Osnabrück  VfL Osnabrück: Das zwölfte Mal „zu Null“ und bei Meißner platzt endlich der Heim-Knoten

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 08.02.2026 13:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Zwei Tore, eine Freude: Kevin Wiethaup feiert mit Robin Meißner beim Sieg gegen den TSV Havelse. Foto: Helmut Kemme
Zwei Tore, eine Freude: Kevin Wiethaup feiert mit Robin Meißner beim Sieg gegen den TSV Havelse. Foto: Helmut Kemme
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Mit 2:0 hat der VfL Osnabrück gegen den TSV Havelse gewonnen. Mann des Spiels war Robin Meißner. Der Stürmer hat sein erstes Heimtor in der 3. Liga für die Lila-Weißen erzielt und dazu eine Vorlage gegeben. Die Einzelkritik zum Spiel:

# 11 Robin Meißner: Der Stürmer ist seit Wochen in herausragender Form. Auch wenn sich sein Wert nicht immer nur an Toren bemessen lässt, war die Freude bei ihm und allen anderen groß, dass der Knoten an der Bremer Brücke geplatzt ist und er erstmals auch zu Hause traf. War Dreh- und Angelpunkt der Offensive, spielte teils hinter Luc Ihorst, teils daneben und oft als alleinige Spitze. Auch defensiv am Start unterband er etwa einen Havelser Konter in der 42. Minute. Als der VfL vor der Pause seine erste richtige Druckphase hatte, lief es oft über ihn. Agierte wie immer mit viel Einsatz und Übersicht - wie vor dem Tor von Patrick Kammerbauer als er den Ball perfekt auf den in den Strafraum einlaufenden Außenbahnspieler vorlegte. Mobilisierte am Ende noch einmal die letzten Kräfte und belohnte sich mit seinem siebten Saisontore, dem ersten vor heimischer Kulisse.

# 26 Fridolin Wagner: Wurde nach dem Ausfall von Bjarke Jacobsen als Anker vor der Dreierkette gebraucht und erfüllte diese Rolle mit Bravour. War aufmerksam und räumte defensiv vieles ab. Insbesondere in den Bodenzweikämpfen stark, eroberte per Liegend-Grätsche mit Drehung einige wichtige Bälle. Schaffte zudem Räume, die vor allem Kevin Wiethaup und Lars Kehl nutzen sollten, schaltete sich aber auch immer wieder aktiv ins Offensivspiel ein, erstmals in der 6. Minute mit einem Schuss von der rechten Strafraumseite. Oder in der 31. Minute, als er einen guten Angriff mit einem weiten Ball auf Kammerbauer einleitete. Bereitete mit seiner Übersicht das 2:0 vor.

# 21 Lukas Jonsson: Es war das zwölfte „zu Null“ des VfL in dieser Saison. Und daran hatte der Torhüter großen Anteil. Musste nicht oft eingreifen, aber wenn, dann richtig. Reagierte nach einem der wenigen Missverständnisse mit Abwehrchef Jannik Müller schon früh gut. Bewahrte mit zwei starken Paraden gegen Nassim Boujellab (47.) und kurz darauf gegen Marko Ilic den VfL vor dem Rückstand. Hielt auch einen weiteren Schuss von Boujellab sowie eine Freistoß von Besfort Kolgeci. Faustete am Ende alles aus dem Strafraum, was kam - vielleicht manchmal etwas wild, aber effektiv.  

# 19 Kevin Wiethaup: Gab seinen ersten Schuss in der 2. Minute ab, als er nach einem Pass von Tony Lesueur in den Strafraum zog, und bekam ersten Applaus. Brauchte dennoch kurz Zeit, um im Spiel anzukommen. Auch, weil er sich nach einer Abwehraktion in der Nähe des eigenen Strafraums nach hinten statt nach vorne orientierte. Fand dann seinen Kompass und seine Zielstrebigkeit und machte das, was sich sein Trainer von ihm erhofft: Mutig nach vorne spielen und mit seiner Dynamik im Dribbling die Lücken finden. War oft nur durch Fouls zu stoppen - zweimal kassierten Havelser Spieler dabei Gelb. Der VfL wurde mit laufender Spielzeit auch immer besser, weil Wiethaup immer besser wurde. Einziges Manko: Insgesamt noch zu viele Fehlpässe im Abspiel, mit denen er sich zuvor ganz starke Aktionen manchmal wieder zu Nichte machte.

# 24 Jannik Müller: Der Abwehrchef macht seine besten Spiele oft, wenn das während der Partie gar nicht so auffällt. Agierte aufmerksam wie immer, bildete mit Wagner das defensive Zentrum und stopfte Lücken schon, bevor sie zu groß wurden, um wirklich gefährlich zu werden. Verhinderte in der 75. Minute einen Havelser Angriff mit einem starken Sieg im Laufduell. In den Zweikämpfen eine unüberwindliche Instanz.

