Osnabrück Wer erinnert sich an Marlis Pape und ihre Streiche am Schnatgang in Osnabrück?
Ein Foto von 1957 weckt Erinnerungen: Marlis Bartninkat (geb. Pape) sucht ihre Freundinnen vom Osnabrücker Schnatgang. Wer kennt Evchen und Sigrid und kann zur Mission „Treffpunkt Trafohäuschen“ etwas beitragen?
Marlis Bartninkat hat beim Aufräumen in einer Kiste ein altes Foto wiedergefunden. So, nur etwas ausgeschmückter, beginnen oftmals jene Geschichten, die von romantischen Erinnerungen und einer Spurensuche getragen werden. Was aus der von Marlis Bartninkat wird, ist noch offen – aber ein Versuch ist es wert.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahme stammt aus dem Jahr 1957. Marlis war damals fünf Jahre alt und lebte mit ihren Eltern in Osnabrück, im Schnatgang. Nicht zu vergessen und wichtig für die damaligen Zeitgenossen: Damals hieß sie mit Nachnamen noch Pape.
Mit auf dem Foto sind Sigrid Röhling und Eva „Evchen“ Weber. „Wir waren ein eingeschworenes Trio und haben viel Unsinn verzapft“, erinnert sich die ehemalige Osnabrückerin an ihre Kindheit in der Nachkriegszeit.
Am 2. Juli 1952 erblickte Marlis Bartninkat in Osnabrück das Licht der Welt. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer älteren Halbschwester Vera Thieke lebte sie im Schnatgang 45 – das Eckhaus zur Parkstraße.
Ihre Erinnerungen an die Kindheit in Osnabrück sind lückenhaft. Auf der Straße spielen war selbstverständlich. Autos gab es noch wenige, dafür aber an jeder Ecke etwas zu erleben. „Wir haben uns am Trafohäuschen getroffen, sind auf Bäume geklettert und haben Mäusepingeln gespielt“, erzählt sie.
Manchmal blieb es nicht bei den Klingelstreichen. „Dann haben wir Hundekot in Zeitungspapier gerollt, vor eine Haustür gelegt, angezündet, geklingelt und sind schnell weggerannt.“ Wer aus dem Haus kam und die Flammen austreten musste, trat mitten hinein in den Mist. Noch heute fängt Bartninkat beim Erzählen an zu lachen – die drei Mädchen hatten es faustdick hinter den Ohren. „Erwischt hat uns keiner.“
Einmal blieb Sigrid beim Klettern mit ihrem Kleid in einem Zaun hängen. Ausgerechnet. „Wir haben dann versucht, es bei mir zu Hause zu nähen. Für uns Sechsjährige war das ein Erfolg, aber bei Sigrids Mutter kam das damals nicht so gut an“, erinnert sich Bartninkat.
Woran noch? „Evas Papa war Plakatmaler fürs Kino.“ So was hat gegeben? Welches Kino? Das hat die Marlis damals nicht gewusst und damit auch nicht heute. Ihr eigener Vater war Musiker und spielte mit seiner Band im Domcafé. „Trompete“, erinnert sich Marlis Bartninkat.
Ihre Grundschulzeit verbrachte sie in der „Heger-Tor-Schule“ ,wie sie sagt. Eine Nachfrage beim Stadtarchivar ergab, dass damit die Gemeinschaftsschule 1 gemeint sein könnte, aus der die Heinrich-Schüren-Schule hervorgegangen ist. Für Marlis Bartninkat bleibt es bei der Heger-Tor-Schule, die in den 1950-Jahren im Stüvehaus, dem jetzigen Standort der Volkshochschule Osnabrück, ihr Domizil hatte. An ein Detail erinnert sie sich genau: „In meiner Klasse waren auch die Leysieffer-Jungs, Zwillinge.“
Im Jahr 1962 endete die Osnabrücker Zeit für Marlis Bartninkat. Die Familie zog nach Hannover und der Kontakt zu den Freundinnen brach ab – mit zehn Jahren gehört das Briefe schreiben nicht unbedingt zu den Lieblingshobbys. Marlis Bartninkat zog es später noch weiter in die Ferne, gemeinsam mit ihrem Ehemann lebte sie mehrere Jahre in China und in Polen.
Heute lebt sie in Hückelhoven in Nordrhein-Westfalen. Ihr eigener Sohn ist längst erwachsen, sie ist mittlerweile Großmutter. So ist der Lauf der Dinge, solche Geschichten gibt es viele und jede für sich ist besonders. Marlis Bartninkat fragt sich, ob ihre Kindheitsfreundinnen noch in Osnabrück leben. Erinnern sich die beiden noch an ihre Streiche im Schnatgang?
Marlis Bartninkat freut sich über eine Nachricht, von oder über ihre beiden Freundinnen. Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann an die folgende E-Mail-Adresse schreiben: ma-bartninkat@t-online.de