Osnabrück Lachen, Tränen, Standing Ovations: Bruno Alexander für neuen Film in Osnabrück gefeiert
Schauspieler Bruno Alexander stellt im Osnabrücker „Hall of Fame“ seinen neuen Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ vor. Er spricht offen über Emotionen, Vorbereitung und einen gebrochenen Fuß.
Das war ein besonderer Kinoabend in Osnabrück: Am Donnerstag, 5. Februar, war Bruno Alexander zu Gast im ausverkauften „Hall of Fame“, dem größten Kino der Stadt. Der Schauspieler, bekannt aus „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und der Mockumentary-Serie „Die Discounter“, stellte seinen neuen Film vor.
Schon der Titel ist ein Koloss: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Darin spielt Alexander den jungen Joachim Meyerhoff, der nach dem Tod seines Bruders zu seinen Großeltern nach München flieht.
Der Film ist eine Adaption des dritten Bands aus Meyerhoffs sechsteiligem autobiografischem Romanzyklus. Er lebt vom feinen Zusammenspiel aus Schmerz und Komik. Mit großer Sensibilität erzählt er von Trauer, Wut und Überforderung – eingebettet in die exzentrische Welt der Großeltern und den fordernden Alltag an Münchens renommiertester Schauspielschule.
Es bleibt Raum für Alles: die unermessliche Trauer ebenso wie die absurde Komik und der unverwechselbare Ton, der Meyerhoffs Bücher prägt.
Dass der Ton getroffen wurde, zeigt sich an diesem Abend im Kinosaal in Osnabrück. Der ganze Saal lacht – und weint – vereint. Als Bruno Alexander während des Abspanns den Saal betritt, brandet minutenlanger Applaus auf, der auch später immer wieder aufflammt, beinahe nach jedem seiner Sätze.
Die anschließende Fragerunde ist geprägt von offener Bewunderung. Viele Wortmeldungen sind weniger Fragen als Lob. Eine ältere Dame erzählt, sie habe die Bücher geliebt und Meyerhoff selbst oft am Theater in Köln gesehen – umso beeindruckter sei sie davon, wie gut Alexander ihn porträtiere. Der Schauspieler hakt nach: Beim Lesen entstünden ja sehr eigene Bilder – ob der Film diesen entsprochen habe? Die Antwort aus dem Publikum ist eindeutig: ja, und mehr noch.
Auch die dargestellten Emotionen werden als „sehr überzeugend“ gelobt. Auf die Frage nach seiner Vorbereitung antwortet Alexander lakonisch, er habe alle sechs Bücher gelesen – das habe gereicht.
Vieles habe er sich dennoch erarbeiten müssen: Er selbst war nie auf einer Schauspielschule, musste lernen, sich diesen extremen Gefühlen zu stellen. Vor allem das Weinen sei eine Herausforderung gewesen. Um sich in Stimmung zu bringen, sei er einmal auf der Stelle gesprungen – und habe sich dabei den Fuß gebrochen. „Das passiert halt, wenn man nicht auf der Schauspielschule war“, sagt er.
Solche Besuche haben im „Hall of Fame“ bereits Tradition. Im vergangenen Jahr war unter anderem Christoph Maria Herbst in Osnabrück zu Gast. Für das Publikum bieten diese Abende die Möglichkeit, Darsteller persönlich zu erleben und Fragen zu stellen.