# 31 Patrick Kammerbauer: Auch der Franke zählte auf den ersten Blick nicht zu den auffälligsten Spielern der Partie, hielt seine rechte Seite aber ziemlich gut dicht. Wenn er sich ins Offensivspiel einbrachte, was er erst recht selten und im Verlauf des Spiels mutiger tat, wurde es oft gefährlich. Lief vor dem 1:0 konsequent in den Strafraum und verwertete die gute Vorlage von Meißner perfekt. Leitete kurz vor dem 2:0 noch eine Chance des eingewechselten Bernd Riesselmann ein, der diese aber nicht vollendete.

# 20 Theo Janotta: Der Innenverteidiger absolvierte erst seine achte Partie für den VfL - und stand zum fünften Mal in der Startelf. Und wie immer, wenn er gebraucht wurde, lieferte er ab - wobei auch er zu Beginn ein wenig auf der Suche nach seiner idealen Positionierung war und einige Abspielfehler machte, ehe er sich stark in die Partie arbeitete. Kam vor allem ins Team, um eine gewisse Kopfballstärke einzubringen, die den Osnabrückern durch die Verletzung von Jacobsen fehlte. Sorgte so bei Standards offensiv für Gefahr und defensiv für Sicherheit. Hatte nach einem Freistoß von Lars Kehl eine gute Möglichkeit, den Ball ins Tor zu nicken, kam aber nicht richtig ran. Gleiches galt für seine artistische Flugeinlage nach einer Ecke. Dürfte so seine Chance in dieser Saison immer wieder bekommen.

# 18 Lars Kehl: Arbeitete auf gegen Havelse wie immer defensiv mit und war offensiv vor allem mit seinen Standards gefährlich. An einen Freistoß kam Janotta nicht ganz heran, einen weiteren zog er direkt auf das Tor des starken Havelser Keepers Tom Opitz. Leitete den wohl besten Osnabrücker Angriff vor der Pause leider mit einem Handspiel ein, so dass sein Pass auf Meißner zurückgepfiffen wurde. Darf seine Form der vergangenen Wochen weiter stabilisieren und dabei noch etwas effektiver werden.

# 23 Tony Lesueur: Brachte sich in der ersten Halbzeit mehrfach selbst in die Bredouille, weil er sich bei defensiven Aktion zu oft in die falsche Richtung orientierte oder offensiv zu oft bei seinen Dribblings hängen blieb. Steigerte sich aber stetig und kurbelte mit seiner Schnelligkeit das Angriffsspiel der Osnabrücker mit an. Hatte Mitte der zweiten Halbzeit zwei starke Aktionen, die leider am Ende ohne Ertrag blieben.

# 25 Niklas Wiemann: Die Dreierkette des VfL stand wie so oft stabil - woran der linke Innenverteidiger großen Anteil hatte. War defensiv verlässlich und wie seine Nebenleute präsent und schaltete sich offensiv vor allem bei Standards ein. Rückte kurz vor Ende der ersten Halbzeit sogar einmal mutig mit nach und zog in den Strafraum, sein Schuss war am Ende aber zu schwach.

# 14 Luc Ihorst: Stand für viele vermutlich etwas überraschend zum dritten Mal in dieser Saison in der Startelf. Hatte sich diesen Einsatz aufgrund starker Trainingsleistungen verdient. Konnte diese gegen Havelse leider nicht so konsequent umsetzen. War immer dann stark, wenn es ins Kopfballspiel ging oder er auf engem Raum seinen Körper einsetzen konnte, machte aber zu viele Fehler im Passspiel und wirkte bei weitem nicht so beweglich im Nachrückverhalten bei Schnellangriffen oder im Anlaufen freier Räume wie seine Mitspieler. Wirkte dennoch präsent und dürfte auch deshalb in den kommenden Wochen immer mal wieder eine Chance bekommen - ob von Beginn an oder von der Bank.

# 22 Bernd Riesselmann (ab 61. für Ihorst): Der Stürmer kam als erster Einwechselspieler, was durchaus bemerkenswert ist, weil Winterneuzugang Julian Kania zu diesem Zeitpunkt noch auf der Bank saß. Brachte sich direkt gut in die Partie ein, scheiterte aber zweimal am starken Opitz im Havelser Tor. Nach auffälligen ersten zehn Minuten bis zum Spielende deutlich unauffälliger unterwegs.

# 37 Ismail Badjie ab 75. für Kehl, # 10 Kai Pröger ab 85 für Kammerbauer, # 8 Robert Tesche ab 85 für Wiethaup, # 9 Julian Kania ab 85. für Meißner.

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