Flensburg  Was macht dieser bekannte deutsche Unternehmer in den Epstein-Files?

Ove Jensen
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Von Ove Jensen
| 05.02.2026 15:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Lars Windhorst bei einem Besuch bei seiner Flensburger Werft im Jahr 2020. Foto: Marcus Dewanger
Lars Windhorst bei einem Besuch bei seiner Flensburger Werft im Jahr 2020. Foto: Marcus Dewanger
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Der frühere Eigentümer der Flensburger Werft, Lars Windhorst, soll Kontakt zu Jeffrey Epstein gesucht haben. Er selbst bestreitet das.

Abertausende von E-Mails, Bildern und Videos aus den Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein hat das US-Justizministerium am Wochenende veröffentlicht. Überall auf der Welt suchen Reporter seither nach Personen mit Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter, die in den Akten auftauchen.

Dass Epsteins langer Arm bis nach Flensburg reicht, ist nicht unbedingt zu erwarten. Bisher hat offenbar auch noch niemand eine Spur an die Förde entdeckt. Mit einer Ausnahme: Der Mann, der Flensburg in den vergangenen Jahren die größten Negativ-Schlagzeilen beschert hat, taucht nun auch in den Epstein-Files auf: Lars Windhorst.

Der schillernde Finanzjongleur aus Rahden in Westfalen hatte bekanntlich im Jahr 2019 die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen und hatte dort bis zur neuerlichen Insolvenz Ende 2024 das Sagen.

In den Akten zu Jeffrey Epstein taucht Windhorsts Name mehrmals auf. Besonders pikant ist eine E-Mail aus dem Jahr 2018, ein Jahr bevor Epstein in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde und verstarb. Viele Vorwürfe gegen Epstein waren zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt. Bereits 2008 war er zu einer 18-monatigen Haftstrafe wegen erzwungener Prostitution Minderjähriger verurteilt worden.

Ein Mann namens Mark Lloyd schrieb am 24. Juni 2018 an Epstein, es gebe da einen jungen deutschen Unternehmer namens Lars Windhorst, „der dich gerne zu einem passenden Zeitpunkt treffen würde“.

Eine Antwort von Epstein ist nicht überliefert. Es ist auch unklar, ob Windhorst wirklich auf Mark Lloyd mit dieser Bitte zugekommen ist. Windhorst selbst hat das bereits gegenüber verschiedenen Finanzmedien bestritten. Unklar ist auch, wer dieser Mark Lloyd überhaupt ist. Sein Name jedenfalls taucht in den Akten hundertfach auf. Er scheint regelmäßig mit Epstein in Kontakt gewesen zu sein. Er erwähnt Lars Windhorst im Zusammenhang mit einem Kontakt zu Les Wexner, dem damaligen Chef der Edel-Unterwäsche-Marke Victoria’s Secret. Windhorst hatte kurz vorher den italienischen Dessous-Hersteller La Perla übernommen, den später ein ähnliches Schicksal wie die FSG ereilte.

Der Name Lars Windhorst taucht auch mehrmals in älteren Mails an Epstein auf. Eine wichtige Rolle spielt dabei Peter Mandelson, ein britischer Labour-Politiker, dessen Verbindungen zu Epstein zuletzt auch zum Problem für Premierminister Keir Starmer geworden sind. Windhorst hatte Mandelson einst als Ratgeber für seine Sapinda-Holding engagiert, den Vorgänger der späteren FSG-Muttergesellschaft Tennor.

Peter Mandelson fragte Epstein bereits im August 2013, ob ihm Lars Windhorst jemals begegnet sei. („Have you ever come across a German finance guy called Lars Windhorst?“) Epsteins kurze Antwort: „Nope.“

Hinweise auf direkte Kontakte zwischen Windhorst und Epstein gibt es also nicht. Was die Akten aber zeigen: Es gab offenbar eine Reihe von Personen, die sich für Windhorst mit seinen undurchsichtigen Geschäften ebenso interessierten wie vor Jeffrey Epstein.

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