Osnabrück Mehr Grün in der Wüste: Lange Straße in Osnabrück bekommt zwölf neue Bäume
Asphalt, wohin das Auge blickt: So sieht es in der Langen Straße in Osnabrück aus. Künftig sollen Bäume das Mikroklima verbessern.
Beton, Asphalt, Blech: Ein Teil der Langen Straße in der Osnabrücker Wüste braucht eine Schönheitskur – und die soll sie im kommenden Jahr bekommen.
Aktuell gibt es an der Quartiersstraße auf 230 Metern Länge zwischen Rehmstraße und Schnatgang lediglich die Fahrbahn, beidseitige Parkstreifen und Gehwege – und einen einzigen Straßenbaum, der an heißen Tagen etwas Schatten spendet.
Da die Fahrbahn noch in „gutem Zustand“ ist, will die Stadt lediglich die Parkstreifen anfassen. Einige Parkplätze werden durch Bäume und Fahrradbügel ersetzt. Die dem Plan zufolge zwölf neuen Bäume mit einer „insektenfreundlichen Bodenbepflanzung“ sollen das Mikroklima verbessern, teilt die Verwaltung dem Stadtentwicklungsausschuss am 19. Februar mit.
Allerdings ist der Parkdruck in der Straße hoch. Um diesen nicht weiter zu verschärfen, sollen Autofahrer künftig auf der Straße neben den Bäumen parken dürfen. Dadurch würde sich die Zahl der Parkmöglichkeiten nicht verringern, argumentiert die Verwaltung.
Aktuell ist das Parken auf der Fahrbahn nicht erlaubt, da die Parkstreifen bis auf die Grundstückszufahrten durchgängig sind und demnach nur unerlaubt in zweiter Reihe geparkt werden könnte.
Parkende Autos auf der Straße würden überdies Raser ausbremsen. Zwar sind nur wenige Autos im besagten Abschnitt unterwegs – 75 pro Stunde in Spitzenzeiten –, doch 40 Prozent der Autofahrer fahren in der Tempo-30-Zone zu schnell.
Der sogenannte gemessene v85-Wert – kein Durchschnittswert – liegt dort bei 39 km/h. Bedeutet: 85 Prozent der Autofahrer fahren 39 km/h oder langsamer, 15 Prozent aber auch noch schneller.
Ein v85-Wert von 39 km/h ist deutlich zu hoch und gilt verkehrsplanerisch als problematisch. In einer Tempo-30-Zone sollte er bei 30 bis 33 km/h liegen, maximal 35 km/h. 39 km/h weisen auf einen klaren Handlungsbedarf hin.
Was die Umgestaltung kostet, ist der Verwaltung zufolge erst spruchreif, wenn die Vorplanung fertig ist. Grundsätzlich bewilligt sind Fördermittel: 90 Prozent kommen aus dem Förderprogramm des Bundes „Natürlicher Klimaschutz“.
Die Öffentlichkeitsbeteiligung auf Basis des einzigen Entwurfs ist am Ende des ersten Quartals dieses Jahres geplant, danach entscheidet die Politik. Der Baubeginn ist für die erste Jahreshälfte 2027 avisiert.
Insgesamt fördert der Bund sieben Projekte in Osnabrück mit rund 664.000 Euro, hatte die Stadt im August vergangenen Jahres mitgeteilt. Etwa 74.000 Euro steuert die Stadt bei.
Abseits dieser Förderprojekte sind auch neue Bäume für die Straßen Eiben- und Eschenweg in der Dodesheide geplant. Teilabschnitte sollen in diesem Jahr aufgrund des schlechten Straßenzustandes saniert werden, teilt die Verwaltung dem Stadtentwicklungsausschuss mit. Im Eibenweg sollen in diesem Zuge sechs Pflanzbeete mit Bäumen entstehen, im Eschenweg drei.