Rostock  VfL-Verteidiger Wiemann: Eine Niederlage wäre auch nicht gerecht gewesen

Malte Artmeier, Susanne Fetter
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Von Malte Artmeier, Susanne Fetter
| 14.02.2026 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fordert 100 Prozent von seiner Mannschaft: VfL-Abwehrmann Niklas Wiemann (rechts), hier im Duell mit Rostocks Emil Holten. Foto: IMAGO/Andy Buenning
Fordert 100 Prozent von seiner Mannschaft: VfL-Abwehrmann Niklas Wiemann (rechts), hier im Duell mit Rostocks Emil Holten. Foto: IMAGO/Andy Buenning
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Während die Profis des VfL Osnabrück nicht ganz zufrieden waren mit dem 2:2 bei Hansa Rostock, war Trainer Timo Schultz insgesamt durchaus glücklich mit dem einen Punkt im Topspiel der 3. Liga. Die Reaktionen nach der Partie.

Niklas Wiemann (Abwehrspieler des VfL): Ich bin nicht hundert Prozent zufrieden. Natürlich ist es auswärts erstmal okay, einen Punkt mitzunehmen. Wenn es 1:2 gegen uns ausgegangen wäre, wäre es auch nicht gerecht gewesen. Es ist am Ende ein passendes Ergebnis für den Spielverlauf. Beide Tore fallen in Phasen, in denen wir eigentlich eine gute Kontrolle hatten oder sogar am Drücker waren. Man muss aber lobend erwähnen, dass wir ruhig geblieben sind und nicht den Kopf verloren haben. Es freut mich extrem für Bernd, der es total verdient hat, lange dafür gearbeitet hat und es sich verdient hat. Wir waren aber heute nicht bei hundert Prozent. Mit einer sehr guten Leistung gewinnen wir heute definitiv. In der ersten Halbzeit hatten wir viele Umschaltsituationen, die wir echt nicht gut ausgespielt haben. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen. Das zieht sich ein bisschen wie ein roter Faden durch die Saison. In den letzten Wochen ist es besser geworden, aber heute war es wieder extrem. Da hätten wir das Spiel schon auf unsere Seite bringen können. In der zweiten Hälfte war es strukturierter, dann kassieren wir aber das 1:2. Man muss auch anerkennen, dass Rostock es wirklich gut verteidigt und es uns nicht leicht gemacht hat. Auf die Tabelle schaue ich noch gar nicht. Wir haben noch so viele Spiele zu spielen und wir müssen darauf schauen, dass wir wieder sehr gute Leistungen bringen. Wenn wir bei 80 Prozent sind, reicht es nicht. Mit 90 reichen ab und zu für einen Punkt. Aber unser Ziel sollte es sein, wieder auf 100 Prozent zu kommen und dreifach zu punkten.

Fridolin Wagner (Mittelfeldspieler des VfL): Ich bin nicht komplett zufrieden. Wir hatten auf dem Platz das Gefühl mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit, dass wir besser drin sind. Wir haben keine perfekte erste Halbzeit gespielt, trotzdem steht es 1:1. Danach waren wir besser drin und kriegen ein bisschen aus dem Nichts das 1:2. Es ist gut, dass wir dann zurückkommen und nehmen den Punkt mit. Mit dreien wäre es aber noch schöner gewesen. Wir hatten viele Ballgewinne in verschiedenen Höhen, haben sie aber zu schnell hergegeben. Wir hätten auch aktiver im Freilaufverhalten sein können, das haben wir schon mal besser gemacht. Dadurch haben wir auch wieder Bälle verloren und es tut dann weh, dahinter her zu laufen. Wir brauchen noch ein paar Punkte, müssen noch einige Spiele gewinnen und nehmen trotzdem jeden Punkt gerne mit.

Timo Schultz (Trainer des VfL): Die Zuschauer haben ein unterhaltsames Spiel gesehen, verglichen mit dem Hinspiel, das leistungsgerecht 0:0 ausgegangen ist. Heute war deutlich mehr drin im Spiel. Nach der späten Führung von Hansa und dem spätem Tor von Bernd bin ich glücklich mit dem Ergebnis und zufrieden, was die Leistung angeht. Wir haben viele Sachen gut umgesetzt, die wir vor dem Spiel besprochen haben. Das erste Gegentor war eins wie am Reißbrett, vor solchen Situationen hatten wir gewarnt, aber Hansa spielt es gut, sodass wir es nicht verteidigen konnten. Den Punkt nehmen wir insgesamt gerne mit.

Daniel Brinkmann (Trainer von Hansa Rostock): Ich bin ein bisschen enttäuschter. Wir haben zweimal eine Führung aus der Hand gegeben. Es ist eigentlich alles so passiert, wie wir es uns gedacht hatten. Es war klar, dass wir viel den Ball haben werden und einen tiefen Block bespielen müssen, das schaffen wir beim ersten Tor. Maxi Krauß hat es auf Linksaußen gut gemacht und hatte noch zwei weitere Chancen. Ein 2:0 in so einem Spiel - da wäre es schwer geworden für Osnabrück. Er trifft aber nur den Pfosten. Die zweite Halbzeit war ausgeglichener aber ohne viele Torchancen in beiden Richtungen. Dann gehen wir in Führung und am Ende haben beide alles reingehauen. Es war sehr umkämpft, auch das haben wir erwartet. Osnabrück ist über Umschaltaktionen gefährlich, aber das haben wir gut verteidigt, genauso wie Standards. Wir haben eigentlich nicht ganz viel falsch gemacht, aber du musst so ein Spiel, wo du zweimal führst, gewinnen. Aber wir wollen nicht nur das Negative sehen, sondern auch das Positive: Ohne Naderi hat Emil Holten in zwei Spielen zwei Tore gemacht, auch Andreas Voglsammer hatte heute zwei Scorer. Alles in allem möchte ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir müssen aber aus Fehlern lernen und brauchen eine kleine Serie, um bald ein paar Mannschaften zu überholen. Es ist immer so eine Sache, euch alles gute zu wünschen, das wäre nicht so ehrlich. Aber: kommt gut nach Hause.

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