Osnabrück  Hannoversche Straße in Osnabrück nach zwei Jahren Bauzeit bald fertig

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 13.02.2026 10:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Hannoversche Straße in Osnabrück (links und rechts die Narupstraße): sanierte Fahrbahn für den motorisierten Verkehr, breite Radfahrstreifen für den Radverkehr. Eine Besonderheit: Radfahrer können an der Kreuzung an allen Seiten ohne Ampel rechts abbiegen. Foto: André Havergo
Die Hannoversche Straße in Osnabrück (links und rechts die Narupstraße): sanierte Fahrbahn für den motorisierten Verkehr, breite Radfahrstreifen für den Radverkehr. Eine Besonderheit: Radfahrer können an der Kreuzung an allen Seiten ohne Ampel rechts abbiegen. Foto: André Havergo
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Seit mehr als zwei Jahren wird an der Hannoverschen Straße in Osnabrück gearbeitet. Das Ende ist absehbar. Was alles passiert ist und warum das so lange dauerte: der Überblick.

Vor zwei Jahren begannen die Bauarbeiten an der Hannoverschen Straße in Osnabrück, bald sollen sie abgeschlossen sein. Was ist alles passiert, und warum dauert das jetzt schon zwei Jahre? Die Antworten.

Warum überhaupt das Ganze? „Aufgrund des schlechten Gesamtzustandes der Hannoverschen Straße war eine Deckensanierung erforderlich“, erklärt Stadtsprecher Simon Vonstein auf Anfrage. Die Stadt nutzte die Gelegenheit für „diverse Verbesserungen“.

Radfahrer: Radfahrern standen vor der Umgestaltung relativ schmale Radfahrstreifen zur Verfügung, die direkt an Parkstreifen entlangführten – es drohte die Gefahr sogenannter Dooring-Unfälle. Das sind Unfälle, bei denen Radfahrer in unachtsam geöffnete Autotüren krachen.

In drei Bauabschnitten wandelte die Stadt die Parkstreifen zwischen Schweerstraße und Am Huxmühlenbach zu mindestens zwei Meter breiten Radfahrstreifen um – mit einem 75 Zentimeter breiten Sicherheitstrennstreifen zum fahrenden motorisierten Verkehr.

Wenn sämtliche Asphaltarbeiten abgeschlossen sind, werden die neuen Radfahrstreifen noch „durch bauliche Protektionselemente“ vom fließenden Verkehr getrennt. „Ziel ist es, die Verkehrssicherheit für Radfahrende nachhaltig zu erhöhen und gleichzeitig eine klare und verständliche Verkehrsführung für alle Verkehrsteilnehmenden zu schaffen“, erklärt Vonstein.

Bekannt sind solche „Protektionselemente“ vom Radschnellweg an der Schlachthofstraße – dort in Form von Betonelementen. Sie erschweren Auto- und Lkw-Fahrern zudem das unerlaubte Halten und Parken auf Radfahrstreifen und -wegen.

Die weggefallenen Parkstreifen hatte die Stadt zuvor ohnehin teilweise für Lkw gesperrt, da diese zu breit für sie waren.

Das Rechtsabbiegen wurde für Radfahrer an der Kreuzung Narupstraße ohne Ampel ermöglicht.

Busse: Vor der Umgestaltung mussten die Busfahrer über die Radfahrstreifen zu den Bushaltestellen fahren und sich anschließend wieder in den Verkehr einfädeln, was die Abfahrt der Stadt zufolge zuweilen verzögerte.

„Durch barrierefreie Kaphaltestellen fällt das Einfädeln weg. Dasselbe gilt für die Kollisionsgefahr mit Radfahrenden, die nun hinter dem Ein- und Ausstiegsbereich der Busse geführt werden“, erläutert Vonstein.

Sicherheit und Mikroklima: Der rechte Fahrstreifen wurde von drei auf 3,25 Meter verbreitert, „was auf einer Straße mit viel Schwerlastverkehr ebenfalls die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht“, so der Stadtsprecher weiter.

Zwischen den Fahrstreifen befanden sich über weite Teile der Straße mittig gepflasterte Bereiche. Sie sollten das Abbiegen erleichtern. „Einige dieser Flächen stellten sich jedoch als Unfallschwerpunkte heraus“, sagt Vonstein. Daher ließ die Stadt einige auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern entsiegeln und begrünen.

Für Autofahrer änderte sich ansonsten nicht viel. Ihre vier Spuren blieben erhalten.

Der Zeitplan: „Voraussichtlich in diesem Frühjahr“ werde der dritte Bauabschnitt abgeschlossen, so Vonstein.

Im Dezember hatte es geheißen, der dritte und letzte Bauabschnitt könne im Februar abgeschlossen werden, sofern das Wetter mitspiele.

Und es gibt noch einen vierten Bauabschnitt, bei dem es primär um Markierungsarbeiten und die Erneuerung der Ampeln im Abschnitt Am Huxmühlenbach bis zur A33 geht. Das ist für das zweite Quartal geplant.

Warum dauerte das so lange? Am 4. Februar 2024 hatten Stadt und Stadtwerke die Baustelle an der Straße eingerichtet. Die „Vielzahl an umgesetzten Maßnahmen“ erkläre die Dauer der Baustelle, erläutert Vonstein. Immerhin seien keinerlei Vollsperrungen nötig gewesen, einspurig wurde der Verkehr an der Baustelle vorbeigeführt.

Das wiederum wirkte sich auf die Dauer aus: Unter einer Vollsperrung lasse es sich schneller arbeiten als unter einer Teilsperrung.

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