Hamurg  „Sleepy Joe“ und „Dementia Don“: Die größten Aussetzer der US-Präsidenten

Matti Gerstenlauer
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Von Matti Gerstenlauer
| 26.01.2026 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Joe Biden stolperte auf den Stufen zur Airforce One. Auch Donald Trump machte mit unbeholfenen Aktionen auf sich aufmerksam. Foto: dpa/AP/Patrick Semansky
Joe Biden stolperte auf den Stufen zur Airforce One. Auch Donald Trump machte mit unbeholfenen Aktionen auf sich aufmerksam. Foto: dpa/AP/Patrick Semansky
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Besonders gegen Ende seiner Amtszeit als US-Präsident geriet die Gesundheit von Joe Biden immer wieder in den Fokus und sorgte für Spott beim politischen Gegner. Auch Donald Trump ist vor Aussetzern nicht gefeit und hat sich einen Spitznamen eingeheimst.

Das Weiße Haus ist das mächtigste Büro der Welt – und derzeit auch ein Ort, an dem das Alter so präsent ist wie nie zuvor. Während die politische Welt den Atem anhält, liefern sich Joe Biden (81), alias „Sleepy Joe“, und Donald Trump (79), im Netz immer häufiger „Dementia Don“ genannt, ein unfreiwilliges Duell der Aussetzer während ihrer Amtszeiten.

Was in früheren Generationen das politische Ende bedeutet hätte, gehört heute zum medialen Grundrauschen. Doch wo hört ein harmloser Versprecher auf und wo beginnt die Sorge um die Amtsfähigkeit? Ein Rückblick auf die bemerkenswertesten Stolperer – sprachlich und körperlich.

Bei Joe Biden häuften sich im Laufe seiner Amtszeit Momente, in denen die Weltpolitik zur Namenslotterie wurde. Besonders prägnant war der Nato-Gipfel 2024: Vor versammelter Weltpresse kündigte Biden den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als „Präsident Putin“ an. Nur wenige Stunden später unterlief ihm ein weiterer Lapsus, als er seine Stellvertreterin Kamala Harris als „Vizepräsident Trump“ bezeichnete.

In Erinnerung bleibt auch ein Auftritt aus dem Jahr 2022, als er im Publikum nach der Abgeordneten Jackie Walorski suchte („Jackie, bist du hier?“), obwohl diese kurz zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war – ein Vorfall, den das Weiße Haus später mühsam als „ständige Präsenz im Geiste“ zu erklären versuchte. Ebenfalls für Verwirrung sorgte seine missglückte Formulierung, dass „arme Kinder genauso schlau sind wie weiße Kinder“, was er erst nach einer kurzen Pause korrigierte.

Donald Trump hingegen ist bekannt für seine energetischen, wenn auch immer wieder zusammenhanglosen Reden. Doch auch sein innerer Kompass geriet jüngst erneut öffentlich unter Verdacht. Sein Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos, bei dem er in seinen Ausführungen zur Arktis-Strategie offenbar Grönland mit Island verwechselte, obwohl er seit einigen Wochen täglich mit neuen Drohungen gegenüber Grönland in die Öffentlichkeit trat, sorgte für reichlich Verwirrung.

Ein ähnlicher „Glitch“ unterlief ihm Anfang 2024, als er bei einer Wahlkampfveranstaltung minutenlang über seine Rivalin Nikki Haley sprach, dabei aber offensichtlich die Demokratin Nancy Pelosi meinte. Legendär wurde auch seine Neigung, Namen zu vergessen: So nannte er den Apple-CEO Tim Cook, direkt neben ihm sitzend, „Tim Apple“ und den Lockheed-Martin-Chef Marillyn Hewson schlicht „Marillyn Lockheed“.

Flankiert werden die verbalen Aussetzer der beiden betagten Präsidenten von physischen Momenten, die die Debatte um das Alter befeuerten. Bei Biden wurde das Fahrrad-Unglück in Delaware (2022) zum Symbolbild, als er im Stand vor den Kameras einfach seitlich umkippte, weil er nicht rechtzeitig aus den Pedalen kam. Auch das dreifache Stolpern auf der Treppe zur Air Force One wurde zum Dauerbrenner in den sozialen Medien und verstärkte das Bild eines körperlich fragilen Präsidenten.

Trump wiederum sah sich 2020 mit dem „West-Point-Walk“ konfrontiert. Sein extrem vorsichtiger Abstieg über eine metallene Rampe wirkte so unsicher, dass spekuliert wurde, ob er unter neurologischen Einschränkungen leide. Trump konterte diese Wahrnehmung später mit einer fast schon artistischen Einlage bei einer Kundgebung, um seine Beweglichkeit zu beweisen.

Ebenso dokumentiert ist sein bisweilen vorsichtiger Umgang mit Wassergläsern, die er – für ihn untypisch – mit beiden Händen halten musste, um ein Zittern zu vermeiden. Bei einem Besuch in einem Werk für medizinische Ausrüstung weigerte er sich zudem, eine Schutzmaske korrekt zu tragen, während im Hintergrund lautstark der Song „Live and Let Die“ lief – ein Moment, der von vielen Beobachtern als unfreiwillige Realsatire eingestuft wurde.

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