Osnabrück  Neuer Busbahnhof am Osnabrücker Neumarkt: Wie er aussieht, wann er kommt, was er kostet

Sebastian Stricker
|
Von Sebastian Stricker
| 19.02.2026 16:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Artikel teilen:

Ab Herbst 2026 wird Osnabrücks meistgenutzte Busstation zur Großbaustelle. Was am Neumarkt entsteht, wie viel Geld die Stadt dafür in die Hand nimmt – und warum ausgerechnet Freitag, der 13. dabei eine Rolle spielt.

„Ausgerechnet am Freitag, dem 13.“ kam die Nachricht – doch sie war gut. So beschreibt Stadtsprecher Constantin Binder jenen Moment Mitte Februar, in dem die Verwaltung erfuhr, dass das Land Niedersachsen den Umbau des Busbahnhofs am Neumarkt mit gut drei Millionen Euro fördert. Doch was sehen die Pläne im Detail vor? Fragen und Antworten.

Ab November 2026 soll die wichtigste Haltestelle Osnabrücks von Grund auf neugestaltet werden. Bereits ab März will die Stadt provisorische Bushaltestellen einrichten und Ampeln anpassen.

Voraussichtlich Mitte 2029 soll der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) fertig sein. Wie auch der restliche Platz, ausgehend vom Hasehaus bis hinüber zur Kreuzung Neuer Graben/Lyrastraße/Alte Münze. Ziel der großflächigen Neugestaltung: weniger Autoverkehr im Herzen der Stadt, dafür mehr Aufenthaltsqualität.

Der gesamte Neumarkt-Umbau kostet laut Beschlussvorlage rund 27,7 Millionen Euro. Der ZOB-Bereich einschließlich des Ausbaus von Bushaltestellen am Kollegienwall macht davon rund 9,5 Millionen Euro aus. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) fördert den ZOB – wie eingangs erwähnt – mit gut drei Millionen Euro. Das entspricht 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Der bisherige Bushaltebereich vor dem Landgericht entfällt. Die Haltestellen werden zusammengefasst und zwischen Zauberwürfel und VGH-Hochhaus neu geplant. Busse dürfen künftig nicht mehr von der Wittekindstraße in Richtung Neumarkt fahren. Vor dem Landgericht werden Linienbusse nur noch in Richtung Hauptbahnhof geführt. Ihre Sonderspur dürfen auch Taxis als Einbahnstraße nutzen. Für den Radverkehr wird sie in beide Richtungen freigegeben.

Die Bushaltestellen am Kollegienwall werden ausgebaut, weil sie künftig auch Linien aufnehmen, die heute über den Neumarkt führen. Hintergrund ist das „Zukunftsnetz Osnabrück“, das Mitte 2027 starten soll. Die Busnetz-Reform ist eng mit dem Neumarkt-Umbau verknüpft.

Schon während der Platzneugestaltung fahren die Busse andere Strecken als gewohnt. Allerdings: Über die Johannisfreiheit werden in dieser Zeit – Stand heute – keine Linien geführt.

Die Wartebereiche am ZOB werden von Bäumen umgeben – teils Bestandsbäume, teils neu gepflanzte. Dazwischen stehen Bänke und Informationstafeln. Die Überdachungen werden auf schlanken Stützen stehen, mit flachen Dächern in unterschiedlichen Formen.

Die Unterseiten der Dächer bestehen aus hochpoliertem Edelstahl. „Darin soll sich das städtische Treiben spiegeln“, erklärt Stadtsprecher Binder. Oben sollen die Dächer begrünt werden – nach dem Vorbild einer Busstation in Kopenhagen aus dem Jahr 2015.

An den übrigen Haltestellen sind Wetterschutzhäuschen, digitale Anzeigetafeln und weitere Informationsangebote geplant. Derzeit wird noch abgestimmt, wie Beleuchtung, Bodenbelag und hölzerne Sitzflächen genau aussehen sollen. Holzsitze sind auch auf den Baumeinrahmungen geplant – das ist in bisherigen Visualisierungen noch nicht zu sehen.

Ähnliche Artikel