Osnabrück  TV-Star auf der Bühne: So schlägt sich Schauspieler Bjarne Mädel als Vorleser am Theater Osnabrück

Matthias Liedtke
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Von Matthias Liedtke
| 02.02.2026 18:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der eine schreibt, der andere spielt. Aber zusammen auf der Bühne sind Sörensen-Autor Sven Stricker (links) und Sörensen-Darsteller Bjarne Mädel ein harmonisches Lese-Paar. Foto: Matthias Liedtke
Der eine schreibt, der andere spielt. Aber zusammen auf der Bühne sind Sörensen-Autor Sven Stricker (links) und Sörensen-Darsteller Bjarne Mädel ein harmonisches Lese-Paar. Foto: Matthias Liedtke
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Endstation Osnabrück: Zum Abschluss ihrer „Sörensen macht Urlaub“-Lesereise waren Autor Sven Stricker und Schauspieler Bjarne Mädel im Theater zu Gast. War es ein würdiges Finale? Wir waren dabei.

Er war der gemobbte Versicherungsmann Ernie in „Stromberg“, der einfältige Dorfpolizist Dietmar in „Mord mit Aussicht“, der philosophische „Tatortreiniger“ Schotty und zuletzt der nette Nachbar Prange: Im ausverkauften Theater am Domhof trat Schauspieler Bjarne Mädel aber als norddeutscher Kommissar Sörensen auf – und las gemeinsam mit Autor Sven Stricker aus der Romanreihe, deren erste beiden Bände mit ihm als Hauptdarsteller verfilmt worden sind.

Im Zentrum stand der aktuelle Titel „Sörensen macht Urlaub“ – in einigen Wochen wird „Sörensen geht aufs Haus“ erscheinen. Daraus lieferte das Duo bereits eine Kostprobe – und die sorgte am Ende der unterhaltsamen Lesung in Spielfilmlänge für jede Menge Lacher.

Dabei streift die Hauptfigur ein ernstes Thema: Kommissar Sörensen leidet an einer Angststörung. Davon war allerdings weder bei seinem Erfinder noch bei seinem Darsteller viel zu spüren. Stricker und Mädel spielten sich die verbalen Bälle zu, die ihnen die Roman-Dialoge liefern. Schnell merkte das Publikum im Theater, dass hier zwei Profis auf der Bühne sitzen – jeder in seinem Metier, aber als szenisches Lese-Duett hervorragend miteinander funktionierend.

Da war auf der einen Seite die aus vielen Kino- und Fernsehproduktionen vertraute Stimme von Mädel und auf der anderen die des Roman- und Drehbuchschreibers, der gekonnt wusste, wie er seine eigenen Texte zu intonieren hat. Zwischendurch ließen die beiden aber auch mal von der Vorlage ab und erzählten die eine oder andere Anekdote von den Dreharbeiten oder aus vergangenen Lesungen.

Etwa die eines Zuschauers, der die Veranstaltung als ärgerlichen Spoiler empfunden hatte, da er das Buch ja schließlich noch selbst lesen wolle. Oder die von Filmhund Cord, der einmal Angst vor Mädel hatte. Gemessen an den Zuschauerreaktionen ist er aber der heimliche Star der Krimi-Serie: Egal, wie schwer das Thema auch ist, am Ende bliebe der „süße Hund“ hängen, berichteten der Autor und der Schauspieler.

Dem Theater-Ort angemessen, bauten Stricker und Mädel ihre Osnabrücker Abschlussvorstellung dramaturgisch klug auf. Der Schreiber berichtete zunächst von seiner kühnen Ursprungsidee, das ernste Thema Angststörung so mit Humor zu verknüpfen, dass die die Krankheit ernst genommen und nicht nur für Lacher instrumentalisiert wird. Die gab es dann zwar zuhauf, aber eben auch nachdenkliche Passagen im Mittelteil, um am Ende die Besucher wieder humoristisch abzuholen und gut gelaunt nach Hause zu schicken.

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