Parken in Aurich GfA fordert mehr Parkplätze für Angestellte der Innenstadt
Wer in der Auricher Innenstadt arbeitet, soll nach Wunsch der GfA-Fraktion entspannt parken können. Was sagen Stadt und Kaufleute dazu?
Aurich - Die GfA-Fraktion (Gemeinsam für Aurich) im Auricher Rat macht sich für mehr Parkplätze im Innenstadtbereich stark – und zwar für Angestellte des Auricher Einzelhandels. „Nach Gesprächen mit einigen Kaufleuten der Innenstadt stellte sich heraus, dass es ein massives Langzeitparkproblem für deren Angestellte gibt“, schreibt die Fraktion in einem Antrag an den Bürgermeister der Stadt Horst Feddermann.
Ausreichend Kundenparkplätze, zu wenig Mitarbeiterparkplätze
Die Kaufleute hätten in den Gesprächen betont, dass es generell genügend Parkplätze für Kunden gäbe. Aber für die Angestellten, die acht Stunden am Tag einen Parkplatz benötigen würden, gäbe es keine Möglichkeiten innenstadtnah zu parken, heißt es weiter. Laut GfA-Antrag geht es so weit, dass die Parkplatzfrage bei Einstellungsgesprächen von Bedeutung sei.
„Kostengünstiger Parkraum ist für die Einzelhändler und ihre Angestellten immer ein Thema“, so Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins (KV), auf Anfrage der Redaktion. Hippen erkennt allerdings keine akute Zuspitzung in dieser Hinsicht. Grundsätzlich müsse man das Thema Parken getrennt betrachten. „Für Kunden der Innenstadt sind ausreichend Parkplätze vorhanden, unter anderem in den beiden Tiefgaragen, am Georgswall oder auch an der Sparkassen-Arena“, so der KV-Vorsitzende. Mitarbeitende der Einzelhandelsgeschäfte, die einen Langzeitparkplatz suchten, würden allerdings unter anderem mit den Angestellten der Behörden um Parkraum „konkurrieren“. Denn deren Arbeitsbeginn läge in den meisten Fällen vor dem der Angestellten des Einzelhandels.
Möglichen Parkraum am XL-Combi nutzen
Die GfA schlägt in ihrem Antrag vor, dass die Stadt Aurich Parkplätze beim XL-Combi am Pferdemarkt pachtet, die ausschließlich dem Zweck des Langzeitparkens dienen sollen. So sollten die Parkplätze für Angestellte der Innenstadt reserviert und entsprechende Parkausweise ausgegeben werden. Die gepachteten Parkplätze könnten dann an die Kaufleute vermietet werden, heißt es im Antrag.
Ein ganz ähnliches Prinzip gibt es schon seit 2019 in Aurich. Darauf weist der KV-Vorsitzende Udo Hippen in diesem Zusammenhang hin. Unter dem Namen „Mitarbeiterticket“ können Arbeitgeber der Innenstadt nahe gelegenen Parkraum für ihre Angestellten mieten. Die entsprechenden Mietplätze befinden sich auf dem Schotterparkplatz am Lüchtenburger Weg, in der Straße Am Ellernfeld sowie am Schwimmbad De Baalje. Insgesamt wurden bei Einführung des Angebots vor sechs Jahren 76 Stellflächen für Mitarbeitende der Innenstadt eingerichtet. Schon im ersten Jahr übertraf die Nachfrage das Angebot. Vor allem die Jahresparkplätze waren laut Verwaltung damals gefragt. Ab dem Jahr 2020 musste der Parkraum sogar unter den Interessierten ausgelost werden.
Noch freie Langzeitparkplätze für Mitarbeiter frei
Ganz so prekär sieht die Lage aktuell nicht aus. „Auf dem Parkplatz am Lüchtenburger Weg und an der Straße Am Ellernfeld stehen jeweils zwölf Parkplätze zur Verfügung. Zusätzlich stehen noch 45 Parkplätze auf dem Parkplatz beim De Baalje zur Verfügung“, schreibt Stadtpressesprecher Cord Cordes auf Anfrage. Insgesamt können damit 69 Plätze von Arbeitgebern angemietet werden. Während die Parkplätze am Lüchtenburger Weg derzeit vollständig vergeben seien, gibt es laut Verwaltung am Ellernfeld noch sieben freie Parkplätze und auf dem Parkplatz des Schwimmbads De Baalje noch zwei freie Parkplätze. Die Kosten für die Jahresmiete betragen 300 Euro. Monatliche Parkplätze würden 30 Euro kosten, seien bisher jedoch nicht nachgefragt worden, so Cordes. „Demnach sind noch Kapazitäten ungenutzt.“ Die zur Verfügung gestellten Flächen deckten demnach nicht nur den derzeitigen Bedarf, sondern es seien noch Reserven vorhanden, so der Pressesprecher. Ergänzend zu den Mitarbeiterparkplätzen, die die Stadt Aurich vergünstigt bereitstellt, sei festzustellen, dass auch gebührenfreie Parkplätze bei der Sparkassenarena und auch die normalen Parkplätze in der Innenstadt, etwa durch Tagestickets, in Anspruch genommen werden. „Auf Basis dieser Informationen ergibt sich derzeit kein außergewöhnlich hoher Bedarf“, so Cordes.
Parken auch für Mitarbeitende des Familienzentrums ein Thema
Was das Thema Parken für Angestellte angeht, formuliert die dreiköpfige GfA-Fraktion übrigens noch einen weiteren Vorschlag. So solle der Parkplatz des Supermarktes einen Durchgang zum dahinterliegenden Familienzentrum erhalten. Auf diese Weise könnten auch Angestellte des Familienzentrums, des Amtes für Soziales und Familie sowie der sich dort befindlichen Kita Pinguin die Parkplätze nutzen und die Parkplätze des Familienzentrums, die von der Jahnstraße erreichbar sind, würden den Besuchern der drei Institutionen vorbehalten sein. Aktuell müssen sich Besucher und Mitarbeiter den Parkraum teilen. Eine desolate Parksituation, wie die GfA findet.
Die Stadtverwaltung hat die Situation am Jugend- und Familienzentrum auf dem Schirm. „Im Rahmen der Parkraumüberwachung konnte festgestellt werden, dass der Parkplatz häufig ausgelastet ist und deshalb viele Fahrzeuge in den angrenzenden Straßen, unter anderem der Jahnstraße, abgestellt werden“, so Cord Cordes. Grundsätzlich weist die Stadt darauf hin, dass der Combi-Parkplatz zwar öffentlich zugänglich sei, jedoch von einem Unternehmen betrieben werde. Ob und wenn ja, in welcher Form eine Öffnung des Parkplatzes des angrenzenden XL-Combi für Mitarbeiter möglich wäre, müsste, sofern dies politisch beschlossen wird, untersucht werden.