Osnabrück  Glasfaserausbau startet: Diese Gemeinden im Osnabrücker Land sind zuerst dran

Jean-Charles Fays
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Von Jean-Charles Fays
| 02.02.2026 10:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Landkreis Osnabrück startet 2026 den Ausbau der sogenannten Grauen Flecken. In mehreren Gemeinden sollen erstmals Ortsrandlagen und kleinere Ortsteile an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Foto: Benjamin Beutler
Der Landkreis Osnabrück startet 2026 den Ausbau der sogenannten Grauen Flecken. In mehreren Gemeinden sollen erstmals Ortsrandlagen und kleinere Ortsteile an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Foto: Benjamin Beutler
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Glasfaser für weitere Orte im Landkreis Osnabrück: 2026 startet der Ausbau der sogenannten „Grauen Flecken“. Welche Gemeinden zuerst dran sind, warum es Verzögerungen gab – und wie teuer das Mega-Projekt wirklich ist.

Der Glasfaserausbau im Landkreis Osnabrück geht 2026 in eine neue Phase. Während der öffentlich geförderte Ausbau der sogenannten Weißen Flecken weitgehend abgeschlossen ist, startet im Frühjahr der nächste große Schritt: der Ausbau der Grauen Flecken.

Damit rücken erstmals auch zahlreiche Ortsrandlagen und kleinere Siedlungen in den Fokus, die bislang zwar mit mindestens 30 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) versorgt sind, aber noch keinen gigabitfähigen Anschluss haben.

Wie Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert mitteilt, sollen die ersten Bauarbeiten für die Grauen Flecken im Frühjahr 2026 beginnen. Den Auftakt bilden vier konkrete Baulose:

Weitere Baulose sollen ab Herbst folgen. Welche das sind, stehe aber noch nicht fest. Der genaue Zeitplan dafür wird laut Kreisverwaltung Mitte 2026 festgelegt. Insgesamt ist für den Ausbau der Grauen Flecken ein Zeitraum von rund drei Jahren – bis Mitte 2029 – vorgesehen.

Das sogenannte „Weiße-Flecken-Programm“ sollte eigentlich bis Ende 2025 abgeschlossen werden, doch dieses Ziel wurde nicht erreicht. Rund 2000 Anschlüsse aus dem bestehenden Förderprogramm müssen noch fertiggestellt werden.

Verzögerungen gab es unter anderem durch Probleme mit zwei Baufirmen – betroffen sind laut Landkreis unter anderem Georgsmarienhütte, Hagen aTW, Hasbergen, Dissen, Melle, Gehrde, Bersenbrück, Badbergen und Quakenbrück. Ziel sei es, diese Anschlüsse bis Mitte 2026 vollständig in Betrieb zu nehmen. Parallel dazu rechnet der Kreis damit, dass weitere 2600 Anschlüsse von privaten Telekommunikationsunternehmen im eigenwirtschaftlichen Ausbau ans Netz gehen. Nach dem Ausbau der Weißen Flecken sollen 98,25 Prozent aller Haushalte im Landkreis Osnabrück mit mindestens 30 Mbit/s surfen können.

Nach Angaben der Kreisverwaltung liegt die Glasfaserquote aktuell bei rund 83 Prozent, das entspricht etwa 93.500 Adressen. Bei diesen Gebäuden liegt der Glasfaseranschluss bereits im Haus oder, wenn der Hausan­schluss nicht beauftragt worden ist, direkt vor dem Grundstück. Noch Ende 2024 waren es nur rund 73 Prozent. Damit liege der Landkreis deutlich über dem Landes- und Bundesdurchschnitt, so Kreissprecher Henning Müller-Detert.

Der finanzielle Umfang des Breitbandausbaus bleibt erheblich. Für den Ausbau der „Grauen Flecken“ rechnet der Landkreis derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund 182 Millionen Euro. Die Finanzierung folgt dem bekannten Schlüssel: 50 Prozent Bund, 25 Prozent Land, 25 Prozent Landkreis Osnabrück. Auf den Kreis entfallen damit rund 45,5 Millionen Euro Eigenanteil. Allein im Jahr 2026 plant die kreiseigene Telkos GmbH laut Kreisverwaltung Investitionen von etwa 25 Millionen Euro, wovon der Landkreis 6,25 Millionen Euro trägt. Zusammengenommen wird das Gesamtvolumen für den Ausbau der Weißen und Grauen Flecken bei knapp 500 Millionen Euro liegen.

Der Landkreis verweist auf mehrere strukturelle Gründe für die hohen Kosten: die stark zersiedelten Außenbereiche, die geologisch schwierigen Bodenverhältnisse im Teutoburger Wald und Wiehengebirge sowie aufwendige Sonderquerungen von Autobahnen, Bahntrassen und dem Mittellandkanal.

Insgesamt entstehe so ein Glasfasernetz von rund 5000 Kilometern Länge.

Beim Mobilfunk hingegen stockt der Fortschritt. Das Land Niedersachsen hat sein Förderprogramm ausgesetzt, neue Anträge sind derzeit nicht möglich. Zwei größere Funklöcher – Bohmterheide und Essener Berg – konnten Ende 2025 geschlossen werden. Über die weiteren Standorte will Landrätin Anna Kebschull (Grüne) nun Anfang Februar 2026 erneut mit den Mobilfunkanbietern beraten.

Trotz hoher Kosten hält der Landkreis an seinem Ziel fest, mittelfristig nahezu alle Adressen gigabitfähig zu erschließen. Der Ausbau bleibt damit eines der größten Infrastrukturprojekte der Region.

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