Osnabrück TV-Star Angelika Thomas kehrt für „Frau Yamamoto ist noch da“ nach Osnabrück zurück
Die Schauspielerin Angelika Thomas war und ist dauerpräsent in prominenten TV-Serien und spielt nun am Osnabrücker Theater die Hauptrolle in Dea Lohers „Frau Yamamoto ist noch da“. Doch wer weiß auch, dass sie auf 50 Jahre spannende Theatergeschichte zurückblickt?
Eine modern gekleidete, schlanke Frau setzt sich an den Kaffeetisch. Lebendige graue Augen, ein beneidenswert junges Gesicht unter dem flotten, grauen Kurzhaarschnitt: die Schauspielerin Angelika Thomas. Verschmitzt erzählt sie, dass sie am Mittwoch, 11. Februar, fern der Hamburger Heimat, in Osnabrück ihren 80. Geburtstag feiert. 80 Jahre? Kaum zu glauben, wenn sie vor einem sitzt.
Kennt man sie? Aber ja, aus so unterschiedlichen wie bekannten TV-Serien wie „Bettys Diagnose“, „In aller Freundschaft“, „Großstadtrevier“, „Die Kanzlei“, „Notruf Hafenkante“, „Küstenwache“, „Mord oder Watt“, „Die jungen Ärzte“, „Tatort“ und viele, viele mehr. Über 80 Einträge verzeichnet allein ihre Filmografie von 1969 bis 2023 für TV und Kino. Aber auch an Literaturstoffen hat sie mitgewirkt, etwa in Heinrich Breloers Dreiteiler „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ von 2001. Gefragt nach einer ihrer liebsten Filmproduktionen nennt sie die Ehe-Komödie „Und wer nimmt den Hund“ von 2019 mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur, in der Thomas als Trennungstherapeutin auftritt.
Was bringt eine so bekannte Schauspielerin nach Osnabrück? Ihr geliebtes Genre Theater. Sie spielt die Titelrolle im jüngstem Drama „Frau Yamamoto ist noch da“ von Dea Loher, einer der wichtigsten Gegenwartsdramatikerinnen. Premiere ist am Freitag, 13. Februar, im Theater am Domhof.
Es ist nicht ihr erster Auftritt in Osnabrück. Freudestrahlend erzählt Angelika Thomas, wie sie nun die Stadt wiederentdeckt: 1968 und 1969 hat sie hier ihre Anfängerjahre als Schauspielerin erlebt und in Stücken wie das Lustspiel „Das Glas Wasser“ von Eugène Scribe mitgespielt. Intendant war damals Jürgen Brock. Danach zog es sie nach Bremen, in die wilden Regietheateranfänge um Intendant Kurt Hübner. Sie hat also hautnah die spannendsten Jahre des deutschen Theaters nach dem Zweiten Weltkrieg miterlebt.
Denn Stationen an so gewichtigen Bühnen wie das Schauspiel Köln, Berliner Schillertheater, Freie Volksbühne, Schaubühne und das Schauspielhaus Hamburg folgten. Und Rollen unter Regiegrößen wie Luc Bondy, Niels Peter Rudolph oder Christof Nel.
Bis sie ab 1987 als Ensemblemitglied am Hamburger Thalia Theater auch Regisseure wie Robert Wilson oder Andreas Kriegenburg erlebte. Der 2003 Dea Lohers „Unschuld“ am Thalia inszenierte - mit Angelika Thomas als Ella. Auch in Kriegenburgs Uraufführung von Lohers „Das letzte Feuer“ 2008 am Deutschen Theater Berlin spielte Angelika Thomas mit.
In Osnabrück genießt die Schauspielerin die Theaterarbeit. Sie weiß die Probenzeit zu schätzen, um die zu spielende Figur zu suchen und in sich zu finden, im Team ein Konzept zu entwickeln, auch mal Fehler zu machen. All das, was es eben bei der schnelleren Dreharbeit nicht gibt.
„Ihre“ Frau Yamamoto beschreibt sie als alte Frau, die alles schon erlebt und sich doch das Interesse am Leben bewahrt hat. Die einfach da ist und die Menschen beobachtet, wie sie sind. Ab Freitag wird man unter der Regie von Alina Fluck sehen, welche Beobachtungen Dea Loher mit Hilfe Frau Yamamotos und ihrer Hausgemeinschaft über unsere merkwürdige Gegenwart anstellt.