Osnabrück  BBS Brinkstraße: Wie sich der Unterricht für Schulleiter Martin Henke verändert hat

Lukas Reynert
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Von Lukas Reynert
| 03.02.2026 15:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Klaus Damer (rechts), Schulfachlicher Dezernent, überreicht Martin Henke (links) seine offizielle Ruhestandsurkunde. Foto: Lukas Reynert
Klaus Damer (rechts), Schulfachlicher Dezernent, überreicht Martin Henke (links) seine offizielle Ruhestandsurkunde. Foto: Lukas Reynert
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33 Jahre lang prägte Martin Henke den Unterricht an der BBS Brinkstraße in Osnabrück. Am letzten Arbeitstag blickte der Schulleiter auf fachliche, pädagogische und technische Veränderungen zurück. Welche Anforderungen Schule künftig erfüllen muss.

An der BBS Brinkstraße blickt Martin Henke, Schulleiter der BBS Brinkstraße, auf 33 Jahre Schuldienst an der BBS zurück. Für den 64-Jährigen ist es Ende Januar nicht nur der Abschied von seiner Schule, sondern vom Berufsleben.

Henke war insgesamt 33 Jahre an der BBS Brinkstraße tätig, davon die vergangenen neun Jahre als Schulleiter. Er blickt zufrieden zurück: „Es war der richtige Beruf – und er hat mir bis zuletzt Spaß gemacht.“ Die Leitung der Schule übernimmt Frank Baller, ehemaliger Schulleiter der BBS Melle.

In mehr als drei Jahrzehnten als Lehrer in den Fächern Metalltechnik und Politik hat Henke grundlegende Veränderungen im Schulalltag erlebt. Neben der fachlichen Qualifizierung komme es heute deutlich stärker auf sogenannte Soft Skills an. „Teamarbeit, Verantwortungsübernahme und zwischenmenschliche Fähigkeiten spielen heute eine größere Rolle im Unterricht als früher“, erklärt Henke.

Schule verstehe sich heute stärker als Begleiter in der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. „Gerade in Fächern wie Politik oder Religion reflektieren wir Einstellungen, Werte und gesellschaftliche Modelle“, sagt Henke. Angesichts der wachsenden Bedeutung sozialer Medien sei es außerdem notwendig geworden, Fake News zu thematisieren und aktuelle Tagespolitik in den Unterricht einzubeziehen.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei der technischen Ausstattung der Berufsschule. Als Henke seinen Dienst begann, war der Overheadprojektor das zentrale Unterrichtsmedium. Heute gehören Beamer, digitale Tafeln, Tablets und sogar VR-Brillen zum Schulalltag.

Auch reale Technik werde konsequent in den Unterricht integriert: computergesteuerte Werkzeugmaschinen, Elektrofahrzeuge, Programme für Smart Homes – und inzwischen bereits zwölf Roboter in der Mechatroniker-Ausbildung.

Ein weiteres Thema, das Henke über Jahre begleitet habe, sei der Umgang mit Schülern mit Migrationshintergrund. Zusätzliche Deutschkurse gebe es an der BBS nicht. Stattdessen unterstützen Lehramtsstudenten aus technischen Studiengängen die Schüler direkt im Unterricht.

Für die kommenden Jahre sieht Henke weitere Aufgaben auf die Schulen zukommen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz werde zunehmen. Gleichzeitig müsse Unterricht stärker auf einzelne Schüler zugeschnitten werden.

„Wir müssen Aufgaben entwickeln, die an das jeweilige Leistungsvermögen angepasst sind“, erklärt Henke. Der Lernweg solle dabei offener gestaltet sein. Ziel sei es, komplexe Zusammenhänge besser zu verstehen und eigenständig Entscheidungen beim Lernen zu treffen.

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