Osnabrück  Abschnitt der Schreberstraße in Osnabrück wird schmaler

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 27.01.2026 09:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Schreberstraße in Osnabrück, an dieser Stelle (Ecke Heinrich-Lübke-Platz) mehr als 25 Meter im Querschnitt breit. Das soll sich ändern. Foto: Jörg Sanders
Die Schreberstraße in Osnabrück, an dieser Stelle (Ecke Heinrich-Lübke-Platz) mehr als 25 Meter im Querschnitt breit. Das soll sich ändern. Foto: Jörg Sanders
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Sie ist breit wie eine Hauptverkehrsstraße, ist aber keine: die Schreberstraße in Osnabrück. Das soll sich ändern.

Sie sieht an dieser Stelle aus wie eine Hauptverkehrsstraße, ist das aber mitnichten: Der nördliche Teil der Schreberstraße an der Ecke zum Heinrich-Lübke-Platz (Kurt-Schumacher-Damm/Martinistraße) soll umgebaut werden. Dafür will die Stadt die Straße ein Stück weit einziehen – also dem öffentlichen Verkehr entziehen. Der Stadtentwicklungsausschuss gab dem Vorhaben jetzt grünes Licht.

Aktuell ist die Straße an besagter Stelle 25,50 Meter breit – davon entfallen 18 Meter auf die Fahrbahn. Diese soll künftig nur noch 10,50 Meter breit sein und damit mehr den Charakter eine Tempo-30-Zone haben.

In Richtung Am Kirchenkamp wird es statt einer Linksabbieger-, einer Rechtsabbieger- und einer Geradeausspur nur noch zwei Spuren geben: eine Linksabbiegerspur sowie eine gemeinsame für Geradeausfahrer und Rechtsabbieger. Letztere wird aktuell häufig nur zum Parken genutzt.

Der Radweg wird gestrichen – ein solcher ist in einer Tempo-30-Zone ohnehin nicht benutzungspflichtig. Dafür bekommt der Abschnitt auf beiden Seiten je 2,50 Meter breite Grünstreifen mit neuen Bäumen. Die versiegelte Fläche verringert sich durch den Umbau um 40 Prozent.

Um dem Verkehr einen Teil der Straße wegnehmen zu können, muss sie offiziell teileingezogen werden, wie es im Amtsdeutsch heißt. Es sind lediglich ein paar Meter auf der westlichen Seite der Straße vor dem Heinrich-Lübke-Platz. Im Ausschuss ging es erstmal nur um diesen Schritt – noch nicht darum, wie der Abschnitt danach konkret aussehen soll.

Seit Jahren sind insbesondere samstags Falschparker auf dem Rad- und Gehweg auf Höhe des Supermarktes ein Problem. Ebenfalls seit Jahren lässt eine versprochene und wirksame Lösung der Stadt auf sich warten.

Künftig wird den vorläufigen Plänen zufolge ein Grünstreifen Gehweg und Straße trennen. Wie die Stadt Grünstreifen und Gehweg vor Falschparkern sichern wird, steht noch nicht fest. Das werde bei den weiteren Planungen erörtert, versichert Stadtsprecher Constantin Binder auf Anfrage.

Susanne Hambürger dos Reis (SPD) warb für Maßnahmen gegen Falschparker. „Jetzt ist die optimale Chance“, sagte sie im Ausschuss. Volkmar Seliger (Grüne) bat darum, bis zum Umbau des Abschnitts baulich gegen Falschparker vorzugehen.

Der Verwaltung zufolge seien Poller dort ungünstig. Da sie einen Abstand von 60 Zentimetern zur Fahrbahn haben müssten, würden sie den Radweg auf nur einen Meter verschmälern. „Die Situation dort ist klar“, sagte der Fachdienstleiter Verkehrsanlagen. „Wer da steht, weiß, was er tut.“

Des Weiteren werden Radfahrer aktuell vom Radfahrstreifen auf dem Kurt-Schumacher-Damm unvermittelt auf die Fahrbahn der Martinistraße geschickt, wenn sie weiter geradeaus in Richtung Zentrum fahren. Auf der vierspurigen Straße gibt es keine Wege für Radfahrer. Auch dieses Problem sei der Verwaltung bekannt und werde noch geprüft, versichert Stadtsprecher Binder.

Die Schreberstraße sollte einst als Teil der „Mittleren Verbindung Süd“ zwischen Limberger Straße und Martinistraße zu einer Hauptverkehrsstraße ausgebaut werden. Im heutigen Masterplan Mobilität spielt diese Verbindung aber keine Rolle mehr. Zudem verkaufte die Stadt bereits eine Teilfläche an einen privaten Anlieger. Längst ist die Straße eher eine Wohnstraße, Tempo 30 gilt dort schon seit vielen Jahren.

Die Idee, die Straße baulich einer Tempo-30-Zone anzupassen, ist nicht neu. Schon 2023 hatte die Verwaltung dem besagten Abschnitt „einige Schwächen“ attestiert. Der Rat brachte den entsprechenden Umbau auf den Weg.

Dafür ist jedoch die Teileinziehung nötig. Der Ausschuss empfahl diesen Schritt jetzt einstimmig dem Rat.

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