Ostercappeln  Nachfolger gefunden: So wird es im ehemaligen Krankenhaus Ostercappeln weitergehen

Vincent Buß
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Von Vincent Buß
| 26.01.2026 11:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit Sommer 2025 ist das Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln geschlossen. Foto: André Havergo
Seit Sommer 2025 ist das Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln geschlossen. Foto: André Havergo
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Was wird aus dem Gebäude des ehemaligen Krankenhauses St. Raphael in Ostercappeln? Diese Frage ist – zumindest vorläufig – geklärt.

Seitdem die Niels-Stensen-Kliniken das Krankenhaus St. Raphael zum August 2025 geschlossen haben, steht das Gebäude in Ostercappeln weitestgehend leer. Jetzt steht fest: Die Fachklinik Möhringsburg wird dort einziehen. Das teilten Niels-Stensen-Kliniken und Klinikum Osnabrück auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag in Ostercappeln mit.

Die Fachklinik Möhringsburg ist Teil des Suchtmedizinischen Zentrums, dessen Träger die Klinikum Osnabrück GmbH ist. Ursprünglich war die Fachklinik in Badbergen angesiedelt, später befand sie sich in Georgsmarienhütte. Seit 2022 war sie im Bischof-Lilje-Zentrum der Diakonie im Osnabrücker Stadtteil Wüste ansässig.

Die Fachklinik kümmert sich um die stationäre Suchtrehabilitation, also um Patienten, die die Akuttherapie abgeschlossen haben. Zugrunde liegen Abhängigkeiten von Alkohol, Cannabis, Medikamenten.

Nun soll die Fachklinik Möhringsburg zum Sommer ins Gebäude des ehemaligen Krankenhauses Ostercappeln einziehen, wie auf der gemeinsamen Pressekonferenz angekündigt wurde. Die Niels-Stensen-Kliniken vermieten dafür drei Etagen ans Klinikum.

Insgesamt werden dort 40 Patienten betreut: die männlichen auf zwei Etagen, die weiblichen auf der dritten. Viele der Frauen seien traumatisiert, deshalb bekommen sie einen geschützten Bereich, erklärte Karsten Meyer, Chefarzt der Fachklinik Möhringsburg. 35 Mitarbeiter kümmern sich um die Patienten. In die Einrichtung in Ostercappeln muss das Klinikum Osnabrück nach eigenen Angaben nun investieren.

Die Fachklinik hätte die Kapazitäten für Patienten gerne vergrößert, sagte Meyer. Doch wegen der gesetzlichen Vorgaben sei das nicht möglich gewesen. Die Fachklinik wird 3300 der 20.000 Quadratmeter großen Fläche in Ostercappeln nutzen. Die Stationen 4 und 5 sowie die OPs und Ambulanzen bleiben leer. Noch sind auch das Altenpflegeheim St. Michael sowie die Beatmungs-WG Haus Camelot vor Ort, wobei Letztere ausziehen will.

Die Räume im Bischof-Lilje-Zentrum hatte die Fachklinik Möhringsburg nur gemietet. Der Vertrag läuft zum 30. Juni aus, die Diakonie hat Eigenbedarf. „Nahtlos“ soll der Betrieb dann in Ostercappeln weitergehen, kündigte das Klinikum nun an.

Seitdem die Niels-Stensen-Kliniken das Aus fürs Krankenhaus St. Raphael bekannt gaben, beschäftigt sich die Gemeinde Ostercappeln mit der Nachnutzung, wie Gemeindebürgermeister Erik Ballmeyer auf der Pressekonferenz erzählte. Fritz Brickwedde, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Osnabrück GmbH, ergänzte, dass Ballmeyer auch bei ihm angefragt habe, ob das Klinikum etwas tun könne. Die Niels-Stensen-Kliniken arbeiten in Hinblick auf die Nachnutzung laut Geschäftsführerin Christina Jaax seit einem Jahr mit der Gemeinde zusammen.

Im vergangenen November berichtete der Klinikverbund auf Anfrage unserer Redaktion, dass Gespräche mit einem potenziellen Zwischenmieter laufen würden. Dabei handelte es sich bereits um das Klinikum Osnabrück, wie am Montag bestätigt wurde.

„Im Spätherbst wurden die Gespräche konkreter“, erzählte jetzt Frans Blok, Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH. Es ging unter anderem um Raumanforderungen und den Mietvertrag. Zum Jahreswechsel gingen die Pläne laut Blok durch die Gremien. Der Aufsichtsrat des Klinikums Osnabrück stimmte dann für den Plan. Ballmeyer ergänzte: „Wir konnten das im Hintergrund lautlos vorbereiten.“

Die Zwischenlösung in Ostercappeln sehen Klinikum Osnabrück und Niels-Stensen-Kliniken als weiteres Beispiel für die verstärkte Kooperation. In und um Osnabrück wollen beide Seiten nämlich bereits in mehreren Bereichen enger zusammenarbeiten. Nun sprechen sie erstmals auch von einer möglichen Kooperation im psychiatrischen Bereich. „Wir werben ja um die gleichen Fachkräfte“, erklärte Jaax.

„Wenn wir uns gegenseitig stärken können, sollten wir das tun“, fand Brickwedde. Schließlich stünden beide Seiten vor finanziellen Herausforderungen.

Für voraussichtlich fünf Jahre soll die Fachklinik Möhringsburg in Ostercappeln unterkommen, wie es am Montag hieß. Langfristig will das Klinikum die psychiatrische und somatische Versorgung in der Suchthilfe nämlich „räumlich zusammenführen“.

Um einen erneuten Leerstand in Ostercappeln zu vermeiden, muss also in fünf Jahren ein neuer Nachfolger übernehmen. Zumal die Niels-Stensen-Kliniken sich langfristig von dem Gebäude in Ostercappeln trennen wollen, wie Jaax sagte. Auch, weil der Brandschutz ein Problem bleibe, das allerdings für die Zeit der Zwischennutzung gelöst sei.

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