Osnabrück Pötter zu Schulausfällen in Osnabrück: Nicht jeder wäre nötig gewesen – Grüne fordern Strategie
Nach den vielen Schulausfällen im Januar und Februar 2026 in Osnabrück fordern die Grünen eine bessere Strategie der Stadt bei Glatteis und Schnee. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hat eingeräumt, dass nicht jeder Ausfall „zwingend notwendig“ gewesen wäre. Was sich nun ändern soll.
Fünfmal ist in Osnabrück in diesem Jahr schon wegen Schnee und Eis die Schule ausgefallen. In einem Schreiben an einen Vater räumt Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) nun ein: „Wir sind uns einig, dass nicht jeder Schulausfall der vergangenen Wochen im Nachhinein betrachtet zwingend notwendig war.“
Wetterprognosen seien oft ungenau, „und was am Vorabend nach ‚Chaos‘ aussieht, entpuppt sich am Morgen oft als beherrschbare Winterlage“, so Pötter. „Es kann allerdings auch genau andersherum sein.“
Die Stadt habe jedoch aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen gelernt und werde künftig erst in den frühen Morgenstunden die Entscheidung fällen, ob die Schule ausfällt oder nicht. „Glätte und Schnee im Januar gehören zum allgemeinen Lebensrisiko, dem wir mit angemessener Vorsicht, aber nicht mit vorsorglichem Stillstand begegnen wollen“, so Pötter.
Pötter hat dieses Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, auch den Ratsfraktionen weitergeleitet. Die Grünen im Rat sehen darin „nach anhaltender Kritik insbesondere von Eltern einen notwendigen Schritt“ und nehmen es zum Anlass, konkrete Forderungen zu stellen, wie die Stadt künftig besser mit solchen Situationen umgehen soll.
„Wir werden das Schulausfall-Management im März im Schulausschuss ansprechen“, wird Loreto Bieritz, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Ratsfraktion, in einer Pressemitteilung zitiert. „Die Einsicht der Oberbürgermeisterin, dass im Januar nicht alles optimal gelaufen ist, ist ein erster Schritt zur Besserung. Jeder Schultag ohne Unterricht ist einer zu viel.“
Fünf Vorschläge haben die Osnabrücker Grünen für den nächsten Wintereinbruch in der Stadt. Darüber dürfte es in den Ratsausschüssen Diskussionen geben:
Die Forderung der Grünen nach Distanzunterricht richtet sich aus gutem Grund an die Schulleitungen. Denn die Stadt darf nur für die Berufsbildenden Schulen Distanzunterricht anordnen, bei den allgemeinbildenden Schulen darf sie nicht, wie Stadtsprecher Simon Vonstein auf noz-Anfrage erläutert.
Dahinter steckt ein bürokratischer Akt des Landes Niedersachsen: Es gibt einen Erlass des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung. Berufsbildende Schulen könnten demnach die Landkreise oder kreisfreien Städte zur Anordnung von Distanzunterricht ermächtigen, so Vonstein. „Alle Leitungen waren sich einig, der Stadt die Ermächtigung zu erteilen.“ Und die hat davon bei den jüngsten Schulausfällen auch jedes Mal Gebrauch gemacht. An den Osnabrücker Berufsschulen fand daher Distanzunterricht statt.
Doch bei den allgemeinbildenden Schulen, also Oberschulen, Gesamtschulen, Gymnasien, „sieht der Erlass keine Möglichkeit zur Anordnung durch die Stadt vor“, so Vonstein. Es sei aber auch noch keine allgemeinbildende Schule mit dem Wunsch an die Stadt herangetreten, dass die Stadt so eine „Anordnungsermächtigung“ erhalte.
Es bleibt also in Osnabrück den Schulen überlassen. „Viele Schulen haben hier eigene Lösungen und ermöglichen Schülerinnen und Schülern das Lernen über iServ“, so Vonstein.