Osnabrück Zweiter Zähler: So kommt man in Osnabrück an den billigeren Strom für die Wärmepumpe
Wer seine Heizung auf Wärmepumpe umstellt, kann auf billigeren Strom zugreifen. So die Theorie. In der Osnabrücker Praxis kann es etliche Wochen dauern, bis die Hebel umgelegt sind. Was beim Wärmepumpen-Stromtarif zu beachten ist.
Im Dezember 2025 hat ein Osnabrücker Eigenheimbesitzer auf Wärmepumpe umgestellt. Zugleich wollte er den vergünstigten Stromtarif für Wärmepumpen nutzen. Doch dazu brauchte er eine Dienstleistung der Stadtwerke-Tochter SWO Netz, die ihn wochenlang vertröstete. Es ist sehr viel zu tun zurzeit, sagt ein Sprecher von SWO Netz.
Der Strom für die Wärmepumpe kostet bei den Stadtwerken etwa einen Cent weniger als der normale Haushaltsstrom. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch einer Wärmepumpe von 6000 kWh pro Jahr sind das 60 Euro Ersparnis. Immerhin.
Wärmepumpen gehören zu den „steuerbaren Verbrauchseinrichtungen“ und müssen daher laut Energiewirtschaftsgesetz (§ 14) vor ihrer Inbetriebnahme beim Stromnetzbetreiber – in Osnabrück der SWO Netz – angemeldet werden. Den Grund erklärt der Sprecher der SWO Netz so: „Um Überlastungen im Stromnetz zu vermeiden, muss die SWO Netz immer genau wissen, wo welche großen Stromverbraucher ans Netz gehen.“ Die Anmeldung übernimmt der Installationsbetrieb.
Das Energiewirtschaftsgesetz räumt den Stromnetzbetreibern das Recht ein, im Falle einer akuten Netzüberlastung oder einer drohenden Netzinstabilität die Leistung von steuerbaren Geräten für einen gewissen Zeitraum zu reduzieren. Zu den steuerbaren Geräten zählen neben Wärmepumpen auch Wallboxen und leistungsstarke Klimaanlagen.
Im Gegenzug zahlt ein Kunde weniger für seinen Strom. Er erhält „reduzierte Netzentgelte“, wie es in der Beschreibung der Stadtwerke Osnabrück heißt.
Wer den günstigeren Wärmepumpen-Stromtarif nutzen will, braucht einen zweiten Zähler. So kann der Verbrauch der Wärmepumpe unabhängig vom übrigen Verbrauch im Haushalt erfasst werden. In der Regel bestellt der Installationsbetrieb den zweiten Zähler, der vom Netzbetreiber – das ist in Osnabrück die Stadtwerke-Tochter SWO Netz – freigeschaltet werden muss.
Auf diese Freischaltung hat der Osnabrücker Hausbesitzer lange warten müssen, wie er in einer Mail an unsere Redaktion beklagt. Zunächst sei von vier Wochen die Rede gewesen, dann von zwei Monaten. Das ärgert ihn, weil die Wärmepumpe in den kalten Wochen dieses Winters auf Hochtouren lief und viel Strom verbrauchte.
Die SWO Netz räumt die Probleme offen ein. „Aufgrund der Vielzahl an neuen Wärmepumpen und PV-Anlagen sowie der gestiegenen Komplexität der Vorgänge kann es zu längeren Bearbeitungszeiten kommen“, teilt die SWO Netz auf Anfrage mit.