Osnabrück Aus für Osnabrücker Familienunternehmen: Textilhändler Geos Geilfuß ist insolvent
Seit 1931 vertreibt die Firma Geos Geilfuß Stoffe, Gardinen und Bodenbeläge in Osnabrück. Nun meldet der Großhändler Insolvenz an. Was führte zu der wirtschaftlichen Schieflage?
Eigentlich hätte das Osnabrücker Traditionsunternehmen Geos Geilfuß in diesem Jahr sein 95-jähriges Bestehen feiern können. Zum Feiern ist dem Textilgroßhändler momentan aber nicht zumute: Anfang Januar 2026 hat das Amtsgericht Osnabrück ein Insolvenzverfahren über das Familienunternehmen eröffnet.
Bereits im September 2025 hatte Katharina Geilfuß, die die Firma in dritter Generation leitet, einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Gegenüber dem Branchenmagazin BTH Heimtex klang die Unternehmerin aber vor vier Monaten noch optimistisch: Man wolle „gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen“ und prüfe „eine Sanierung oder Fortführung über eine Nachfolgegesellschaft“, wird Geilfuß zitiert.
Grund für die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens laut Katharina Geilfuß: „Eine Kombination aus sinkender Nachfrage und steigenden Kosten.“ Das bestätigt auch Peter Jacob von der Kanzlei Schoofspartner, der vom Amtsgericht Osnabrück als Insolvenzverwalter bestellt wurde.
Die Firma Geos Geilfuß, 1931 in Osnabrück gegründet, vertrieb Deko- und Möbelstoffe, Gardinen, Sonnenschutzmaterialien und Bodenbeläge. Im Lager hielt der Textilgroßhändler bis zu 12.000 Produkte vor, die er an Polstereien, Raumausstatter und Textilfachgeschäfte verkaufte – ein Absatzmarkt, der seit einigen Jahren schrumpfe, erklärt der Insolvenzverwalter. Mittlerweile konzentriere sich der Marktanteil auf wenige große Unternehmen, während sich kleine und mittelständische Großhändler wie Geos Geilfuß mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert sähen.
Eine Sanierung und Fortführung des Familienunternehmens war vor diesem Hintergrund bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren nicht möglich. Deshalb habe man schon im vergangenen Jahr einen Investorenprozess angestoßen, der den Erhalt des Standorts in Osnabrück und die Übernahme der 28 Mitarbeiter zum Ziel hatte, erläutert Jacob. Daraus wurde nichts, auch wenn es anfangs noch so aussah.
Eine Investorengruppe aus der Türkei habe zunächst Interesse signalisiert, in das strauchelnde Unternehmen einzusteigen und den Standort zu erhalten. Dann sagten die möglichen Geldgeber Ende Dezember 2025 ab.
Im Anschluss fand sich mit der Textilfirma Indes Fuggerhaus aus Nordrhein-Westfalen ein neuer Investor. Das Unternehmen aus Marienburg werde einen Großteil der Waren und die Kundenstruktur von Geos Geilfuß übernehmen, sagt Jacob.
Für den Standort in Osnabrück hat der Insolvenzverwalter indes keine guten Nachrichten: Auch wenn die Marke und die Produkte durch den Einstieg des neuen Investors erhalten bleiben, plant Indes Fuggerhaus nicht mit einem weiteren Standbein in Osnabrück. Der Standort von Geos Geilfuß wird geschlossen, die 28 Mitarbeiter werden entlassen. „Eine Lösung“, wie Insolvenzverwalter Jacob sagt, „die das Insolvenzverfahren zu einem Abschluss bringt, aber definitiv nicht der Königsweg ist.“