Rostock  2:2 in Rostock - VfL Osnabrück kämpft sich zweimal nach Rückstand zurück

Susanne Fetter, Malte Artmeier
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Von Susanne Fetter, Malte Artmeier
| 14.02.2026 16:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Intensives Duell: VfL-Profi Robin Meißner (rechts) gegen Rostocks Ahmet Gürleyen. Foto: IMAGO/Andy Buenning
Intensives Duell: VfL-Profi Robin Meißner (rechts) gegen Rostocks Ahmet Gürleyen. Foto: IMAGO/Andy Buenning
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Der VfL Osnabrück hat sich mit einer couragierten Leistung trotz eines zweimaligen Rückstandes bei Hansa Rostock einen wichtigen Punktgewinn erarbeitet. Beim 2:2 in der 3. Fußball-Liga erzielte Bernd Riesselmann kurz vor Schluss sein erstes Drittliga-Tor.

Am Ende warf Timo Schultz noch einmal alles nach vorne. Der Trainer des VfL Osnabrück wechselte bei Hansa Rostock mit Bernd Riesselmann und Winterneuzugang Julian Kania noch einmal die geballte Offensivpower ein. Es zahlte sich aus. Nach einer Vorlage des erneut starken Robin Meißner ließ Riesselmann die knapp 800 mitgereisten Osnabrücker Fans in der 87. Minute im eiskalten Ostseestadion noch einmal jubeln. Es war das erste Drittliga-Tor des jungen Stürmers, das dem VfL beim 2:2 in Rostock einen weiteren wichtigen Punkt bei einem ernsthaften Konkurrenten im Aufstiegsrennen in der 3. Fußball-Liga bescherte und diesen auf Distanz hält.

Zehn Punkte hatte der VfL in den ersten vier Spielen des Jahre 2026 geholt. Auswärts stand für die Osnabrücker ein 3:0-Sieg in Aachen sowie ein 1:0-Erfolg in Saarbrücken zu Buche. Daran wollte die Mannschaft anknüpfen. Im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen den TSV Havelse in der vergangenen Woche änderte Schultz diese nur auf einer Position: Kai Pröger bekam an alter Wirkungsstätte eine Chance von Beginn an.

Der 33-Jährige stand erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf und kam zu seinem 16. Einsatz für den VfL in der 3. Liga. Überwiegend absolvierte er diese auf der rechten Außenbahn. Diesmal allerdings brachte ihn Schultz in der Offensive neben Lars Kehl und hinter Robin Meißner. Verzichten musste der Trainer des VfL dagegen weiter auf den angeschlagenen Bjarke Jacobsen, den erneut Fridolin Wagner als Abräumer vor der Abwehr ersetzte. Luc Ihorst, gegen Havelse in der Startelf, blieb mit einer Erkältung daheim.

Schon nach knapp zwei Minuten hatte Pröger seine erste auffällige Aktion, als er im Mittelfeld einen Freistoß zog. Für den den foulenden Florian Carstens gab es zudem Gelb. Dennoch dauerte es etwas, bis der VfL Fahrt aufnahm. Nach einer Viertelstunde kam Meißner im Strafraum nach einem schönen Pass von Wagner zum Abschluss, der allerdings in den Armen von Hansa-Torwart Benjamin Uphoff landete.

Defensiv standen beide Mannschaften in den ersten Minuten stabil. Wenig überraschend, trafen im Ostseestadion schließlich die beiden abwehrstärksten Teams der Liga aufeinander. Der VfL kassierte bis zu diesem Spiel erst 22 Gegentreffer, Hansa 25.

Nach 18. Minuten allerdings überwanden die Gastgeber mit dem ersten guten Angriff die Osnabrücker Defensive, die dabei ungewohnte Lücken aufwies. Auf der rechten Seite attackierte Tony Lesueur Vogelsammer nicht intensiv genug, so dass dieser Zeit und Platz hatte, Emil Holten den Ball in der Mitte perfekt vorzulegen. Der Hansa-Stürmer konnte relativ unbedrängt von der Osnabrücker Innenverteidigung das 1:0 erzielen (18.).

