Osnabrück Historie der Ostbunker-Sanierung in Osnabrück: Von der Schließung bis zum Bauzaun
Vom Weltkriegsbunker zur Kult-Location: Generationen von Osnabrückern wurden mit dem Ostbunker erwachsen. Nach fast 50 Jahren Nutzung als Jugendzentrum dann die überraschende Schließung im April 2024. Was als Brandschutzmaßnahme begann, wuchs zu einem Millionenprojekt.
1941 wurde der Hochbunker im Osnabrücker Stadtteil Schinkel errichtet, um der Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg hinter den bis zu 1,3 Meter dicken Betonwänden Schutz vor Bombenangriffen zu bieten. Seit 1976 bestand die Genehmigung für eine Nutzung als Jugendzentrum. Dann hieß es eines Tages aber: Alle raus hier. Was seitdem passiert ist.
Dienstag, 23. April 2024: Die Stadt führt eine brandschutzrechtliche Überprüfung im Ostbunker durch, nachdem bei einer internen Sicherheitsunterweisung Mängel aufgefallen waren. Die Experten von Feuerwehr und Bauordnung stellen fest, dass im Brandfall das einzige Treppenhaus schnell verrauchen würde und ein zweiter Rettungsweg fehlt. Die Stadt ordnet noch am selben Tag die sofortige Schließung an.
Ende April 2024: Die Suche nach Alternativen für die Jugendarbeit und das Musikbüro beginnt. Als Übergangstreff für Jugendliche dient das 1,6 Kilometer entfernte Heinz-Fitschen-Haus.
Ende April 2024: Eine „Voll-Katastrophe“ nennt Punk-Gitarrist Torsten Schymonski die plötzliche Schließung des Ostbunkers. Auch andere Musiker zeigen sich bestürzt über das Aus des wichtigen Kulturorts.
26. Mai 2024: Der Kulturausschuss bringt einen Antrag von Grünen, SPD und Volt auf den Weg, um die Sanierung politisch voranzutreiben. Ziel ist eine möglichst schnelle Reaktivierung des Gebäudes. Einig ist man sich darüber, dass etwas getan werden muss.
11. Juni 2024: Der Rat der Stadt Osnabrück beschließt einstimmig die Sanierung des Ostbunkers. Zunächst sind Kosten von rund 500.000 Euro für eine Brandschutzsanierung inklusive einer Außentreppe veranschlagt. Auch Maßnahmen der Barrierefreiheit wie ein Fahrstuhl oder entsprechende sanitäre Anlagen kommen zur Sprache, sind aber zu diesem Zeitpunkt kein Teil der geplanten Sanierung.
Ende Juni 2024: Die ehemalige Stadtteilbibliothek an der Ecke Borsigstraße/Rappstraße, soll als Übergangslösung herhalten. Ein massiver Wasserschaden verhindert aber den Einzug.
September 2024: Durch frei gewordene Mittel aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ ergibt sich die Chance, den Bunker für insgesamt rund 1,5 Millionen Euro doch barrierefrei mit einem Außenfahrstuhl umzubauen.
Januar 2025: Der ursprünglich anvisierte Termin für den Baustart verstreicht. Grund dafür ist der zusätzliche Aufwand durch die barrierefreie Umplanung des Gebäudes. Frühestens im Juni 2025 gehe es daher mit der Sanierung los, so ein Stadtsprecher.
Juni 2025: Der „Kleine Bunker“ öffnet als Übergangslösung in der Rappstraße, fast ein Jahr später als geplant. Bisher nutzten die Sozialarbeiter das Heinz-Fitschen-Haus, einige Jugendliche besuchten auch den offenen Treff im Jugendzentrum Westwerk.
Ende Oktober 2025: Die Stadtverwaltung bestätigt auf Nachfrage, dass der Umbau des Bunkers in diesem Jahr nicht mehr beginnen werde. Als neuer Starttermin wird der Jahresbeginn 2026 genannt. Die Wiedereröffnung datiert man auf den Februar 2027, wenn alles planmäßig verläuft.
10. Februar 2026: Die Stadt lässt einen Bauzaun rund um den Ostbunker aufstellen. Dies markiert den sichtbaren Beginn der Vorbereitungen für die Betonschneidarbeiten, um Türen für den zweiten Rettungsweg in die Außenwände zu fräsen.