Osnabrück  Kritik an „Gärten des Grauens“ in der Osnabrücker Dodesheide

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 20.02.2026 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Solche Schottergärten sind in Niedersachsen verboten. Das Foto zeigt keinen Garten in Osnabrück. Foto: IMAGO/Udo Herrmann
Solche Schottergärten sind in Niedersachsen verboten. Das Foto zeigt keinen Garten in Osnabrück. Foto: IMAGO/Udo Herrmann
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Neue Bäume: Zwei Straßen in der Osnabrücker Dodesheide sollen grüner werden. Der Stadtentwicklungsausschuss hat das jetzt begrüßt, hatte aber auch Kritik. Allerdings nicht für die Stadt.

Eigentlich eine kaum erwähnenswerte Sache: Zwei kleine Wohnstraßen in Osnabrück sollen aufgrund des schlechten Zustandes ab April dieses Jahres teilweise saniert werden und in dem Zuge ein paar neue Bäume erhalten. Dafür gab es jetzt im Stadtentwicklungsausschuss Lob für die Stadt – und Schelte für einige Anwohner.

Es geht um Abschnitte des Eiben- und Eschenwegs in der Dodesheide. Der Zustand der Fahrbahn ist schlecht, Grün gibt es im öffentlichen Raum maximal in Form von etwas Unkraut auf den Gehwegen. „Bioklimatisch ungünstig“, heißt es dazu in der Vorlage für den Ausschuss.

Um das zu ändern, sollen die beiden Straßen neun Pflanzbeete bekommen – drei im Eschenweg, sechs im Eibenweg – und mit Bäumen bestückt werden.

Mikroklima, Artenvielfalt und mehr: Für Stadtbaurat Thimo Weitemeier liegen die Vorteile auf der Hand. „Eine schöne, kleine Maßnahme“, sagte er. Künftig werde die Stadt das immer so handhaben.

„Zu dieser Vorlage können wir nur Ja sagen“, begann Christiane Balks-Lehmann von den Grünen. Das Aber folgte auf dem Fuße – und richtete sich an die Anwohner. „Auch in den Privatbereichen ist da etwas zu machen.“

Gemeint waren unter anderem die Schottergärten, wie sie auf Fotos der Stadtverwaltung zu sehen waren. „Gärten des Grauens“, sagte Balks-Lehmann. Diese brächten wenig und seien darüber hinaus verboten. Sie gehe davon aus, dass die Stadt gegen diese Schottergärten vorgehe – jetzt, da sie von ihnen Kenntnis habe.

Ein Punkt, bei dem Kerstin Meyer-Leive (CDU) übrigens stöhnte und sichtlich genervt die Augen verdrehte.

Schottergärten sind in Niedersachsen verboten. „Die nicht überbauten Flächen der Baugrundstücke müssen Grünflächen sein, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind“ – so steht es in der Niedersächsischen Bauordnung. Kommunen können den Rückbau anordnen und Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten, wenn dem nicht Folge geleistet wird.

Dennoch blieb Weitemeier bei diesem Punkt vage und unverbindlich. Ja, die Versiegelung von Vorgärten sei nicht zulässig; die Stadt würde aber wohl nur bei „extremen Ausmaßen“ prüfen und Verfahren einleiten.

Heiko Panzer (SPD) äußerte noch die Hoffnung, dass der Funke mit der geplanten Maßnahme auf die Nachbarschaft überspringe.

Mit den Arbeiten wird die Stadt ferner die Kreuzung Eibenweg/In der Dodesheide für Fußgänger und Radfahrer „optimieren“. Die Stadtwerke-Tochter SWO Netz erneuert Hausanschlüsse.

Im Juli oder August dieses Jahres sollen sämtliche Arbeiten im Eschen- und Eibenweg erledigt sein.

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