Osnabrück  Ossensamstag in Osnabrück: So sollen die Narren sicher feiern können

Marcel Bechtel
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Von Marcel Bechtel
| 09.02.2026 07:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit Streckenposten und Radengeln soll verhindert werden, dass jemand unter die Räder gerät. Foto: Andre Havergo
Mit Streckenposten und Radengeln soll verhindert werden, dass jemand unter die Räder gerät. Foto: Andre Havergo
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Am Wochenende fluten die Jecken die Stadt – es ist wieder Ossensamstag. Damit alles glatt läuft, gibt es ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept – aus dem nur wenig bekannt ist. Thomas Cordes vom Fachbereich Bürger und Ordnung verrät trotzdem ein paar Details.

Schwere Sicherheitslücken und nennenswerte Zwischenfälle gab es bei vergangenen Ossensamstagen nicht – trotz Menschenmassen und Alkoholkonsum. Grund dafür: ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept. Konkrete Details daraus sollen nicht an die Öffentlichkeit. Denn gerade diese Geheimhaltung ist wichtig, damit das Konzept funktioniert. Thomas Cordes, Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung, gibt dennoch einen kleinen Einblick.

„Osnabrück hat einen Vorteil, man kann auf viel Erfahrung zurückblicken“, sagt er. Damit meint Cordes Maiwochen, Weihnachtsmärkte, den Tag der Niedersachsen und frühere Karnevalsumzüge. Ein Großteil der Sicherheitsfragen ähnelt sich und wird so zur Routine. Das Sicherheitskonzept muss nicht jedes Mal neuerfunden, sondern lediglich angepasst werden.

Und nicht nur die Erfahrungen aus Osnabrück fließen in das Sicherheitskonzept ein. Die Massenpanik bei der Loveparade 2010 in Duisburg rückte die Steuerung von Menschenmassen in den Fokus. Auch wenn Barrieren wie Poller die Umzugsstrecke bereits seit Jahren absichern, hat die Amokfahrt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt für eine kritische Überprüfung des bestehenden Schutzkonzeptes gesorgt.

Und so kurios es klingt: Auch die häufigen Bombenräumungen in Osnabrück tragen positiv zur Sicherheit des Ossensamstags bei. Laut Thomas Cordes sind die Evakuierungen ein gutes, wenn auch unfreiwilliges Training für das Zusammenspiel der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei.

15.000 bis 20.000 Besucher waren am Ossensamstag im vergangenen Jahr. Ein Großteil davon trinkt Alkohol, was eine zusätzliche Herausforderung für die Sicherheitskräfte bedeutet. Die Polizei wird auch deshalb mit erhöhter Zahl an Einsatzkräften vor Ort sein.

Auf den Wagen selbst gilt ein Alkoholverbot, und auch sonst sind die Auflagen für die Motivwagen und die rund 1900 Aktiven beim Umzug streng reguliert. Jeder Wagen braucht einen Feuerlöscher und an jedem Reifen muss mindestens ein sogenannter „Radengel“ mitlaufen. Derjenige passt auf, dass niemand unter die Reifen gerät. Außerdem stehen in regelmäßigen Abständen Streckenposten als zusätzliche Absicherung.

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Für den Ernstfall stehen Rettungskräfte bereit. Auf dem Schulhof der Domschule am Herrenteichswall 2 wird ein großes Sanitätszelt aufgebaut. Kleinere Blessuren können hier sofort behandelt werden, während bei größeren medizinischen Notfällen eine Erstbehandlung stattfinden und danach der Transport ins Krankenhaus erfolgen kann.

Thomas Cordes betont, wie gut man aufgestellt ist, „fast schon zu gut“, sagt er mit einem leichten Lachen. Er ist von dem Sicherheitskonzept überzeugt und erklärt, dass sich niemand Sorgen machen muss. Zwar gibt es keine 100-prozentige Sicherheit, die Mechanismen seien aber erprobt.

Die Stadt, die Polizei, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Rettungsdienste und der BOK ziehen nach dem Ossensamstag eine erste Bilanz. Was lief gut? Was hat nicht geklappt? Und was muss man fürs nächste Mal beachten? Diese Nachbesprechung dient dann bereits als Grundlage für die Anpassung des Sicherheitskonzepts für das kommende Jahr.

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