Nur drei Minuten später setzte sich Maximilian Krauß auf der linken Seite durch, zog nach Innen und erhöhte beinahe um einen weiteren Treffer. Seinen Schuss lenkte VfL-Torhüter Lukas Jonsson mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Der VfL versuchte, sich zu schütteln und neu zu sortieren. Es dauerte ein paar Minuten, dann übernahmen die Osnabrücker wieder die Spielkontrolle.

Hansa blieb vor allem über Konter gefährlich. In der 37. Minute bracht auf der linken Seite erneut Krauß durch und zog in die Mitte. Jonsson war allerdings zur Stelle und parierte den Schuss des Rostockers. Kurz darauf wurde der VfL für seine Geduld und Konsequenz im Aufbauspiel belohnt. Der aufgerückte Abwehrchef Jannik Müller setzte sich im Mittelfeld stark durch, sein Pass auf Lars Kehl kam gut an. Der Offensivmann fand Meißner im Strafraum und der Stürmer des VfL erzielte mit links sein achtes Saisontor - es war sein siebter Auswärtstreffer in dieser Saison und der dritte im fünften Rückrundenspiel.

Bei eiskalten Temperaturen kam der VfL etwas besser aus der Pause. Nach einem Pass von Frederik Christensen kam Meißner von der Strafraumgrenze zum Abschluss. Der dänische Außenbahnspieler war wie Robin Fabinski bereits zur Pause eingewechselt worden. Theo Janotta sowie Lesueur blieben in der Kabine. Für ihn ungewöhnlich früh zog Schultz seine ersten Wechseloptionen. Schultz reagierte damit auf die schnellen Außenbahnspielern der Gastgeber, die in der ersten Halbzeit Osnabrück immer wieder in Bedrängnis gebracht hatten.

Hansa wurde erstmals durch einen Standard gefährlich. Kenan Faktic zog aus 25 Metern ab und knallte den Ball ans Lattenkreuz. Ein Warnschuss für die Osnabrücker, die aber weiter zielstrebig blieben. Einen Pass von Christensen konnte Meißner nicht verwerten. Kurz darauf kam der Stürmer im Strafraum erneut an den Ball, aber nicht zum Abschluss.

Wie schon zu Beginn der Partie hatte der VfL die Kontrolle, doch Hansa ging in Führung. Der eingewechselte Adrien Lebeau wurde im Zentrum nicht aufgehalten und steckte den Ball in den Strafraum zu Andreas Vogelsammer durch, der Hansa wieder mit 2:1 in Führung brachte.

Der VfL warf noch einmal alles nach vorne. Innenverteidiger Niklas Wiemann drosch den Ball zu weit über das Tor, danach wechselte Schultz mit Julian Kania und Bernd Riesselmann noch einmal zwei Stürmer ein. Zuvor hatte Ismail Badjie bereits Pröger ersetzt.

Die geballte Offensivpower war erfolgreich. Nach einem Einwurf auf der rechten Seite kam der Ball zu Meißner, der Riesselmann den Ball zum Ausgleich vorlegte. Es war der sechste Assist Meißners und das erste Drittliga-Tor des jungen Stürmers - der verdiente Ausgleich für einen gut kämpfenden VfL, der zweimal einen Rückstand egalisierte.

Der VfL hatte sogar noch einen weiteren guten Konter, doch Kanias Abspiel auf Riesselmann kam etwas zu spät. Auch ein Freistoß der Rostocker sorgte nicht mehr für Gefahr. Es blieb beim 2:2. Der VfL rutschte durch das Unentschieden in der Tabelle um einen Platz nach hinten - überholt vom SC Verl, der mit 3:1 gegen Hoffenheim II gewann. Ein Beleg, wie eng es an der Spitze der 3. Liga zugeht, wo die Ostwestfalen und Cottbus (das morgen erst spielt) mit nur einem Zähler vor dem VfL an der Spitze rangieren.

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