Bramsche Schnelles Internet, neue Windräder: Das wird 2026 wichtig im Landkreis Osnabrück
Glasfaser bis in fast jedes Dorf, Platz für mehr als 150 neue Windräder, Ausbau von Katastrophenschutz und Nahverkehr: Die Landrätin skizziert beim Neujahrsempfang die Agenda des Landkreises Osnabrück für 2026.
Zwischen Moor, Museum und Geschichte hat Anna Kebschull (Grüne) beim Neujahrsempfang des Landkreises Osnabrück vor mehr als 100 geladenen Gästen im Museum Kalkriese den Blick nach vorn gerichtet. Kalkriese sei ein Sinnbild dafür, dass große Herausforderungen nur gemeinsam zu bewältigen seien. Diese Haltung prägte ihre Perspektive auf das Jahr 2026.
„Moore kennen keine Landkreisgrenzen“, sagte die Landrätin, die bei der Landratswahl im September als parteiunabhängige Einzelbewerberin antritt, mit Blick auf den Klimaschutz. Sie betonte, dass die Wiedervernässung der Moore im Osnabrücker Land nur durch das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Naturschutz, Wissenschaft und Politik gelingen könne. Der Schutz vor Hochwasser, der Erhalt der Artenvielfalt und die Aktivierung großer Kohlenstoffspeicher seien zentrale Ziele für die kommenden Jahre – auch in enger Kooperation mit dem Nachbarlandkreis Vechta.
„Gesundheitsversorgung hat für mich eine herausragende Priorität“, erklärte die Landrätin. Künftig wolle der Landkreis strategischer handeln und unabhängiger von externen Akteuren werden. Grundlage dafür ist ein beauftragtes Gutachten zur stationären und ambulanten Versorgung, das gezielte Investitionen ermöglichen soll. Als größtes Zukunftsprojekt nannte Kebschull die geplante medizinische Hochschule gemeinsam mit Stadt Osnabrück, Universität und Hochschule. Insgesamt zehn Millionen Euro investieren Stadt und Landkreis Osnabrück in den Aufbau einer privaten Medizinhochschule, um dem regionalen Ärztemangel zu begegnen.
„Im Jahr 2026 werden wir die notwendige Infrastruktur weiter ausbauen“, sagte Kebschull mit Blick auf den Bevölkerungsschutz. Nach Investitionen in Übungen und Informationskampagnen solle insbesondere die technische Ausstattung im Landkreis weiter verbessert werden. Dazu zählt unter anderem der Ausbau des Sirenennetzes, um die Warnung der Bevölkerung im Ernstfall zu stärken.
„Ende 2027 werden wir nahezu flächendeckend schnelles Internet haben“, kündigte Kebschull an. Der Landkreis gehöre bereits heute zu den Spitzenreitern beim Glasfaserausbau. Mit einer Glasfaserquote von mehr als 90 Prozent bis Ende 2026 werde die digitale Infrastruktur noch weiter gestärkt – als Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, moderne Verwaltung und gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Kreisgebiet.
„Wir stehen bei der Windenergie vor einem neuen Kapitel“, erklärte Kebschull. Mit dem regionalen Raumordnungsprogramm werde die Grundlage für mehr als 150 neue Windenergieanlagen geschaffen. Aktuell sind im Osnabrücker Land bereits 180 Windräder mit einer Gesamthöhe ab 50 Metern in Betrieb. Mit den neuen Anlagen „werden wir künftig weit mehr als 100 Prozent unseres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken“, kündigte die Bad Rothenfelderin an. Bürger, Kommunen und Unternehmen würden davon gleichermaßen profitieren.
Mit dem Nahverkehrsplan gestalte der Landkreis gemeinsam mit der Stadt Osnabrück „die Mobilität von morgen“. Stadt und Landkreis Osnabrück hatten Ende vergangenen Jahres mit dem fünften Nahverkehrsplan die strategische Ausrichtung für den ÖPNV von Januar 2026 bis Dezember 2030 beschlossen. Künftig sollen Schnellbuslinien sowie On-Demand-Verkehre gezielter ausgebaut, Busverbindungen beschleunigt und die Digitalisierung des Angebots vorangetrieben werden.
Ob Mobilität, Energiewende oder Gesundheitsvorsorge in diesem Jahr spürbar vorankommen, hängt laut Kebschull aber auch davon ab, inwieweit der „Osnabrücker Weg“, den sie als Talent zur Kooperation beschreibt, trägt.