Osnabrück: Eisenbahnbrücke Schinkel Schinkelkurve Osnabrück: Stadt plant keine Straße durch die Unterführung
Die gute Nachricht: Der Rad- und Fußweg durch die Unterführung unter der Eisenbahnbrücke in der Schinkelkurve in Osnabrück bleibt erhalten, wie er ist. Die Stadt plant dort keine Straße. Die schlechte: Für den Neubau der Brücke bleibt dieser Weg ein Jahr lang gesperrt.
Die Bauarbeiten für die Erneuerung des Brückenbauwerks begannen laut einer Mitteilung der Deutschen Bahn am Dienstag, 27. Januar. Diese Mitteilung erreichte die Redaktion aber erst am Nachmittag des gleichen Tages. Dort hieß es, der Rad- und Fußweg bleibe geschlossen bis Sonntag, 31. Januar.
Ein Missverständnis, bedauert im Nachhinein eine Sprecherin der Bahn: Eigentlich sollte der 200 Meter lange Weg von der Schinkelstraße zur Oststraße Anfang Februar 2026 geschlossen werden. Ende Januar 2027 soll die neue Brücke voraussichtlich fertig sein, dann wird der Weg wieder geöffnet.
„Für die Bauarbeiten musste die Vegetation zurückgeschnitten werden“, erläutert sie. „Deshalb mussten wir die Sperrung ein paar Tage vorverlegen.“ Und dabei muss dann wohl etwas durcheinandergeraten sein.
Für Radfahrer und Fußgänger bedeutet die Sperrung, dass sie 60 Meter Umweg in Kauf nehmen müssen. Die Umleitung führt über die Wissinger Straße.
Die Bahn möchte die Brücke aus dem Jahr 1905 mit ihren verzierten Stahlträgern ersetzen, bevor sie baufällig werden könnte. Die Schinkelkurve ist nämlich wichtig für den Osnabrücker Hauptbahnhof, sie verbindet seine beiden Ebenen. Über die Kurve wechseln Züge von der Nord-Süd-Strecke Münster–Bremen zur Ost-West-Verbindung von Rheine nach Hannover.
Für den Neubau will die Bahn zunächst neben der Strecke die Widerlager für die neue Brücke errichten lassen. Die heiße Phase der Bauarbeiten soll im Spätherbst oder Winter in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die alte Brücke wird abgerissen, die neuen Widerlager werden in ihre endgültige Position geschoben. Auf diese Grundlage wird dann ein Stahlüberbau montiert.
Für diese Arbeiten muss die Schinkelkurve für drei Wochen für den Bahnverkehr geschlossen werden. Für die Zeit muss noch ein Konzept für den Zugverkehr her. Die Sprecherin ist optimistisch, dass es nicht zu Chaos und Verspätungen kommen wird. Die Restarbeiten, die danach kommen, werden voraussichtlich bis Ende Januar 2027 dauern.
Für Irritationen sorgt eine Ankündigung der Bahn, dass „auf Wunsch der Stadt Osnabrück“ die Durchfahrt unter dem neuen Brückenbauwerk in etwa so hoch und breit werden soll wie die bestehende. „Dies ermöglicht künftig den Bau einer zweispurigen Straße unter der Eisenbahnunterführung“, heißt es wörtlich in der Projektbeschreibung der Deutschen Bahn.
Plant die Stadt dort eine Straße? Die Formulierung klingt danach. „Es ist dort keine neue Straße geplant“, stellt Pressesprecher Constantin Binder für die Stadt klar. Wäre auch wenig sinnvoll, für Autofahrer würde sich der Weg von der Schinkelstraße in die Oststraße nur um 60 Meter verkürzen und das auch nur in die Richtung nach Norden.
Die Stadt besteht vielmehr aus Denkmalschutzgründen darauf, dass Höhe und Breite der Unterführung möglichst unverändert bleiben. Die bestehenden Stützen mit ihren Verzierungen sollen nämlich erhalten und sichtbar bleiben, erläutert Binder: „Dementsprechend bleiben auch Durchfahrtsbreite und -höhe weitgehend unverändert.“