Osnabrück  Mit diesen Zoten hat Dietmar Wischmeyer das Osnabrücker Grünkohlvolk gewonnen

Markus Pöhlking
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Von Markus Pöhlking
| 07.02.2026 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Umjubelter Monarch: Dietmar Wischmeyer regiert seit Freitagabend das Osnabrücker Grünkohlvolk. Seine Herrschaftspläne sind weitreichend und visionär, vor allem aber voll derben Witzes. Foto: Steve Weber
Umjubelter Monarch: Dietmar Wischmeyer regiert seit Freitagabend das Osnabrücker Grünkohlvolk. Seine Herrschaftspläne sind weitreichend und visionär, vor allem aber voll derben Witzes. Foto: Steve Weber
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Mit einer furiosen Antrittsrede hat König Dietmar I. Wischmeyer am Freitagabend die Herzen des Osnabrücker Grünkohlvolks gewonnen. Wir haben die zentralen Aussagen seines Herrschaftsprogramms protokolliert. Ein scharfzüngiger Parforceritt durch Politik, Genderfragen und Bad Oeynhausen.

Scharfzüngig und visionär hat Osnabrücks neuer Grünkohlkönig Dietmar I. am Freitagabend (6. Februar) in der Osnabrückhalle das Grünkohlvolk hinter sich versammelt. Seine Regentschaft verheißt goldene Zeiten für die Region Osnabrück.

Während das Patriarchat sich den Grünkohl zurückerobert, wird Bad Oeynhausen sich warm anziehen müssen. Und selbst wenn der ambitionierte Herrschaftsplan des neuen Regenten am Ende scheitert – gelacht haben immerhin alle, die sich zur Osnabrücker Mahlzeit versammelt haben.

Wir haben die derbsten Zoten und die scharfzüngigsten Ausfälle des neuen Königs für Sie protokolliert.

„Es gilt, Osnabrück imagemäßig neu zu denken. Friedensstadt, schön und gut. Aber 90 Prozent der Schulblagen wissen nicht mal mehr, nach welchem Krieg. Vietnam oder Game of Thrones? Da muss was geschehen.“

„Mit Gendern sind wir seit drei Jahren durch. Die Osnabrücker Mahlzeit hat einen Gruß aus der Küche erhalten. Aber die Männer bilden immer noch die Sättigungsbeilage.“

„Als Grünkohlkönig ist es in erster Linie meine Aufgabe, den Standort Osnabrück voranzubringen. Also das, wozu die Politiker nicht in der Lage sind, weil sie nach der Wahl nicht das machen, was sie vorher versprechen. Das nennt sich Urnenbestattung.“

„Bis vor Kurzem war Osnabrück durch die Slums von Bad Oeynhausen von Hannover getrennt. Dort, wo sich Else und Hase gute Nacht sagen, hat es nach vierzig Jahren Planungs- und Bauzeit der Nordrhein-Vandale endlich geschafft, einen riesigen Bogen um Oeynhausen zu bauen. Was für ein sinnloser Aufwand. Da hätte man doch schon längst mit zwei Planierraupen parallel geradeaus durchbrechen können. Schaden: ein kaputter Videoverleih, ein Erotikcenter und zwei Pizza. Zack, Asphalt drüber, fertig. Aber nein, das Weltkulturerbe Bad Oeynhausen musste unbedingt erhalten bleiben.“

„Durch seine Ferne vom Regierungssitz Hannover hat sich der Landkreis Osnabrück allerdings viel von seiner Eigenständigkeit bewahrt. Hier kannste doch noch sonntagsmorgens mit der Motorsäge in den Garten gehen und dem Herren durch radikalen Obstbaumschnitt huldigen. So was geht nur weit weg von der Regierung.“

„Der Landkreis Osnabrück wird ein eigenes Bundesland! Der Vorschlag stammt gar nicht von mir, sondern von Markus Söder. Neuziehung der Bundesländer. Bei Söder, das ist wie immer das Problem bei ihm: Zwischen Gehirn und Mundwerk liegt jetzt nicht gerade Glasfaserkabel.“

„Osnabrück ist zwar etwas kleiner als Saarbrücken. Aber nur, weil wir ein paar Teile erst mal vorläufig ausgelagert haben. Wegen Lärm und Schmutz und so weiter. Das Autobahnkreuz Lotte-Osnabrück liegt in NRW, genauso wie der Flughafen Münster-Osnabrück. Das musst du erst mal bringen, die Infrastruktur einem Nachbarland aufs Auge drücken.“

„Der Landkreis Osnabrück hat sogar seine Geschichte ausgelagert. Das Hermannsdenkmal liegt auch in NRW. Da kann man zum ersten Mal einen deutschen Nationalhelden von innen an den Eiern hochklettern. So eine Sauerei wollen wir hier nicht haben. Der bleibt erst mal in Detmold.“

„Als Bundesland braucht Osnabrück natürlich auch einen Ministerpräsidenten. Na gut, als Grünkohlkönig könnte ich das eigentlich gleich mitmachen. Osnabrück ist pleite, Landkreis ist pleite. Da kannst du nur noch das Elend verwalten. Das kann ich schon lang, das ist mein Leben.“

„Allerdings haben wir im Herbst Kommunalwahl. Die nutzen wir, um aus der OB gleich ein MP zu formen. Die jetzige, Katharina Pötter, will es noch mal machen. Nur zur Info: Die ist in der CDU, sieht aber nicht so aus. Aber Vorsicht, das ist toxische Männlichkeit, das dulde ich hier nicht!“

„Ihr [Pötters] Plan ist laut ihrem Prospekt der Umbau der Mobilität, die Digitalisierung Osnabrücks und der Umbau zur klimaresilienten Stadt. Sag mal, hat die Kreide gefressen oder zu viel Hafermilch in den Kaffee gerührt? Das ist doch glasklare Fantasterei der Grünen.“

„Was ist mit der SPD, gibt es die auch noch – oder ist mit Boris Pistorius das letzte Mitglied abgewandert? Nein. Robert Alferink ist die letzte Rothaut im Reservat. Und ich konnte es erst gar nicht glauben, aber als Mann der SPD ist er bei der Industrie- und Handelskammer beschäftigt. Das ist doch verkehrte Welt der Parteien in Osnabrück. Fehlt nur noch ein bekennender heterosexueller Schweinemaster als Kandidat der Grünen.“

„Aus diesem Kandidatenmaterial muss also der Ministerpräsident für das Bundesland Osnabrück gewonnen werden. Naja, andere Bundesländer haben auch keine Überflieger.“

„Über allen Feldern ist Ruh. Beim Grünkohl spürst du deinen vollen Bauch. Die Menschen schweigen im Walde und nach dem Male schweigest du auch. Guten Appetit.“

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