Gesellschaft Vorm Opernball: Sharon Stone besucht den „Schaumrollenkönig“
Mit dem Erotikthriller „Basic Instinct“ gelang Sharon Stone der Durchbruch. Jetzt besucht sie den Wiener Opernball. Ihr Gastgeber will den Gesellschaftslöwen Richard „Mörtel“ Lugner beerben.
US-Star Sharon Stone ist zwei Tage vor ihrem Auftritt beim Wiener Opernball in die rosarote Firmen-Welt ihres Gastgebers eingetaucht. Der 63-jährige Karl Guschlbauer, der sich selbst „Schaumrollenkönig“ nennt, hatte Stone in sein Süßwarenunternehmen in die österreichische Provinz nach St. Willibald gebeten. Die 67 Jahre alte Schauspielerin, die mit dem Erotikthriller „Basic Instinct“ international bekannt wurde, passe wunderbar zu seinen Produkten, fand Guschlbauer. „Sie ist eine süße Verführung“, sagte er.
Eine sichtlich gut aufgelegte Stone bekannte sich allerdings nur in Maßen zu Süßem. Täglich ein wenig dunkle Schokolade, ja, aber das sei es auch schon. Mit Blick auf den Opernball verriet sie, dass sie ein Kleid tragen werde, das einst Star-Designer Valentino für sie kreiert habe.
Auf Fragen von Journalisten bekannte sich die auch gesellschaftspolitisch engagierte Schauspielerin zu Auswanderungs-Gedanken aus den USA. Es sei eine komplizierte Zeit, meinte sie zur aktuellen Lage. „Ich suche jedenfalls nach einem Ort außerhalb“, sagte sie und nannte etwa Frankreich.
Unternehmer will der neue Lugner werden
Der Unternehmer Guschlbauer hat Stone zum Opernball an diesem Donnerstag eingeladen. Der gemeinsame Auftritt soll der Auftakt für seine Rolle als selbst ernannter Nachfolger des Gesellschaftslöwen Richard „Mörtel“ Lugner sein. „Ich bin der neue Lugner, aber anders“, sagte der Unternehmer der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Pressekonferenz. Was er anders machen wolle, verriet er nicht.
Der 2024 gestorbene Lugner beherrschte mit Begleiterinnen wie Jane Fonda und Kim Kardashian jahrzehntelang die Schlagzeilen beim Opernball - und machte damit auch Werbung für sein Einkaufszentrum.
Guschlbauer hat sein Unternehmen mit dem pinken Firmen-Emblem vor 40 Jahren auf der grünen Wiese in der österreichischen Provinz gegründet. Als gelernter Konditor wollte er sich nach eigenen Worten nicht damit begnügen, die Konditorei seines Vaters zu übernehmen.
Star zum „Freundschaftspreis“ angereist
Stone kommt zum „Freundschaftspreis“, sagt der 63-Jährige. Stone meinte, sie hege eine große Sympathie für Familien-Unternehmen. Der Auftritt des US-Stars soll laut Guschlbauer dem Unternehmen bei seiner geplanten Schaumrollen-Expansion in die USA helfen. Zwar treffe er Stone jetzt zum ersten Mal, aber filmisch sei er mit ihr bestens. „Ich habe „Basic Instinct“ mehrfach gesehen.“ Ein Freund in Hollywood habe die richtigen Drähte gelegt, um den US-Star kontaktieren zu können, so der Unternehmer.
Stone ist schon seit Sonntag in Wien. Von der Metropole sind es fast drei Stunden in das kleine St. Willibald unweit der deutschen Grenze. Sie reiste in einer Limousine mit Bodyguards an.
Fans bezahlten für Begegnung mit dem Star
Mehr als 100 Fans hatten bis zu 99 Euro für einen VIP-Empfang bezahlt. Im Preis enthalten war nicht nur eine Begegnung mit dem US-Star. Sie durften auch eine neue Schaumrollen-Kreation des österreichischen Star-Kochs Johann Lafer probieren.
Stone, die als 15-Jährige die Schauspielerei für sich entdeckte, hat in ihrer Karriere Höhen, aber auch einige Tiefen erlebt. Für ihre Rolle im Drama „Casino“ erhielt sie den Globen Globe und eine Oscar-Nominierung. Es folgten heftig kritisierte Auftritte mit dem zweifelhaften Preis einer „Goldenen Himbeere“ wegen schlechter Leistung. Auch Filme, die aus Sicht der Kritiker nur mäßig seien, gehörten zum Schauspieler-Leben, sagte Stone selbstbewusst. Einer ihrer besten Streifen sei zum Beispiel „Bobby“ von 2006 über die Ermordung Robert F. Kennedys vor dessen möglicher Präsidentschaft.
Der Opernball mit seinen 5.000 Gästen gilt in Österreich als wichtigstes gesellschaftliches Event. Als weiterer Star wird die US-Schauspielerin Fran Drescher („Die Nanny“) erwartet. Sie ist Gast der Lugner-Tochter Jaqueline.