Neue Schneiderei in Aurich Leidenschaft für Nadel und Faden
Mit der Kreativschneiderei gesellt sich neben Optik und Friseur ein weiteres Handwerk in die Auricher Lilienstraße. Was Inhaberin Christina Bohnhorst plant.
Aurich - Die Nähmaschine rattert, Nadel und Faden verbinden die beiden Stoffbahnen zu einer, machen eine Kissenhülle daraus. Christina Bohnhorst nickt zufrieden. „Einen Monat lang habe ich nicht nähen können, das hat mir so gefehlt“, sagt sie. Nähmaschine, Stoffe, Garne und Verschlüsse haben die letzten Wochen in einem Container verbracht, waren eingelagert, solange das Ladenlokal in der Auricher Innenstadt renoviert wurde. Jetzt kann es endlich losgehen und Christina Bohnhorst als gelernte Damenschneiderin wieder das tun, was sie liebt: Nähen.
Neuanfang in Aurich
Rund vier Jahre lang betrieb die gebürtige Süddeutsche einen ähnlichen Laden in Dornum, versorgte Kunden mit handgefertigten Wohnaccessoires und Taschen, mit Türstoppern und Kuscheltieren. Nun also der Umzug nach Aurich - privat und geschäftlich für die 55-Jährige ein Neuanfang. Christina Bohnhorst ist gespannt auf Aurich. „Es ist städtischer, ein ganz anderes Klientel, die Menschen leben hier“, sagt sie. In Dornum habe ihre Kundschaft überwiegend aus Touristen bestanden.
Potenzielle neue Kunden halten schon jetzt vor dem Schaufenster der Kreativschneiderei an, werfen einen Blick in die Auslage. Dort erblicken sie Wichtel und Kuschelschafe, Crossbody-Bags in Plüsch- oder Cordoptik, Haarbänder und Utensilos, kleine Stoffkörbchen, die für Ordnung auf Kommoden und in Regalen sorgen sollen.
Kreatives Chaos mit Output
Apropos Ordnung - die herrscht laut eigener Aussage in Christina Bohnhorsts Werkstatt im hinteren Teil des Ladens eher nicht. Stattdessen kreatives Chaos, wie sie es bezeichnet. Beim Besuch der Redaktion ist davon allerdings noch nichts zu spüren. Ordentlich in Plastikboxen verpackt, warten Materialien auf ihren Einsatz. Und auch drei Arbeitstische sind noch frei, stehen im hellen Tageslicht, das durch die bodentiefen Fenster hereinflutet. „Das sind die Tische für die Teilnehmerinnen meiner Kurse“, erzählt Bohnhorst. Denn die 55-Jährige greift nicht nur selbst leidenschaftlich gerne zu Nadel und Faden.
Sie gibt ihr Wissen auch in Nähkursen weiter. „Dabei achte ich darauf, dass die Gruppe aus maximal drei Teilnehmerinnen gut durchgemischt ist“, sagt Bohnhorst. So schneidern Anfänger und Fortgeschrittene gemeinsam an ihren Projekten. „Die zehren voneinander und stacheln sich gegenseitig richtig an“, schmunzelt Bohnhorst. Thematisch seien die Teilnehmer völlig frei, jeder schneidere das, was ihm gefällt.
Schneidern seit frühester Jugend
Wann sie selbst die Liebe zur Schneiderei entdeckt hat, daran kann sich Christina Bohnhorst gar nicht mehr erinnern. „Ich habe eigentlich immer schon genäht“, sagt sie, und auch in ihrer Familie sei das Handarbeiten stets präsent gewesen. „Meine Mutter hat mich immer sehr gefördert, schenkte mir meine erste Nähmaschine“, erinnert sich Bohnhorst. Die gebürtige Schwarzwälderin absolvierte nach der Schule eine Lehre zur Damenschneiderin, erweiterte ihr Fachwissen im Bereich der Raumgestaltung unter anderem in einem Gardinenfachgeschäft. „Ich kann von der Oberbekleidung bis hin zum Tischläufer oder dem Sonnenschutz fürs Fenster alles anbieten“, erzählt sie.
Was die Faszination am Schneidern für sie ausmacht? „Es ist sehr kreativ und man sieht sehr schnell Ergebnisse“, sagt sie. Schnell ging es zuletzt auch mit ihrem neuen Ladenlokal in der Lilienstraße. Die Handwerker und auch Freunde von Bohnhorst packten gut mit an und wurden früher fertig, als gedacht, „So, wie sich alles entwickelt hat, ist es merkwürdig glatt verlaufen“, sagt Bohnhorst, die nun schon einige Tage vor der offiziellen Eröffnung am Sonnabend, den 7. Februar die Türen zu ihrer neuen Kreativschneiderei öffnen kann. Für die 55-Jährige, die nach eigener Aussage fernab der Nähmaschine recht ungeduldig ist, ein gutes Gefühl. Am Sonnabend, 7. Februar, feiert die Kreativschneiderei ab 10 Uhr offiziell ihre Eröffnung.