Hamburg  Zwei Tote am Hamburger U-Bahnhof: Woher die Polizei den Täter kannte

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 02.02.2026 14:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am Donnerstagabend hatte ein Mann am Bahnsteig nach einer Frau gegriffen und sich mit ihr vor den Zug gestürzt. Foto: IMAGO/BREUEL-BILD
Am Donnerstagabend hatte ein Mann am Bahnsteig nach einer Frau gegriffen und sich mit ihr vor den Zug gestürzt. Foto: IMAGO/BREUEL-BILD
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Nach dem tödlichen Vorfall am Hamburger U-Bahnhof Wandsbek Markt rückt die Vorgeschichte des Täters in den Fokus. Nur 48 Stunden vorher soll er einen Polizeieinsatz ausgelöst haben – der jedoch ohne Haftbefehl endete.

Nach dem gewaltsamen Tod einer 18-jährigen Frau am Hamburger U-Bahnhof Wandsbek Markt sind neue Details über den mutmaßlichen Täter und dessen Vorgeschichte bekannt geworden. Wie „Bild“ und das „Hamburger Abendblatt“ übereinstimmend berichten, soll der 25-jährige Südsudanese nur zwei Tage vor der Tat in einem bekannten Bordell im Hamburger Rotlichtviertel St. Pauli ausgerastet sein.

Demnach soll der Tatverdächtige am Dienstagmorgen im Bordell „Paradise Point of Sex“ randaliert haben, nachdem er das Etablissement zur Schließzeit um 5 Uhr nicht verlassen wollte. Laut Zeugenberichten wirkte der Mann, als stünde er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen. Im Zuge des Einsatzes soll er einen Angestellten angegriffen und bei der Ankunft der Beamten der Davidwache massiven Widerstand geleistet haben.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll der 25-Jährige einen Polizisten mit einem Mobiltelefon auf den Kopf geschlagen und dabei verletzt haben. Trotz einer Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung wurde der Mann nicht in Haft genommen. Da offenbar keine rechtlichen Haftgründe vorlagen, wurde er aufgrund seines psychischen und physischen Ausnahmezustands zunächst in ein Krankenhaus gebracht, welches er später als freier Mann wieder verlassen konnte.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hielt sich bezüglich der genauen Strafakte des Mannes bedeckt. Sprecherin Melina Traumann bestätigte gegenüber der Presse lediglich, dass der Mann bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten sei.

Der Tatverdächtige war laut „Hamburger Abendblatt“ Mitte 2024 aus dem Südsudan nach Deutschland geflüchtet. Bewohner der Containerunterkunft in Wandsbek, in der er gelebt haben soll, beschrieben ihn laut Medienberichten als aggressiv und unberechenbar.

Der Südsudanese hatte die 18-Jährige am Donnerstag nach bisherigen Erkenntnissen mit sich vor eine einfahrende U-Bahn gerissen. Beide starben. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit davon aus, dass das 18-Jährige, die vor drei Jahren selbst aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet war, ein Zufallsopfer darstellte. Es gab demnach keine vorherige Beziehung zwischen dem Täter und dem Opfer.

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