Osnabrück VfL Osnabrück: Alle fit für die Reise zum „Lieblingsgegner“ in der 3. Liga
Zwei Auswärtsspiele hat der VfL Osnabrück zuletzt in Folge gewonnen. Die Serie will die Mannschaft von Trainer Timo Schultz gerne weiterführen. Die Vorzeichen stehen gut, denn an diesem Samstag (14 Uhr) tritt sie beim Lieblingsgegner in der 3. Fußball-Liga an, dem 1. FC Saarbrücken. Bleibt das so?
Die Jubelschreie am Freitag waren bis runter zur Straße zu hören. Beim Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel des VfL Osnabrück an diesem Samstag beim 1. FC Saarbrücken (14 Uhr/NDR/SWR/SR) herrschte ausgelassene Stimmung. Alt gegen jung stand auf dem Programm, wie fast immer in der letzten Trainingseinheit vor den Partien in der 3. Fußball-Liga. Die Disziplin „Handball/Kopfball - das lieben die Jungs“, sagte Trainer Timo Schultz und erklärte kurz: „Das ist wie Fußball, nur ohne Fuß“.
Gepasst wird wie beim Handball, abgeschlossen mit dem Kopf. Es geht um Bewegungsabläufe, Räume erkennen, Zusammenspiel. Aber auch, um eine gewisse Lockerheit und Spaß. „Wer bis einen Tag vor dem Spiel seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, bekommt das in der letzten Einheit auch nicht mehr hin“, sagt Schultz.
Dass der VfL gerade auswärts zuletzt immer gut vorbereitet war, belegt der Blick auf die Auswärtstabelle. Da steht der VfL auf Platz eins mit sechs Siegen aus zehn Spielen und 20 erzielten Toren. Zuletzt gab es zwei Siege in Folge. Dazu geht es zum Lieblingsgegner: In 13 Duellen in der 3. Liga gegen die Saarländer ist der VfL bisher noch ungeschlagen.
Die Zuversicht ist also groß. Aber auch der Fokus. Auf die zu leichte Schulter will man das Duell nicht nehmen. „Das war eine gute Mischung aus Lockerheit und Konzentration“, befand Joe Enochs, der die letzte Einheit vom Rand aus verfolgte. Dort, wo der Schnee richtig hoch lag, während der Rasen auf dem Schinkelberg komplett davon befreit war.
Die gute Nachricht des Tages: Keiner fehlte. Alle sind fit. Bryan Henning, der die erste Einheit der Woche verpasst hatte, war ebenso an Bord wie Robin Fabinski, der nach dem Training noch eine kleine Übung mit Athletiktrainer Tim Schütte einstreute. Der Innenverteidiger ist fit, zu Hause bleibt er dennoch, auch wenn Schultz betonte: „Er hat diese Woche richtig gut trainiert.“ Doch Vertreter Yigit Karademir füllte die Position auf der rechten Seite der Dreierkette zuletzt gut aus und bot keinen Grund für einen Wechsel.
Viel dürfte der Trainer daher nicht verändern, angesichts des ordentlichen Starts in die Rückrunde mit einem Sieg in Aachen (3:0) und einem Unentschieden gegen 1860 München (1:1). Obwohl das Remis gegen die Löwen auch zu ein wenig Frust geführt hatte. Gut möglich also, dass es doch zu kleineren Umstellungen kommt.
Nicht aber in der Spitze: Winterneuzugang Julian Kania hatte in den ersten beiden Spielen noch deutliche Anlaufschwierigkeiten. Doch Schultz will dem Leihspieler aus Bielefeld die Möglichkeit geben, sich einzugewöhnen und betonte: „Julian hat seine Stärken in der Box. Wir müssen schauen, dass wir ihn dort besser in Szene setzen.“ Der 24-Jährige wird wieder neben Robin Meißner auflaufen, der auswärts bislang schon sechsmal für den VfL traf und vier Vorlagen gab. In Aachen zwei auf Bryan Henning, dessen zweites Tor allerdings nachträglich aberkannt wurde.
„Das ist echt nicht zu fassen“, sagte Schultz, der sich ordentlich ärgerte: „Auf den TV-Bildern ist es kaum zu sehen, wer am Ball war. Ich weiß nicht, wer da ein Eigentor erkannt haben will.“ Beim DFB war man sich offenbar sicher, dass Lukas Scepanik, bedrängt von Henning, den Ball am Ende über die Linie drückte. Trotz des aberkannten Tores, der Mittelfeldspieler hatte in Aachen umgesetzt, was der Trainer fordert: mutig sein und auch mal aufdrehen.
Gegen 1860 fehlten Schultz diese Eigenschaften. Gut möglich, dass er dieses Mal Kevin Wiethaup die Chance gibt, dieses Element einzubringen. Oder doch Henning oder Fridolin Wagner? Die Entscheidung im Mittelfeld dürfte spannend werden. Ebenso auf dem linken Flügel, wo einiges darauf hindeutet, dass in Saarbrücken Frederick Christensen wieder beginnt. Tony Lesueur und Ismail Badjie dürften dann von der Bank Einwechseloptionen sein, die noch einmal eine gewisse Schnelligkeit bringen könnten.
Badjie scheint nach seiner Verletzungspause Anfang Dezember wieder in der Spur. Der Topjoker erzielte bisher vier Treffer nach Einwechslungen. Am Freitag half ihm das allerdings wenig. Da gewann auf dem Schinkelberg Team „Alt“ – „so wie fast immer“, wie Schultz mit einem Lächeln verriet. Manche Serien dürfen gerne halten.