, er habe Hagels Aussage als „irritierend“ und „abnormal“ empfunden.

Özdemir sagte daraufhin: „Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren.“ Im Übrigen seien Hagel und er sich einig, „dass man Frauen so beurteilt, wie man Männer beurteilt, nach ihrer Leistung“. Er fände es gut, im Wahlkampf fair miteinander umzugehen.

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