Osnabrück  Thiounes Debüt misslingt, Köhler wechselt nach Zürich – und wehrt sich gegen Fan-Hass

Jacob Alschner
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Von Jacob Alschner
| 09.02.2026 20:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Daniel Thioune als Trainer von Werder Bremen: Der Einstand beim SC Freiburg misslang. Foto: IMAGO/Nordphoto
Daniel Thioune als Trainer von Werder Bremen: Der Einstand beim SC Freiburg misslang. Foto: IMAGO/Nordphoto
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Siege und Niederlagen, Höhen und Tiefen: Ein bewegtes Fußball-Wochenende liegt hinter einigen Ex-Akteuren des VfL Osnabrück – auf und neben dem Platz.

Es war wohl die (!) Personalie rund um den Osnabrücker Fußball in der vergangenen Woche: Ex-VfL-Coach Daniel Thioune wurde Trainer von Werder Bremen und erfüllte sich so seinen Traum von einem Job in der Bundesliga. Dort stand Thioune am Samstag beim SC Freiburg nun erstmalig an der Seitenlinie – und verlor. Laufwerte, Passwerte, Expected Goals: Beinahe alles sprach statistisch für Thiounes Mannschaft, in der Außenbahnspieler Felix Agu (eingewechselt) sein Comeback nach Verletzung gab, doch es half nichts. 0:1 hieß es am Ende aus Bremer Sicht, obwohl Freiburg durch eine rote Karte etwa 40 Minuten lang in Unterzahl spielte.

„Die Kreativität hat uns gefehlt“, machte Thioune als Gründe für die Niederlage aus. Werder rutschte dadurch auf den Relegationsplatz ab. Aber, so Thioune: „Das ist das Letzte, was ich sehen will, dass es hängende Köpfe sind. Wer nach unten schaut, kann nicht sehen, was vor einem liegt.“ Was nun vor Thioune und seinem Team liegt, ist der FC Bayern München. Doch selbst gegen den Tabellenführer gilt für den gebürtigen Osnabrücker: „Unser Ziel für das Spiel muss sein, so zu agieren, dass es kein Selbstläufer für die Bayern wird. Die Hürde ist natürlich sehr groß, aber es ist Fußball, da ist alles möglich.“

Stimmt, denkt man sich beim Blick auf den MSV Duisburg. Dorthin wechselte vor wenigen Wochen Stürmer Lex-Tyger Lobinger, der in der Rückrunde 2024 noch beim VfL und zuletzt bei Viktoria Köln gekickt hatte. In Osnabrück fiel Lobinger seinerzeit nicht durch Torgefahr auf (14 Spiele, kein Tor). Das allerdings änderte sich erst schrittweise in Köln und nun vollends in Duisburg. Vier Spiele, vier Treffer stehen für Lobinger seit der Winterpause zu Buche, zwei davon erzielte er allein beim Duisburger 4:2-Sieg am Sonntag gegen den SC Verl, einen weiteren Aufstiegskonkurrenten des VfL Osnabrück. Lobinger traf in der 2. und in der 45.+3 Minute.

Ebenfalls am Sonntag, aber einige hundert Kilometer weiter südlich, absolvierte Mittelfeldspieler Sven Köhler seinen Medizincheck in Zürich. Der mittlerweile 29-Jährige wechselt von Eintracht Braunschweig zum Schweizer Rekordmeister und -cupsieger Grasshoppers Club Zürich, der aktuell jedoch im dritten Jahr in Folge gegen den Abstieg kämpft. Für Köhler ist es nach Odense BK in Dänemark die zweite Station im Ausland.

In Braunschweig aber hinterlässt er nicht zuletzt das Kapitänsamt, was ihm rund um die Eintracht mitunter den Hass einiger Fans einbrachte. Köhler reagierte am Montag, nach Bekanntwerden des Wechsels, per Social Media. Aus seiner „Sicht wäre es arrogant gewesen, ein solches Angebot von einem solchen Verein in meinem Alter nicht einmal anzuhören“, schrieb Köhler. „Bis 2019 habe ich noch eine „Nine-to-Five“-Büro-Ausbildung gemacht und in der Oberliga bzw. Regionalliga gespielt. Daher haben Planungssicherheit und Perspektive für mich einen hohen Wert.“

Er sei „unter anderem als ‚Verräter‘ tituliert“ worden, so Köhler weiter. Er habe aber „mit Blick auf die Verjüngungs-Entwicklung im Fußball meine Schlüsse ziehen und nach der Auslotung von Parametern eine Entscheidung treffen“ müssen. Daher der Wechsel. Köhler schloss mit den Worten: „Man begegnet Hass nicht mit Hass. Deshalb wünsche ich allen Fans – besonders auch denen, die sich unter die Gürtellinie geäußert haben – alles Gute und vor allem inneren Frieden.“

Ein weiterer Ex-Osnabrücker schrieb am vergangenen Wochenende sportlich nach langer Zeit mal wieder positive Schlagzeilen. Offensivkünstler Niklas Schmidt, von 2019 bis 2021 leihweise beim VfL Osnabrück, ist aktuell an den SV Darmstadt 98 ausgeliehen. Für die „Lilien“ sammelte er im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern den ersten Scorerpunkt, legte das Tor zum 4:0-Endstand auf. Das vorläufige Ende einer Leidenszeit? 2023 war Niklas Schmidt zum FC Toulouse in die erste französische Liga gewechselt und dort auch ordentlich gestartet. Nach einem Kreuzbandriss im Januar 2025, der ihn beinahe ein Jahr außer Gefecht setzte, war Schmidt in Toulouse zuletzt außen vor. Daher die Leihe zum SVD, mit dem Schmidt um den Aufstieg in die Bundesliga kämpft.

Gleiches dürfte aber noch zwei weitere Ex-Osnabrücker im Sinn haben. Sebastian Klaas, Steffen Tigges und der SC Paderborn sind Darmstadt (Tabellenführer) nach einem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg auf den Fersen, liegen auf Platz drei der Tabelle. Im Spiel am vergangenen Samstag brachte Klaas den SCP mit seinem Elfmeter-Tor zum 1:0 auf die Siegerstraße.

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