Osnabrück Patientenstrom reißt nicht ab: Viele Verletzte nach Glatteis-Unfällen in der Region Osnabrück
Knochenbrüche hier, Prellungen da: In den Krankenhäusern in Stadt und Landkreis Osnabrück müssen nach Glatteisunfällen seit Freitagmorgen zahlreiche Sturzopfer behandelt werden. Ein Rundblick.
Die extreme Glätte am Freitag, 23. Januar, hat in Stadt und Landkreis Osnabrück zahlreiche Verletzte gefordert. Nach Angaben der Niels-Stensen-Kliniken herrschte seit dem Morgen in den Notaufnahmen Hochbetrieb.
„Es werden ungeplante Operationen notwendig sein“, teilte Kliniksprecherin Ute Laumann schon früh am Tag mit. Viele Menschen seien beim Gehen auf Glatteis gestürzt und hätten sich Prellungen und Knochenbrüche zugezogen, die behandelt werden müssen. Die Kliniken passten deshalb ihre OP- und Sprechstundenpläne kurzfristig an.
Und der Strom an Verletzten riss lange nicht ab. Allein das Marienhospital Osnabrück verzeichnete bis zum Nachmittag über 100 Fälle für die Unfallchirurgie.
„Wir sind stolz auf die Kollegen, die das alles wuppen“, betonte Laumann. Rettungsdienste und Krankenhäuser arbeiteten gut zusammen. Von den Patienten gebe es viel Verständnis für längere Wartezeiten.
Zum Osnabrücker Niels-Stensen-Klinikverbund gehören neben dem MHO unter anderem auch das Franziskus-Hospital Harderberg in Georgsmarienhütte und das Christliche Klinikum Melle. Alle drei Krankenhäuser verfügen über eine eigene Notaufnahme.
Am Marienhospital Ankum-Bersenbrück betreibt Niels Stensen ein medizinisches Versorgungszentrum für Orthopädie, Chirurgie und Innere Medizin. Auch dort gebe es witterungsbedingt „gut zu tun“, so Laumann. Ein zusätzliches Problem sei, dass viele Mitarbeiter wegen der Eisglätte selbst nicht zur Arbeit kommen konnten.
Auch in den nächsten Tagen sei mit einer erhöhten Auslastung der Krankenhäuser zu rechnen. Viele Sturzverletzungen könnten erst mit Verzögerung operiert werden – etwa wenn Schwellungen rund um die gebrochenen Knochen abgeklungen seien.
Im städtischen Klinikum Osnabrück stellten sich allein zwischen 7 und 9 Uhr 23 Patienten mit Verletzungen vor, die unfallchirurgisch versorgt werden müssen. „Das ärztliche Personal wurde aufgestockt“, sagte Sprecherin Silvia Kerst am Vormittag. Im Verlauf des Tages sei der Andrang zwar etwas weniger geworden. Der Chefarzt des Notaufnahmezentrums Dr. Lukas Liesenfeld berichtete dennoch von einer „sehr hohen Anzahl“ an Patienten.
Auch im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück war die Lage angespannt. „Wir arbeiten an der Belastungsgrenze“, erklärte Sprecherin Jutta Böning am Morgen. Am Nachmittag bestätigte Dr. Cornelis Veraart als Leiter der zentralen Notaufnahme ein weit überdurchschnittliches Patientenaufkommen.
„Normalerweise haben wir um die 55 Patienten am Tag. Heute waren es bis etwa 14 Uhr schon mehr als 40 – und draußen warten immer noch welche.“ Typische Verletzungen seien Frakturen von Handgelenk, Schlüsselbein und Sprunggelenk. Bis alles abgearbeitet ist, sei es Mitte nächster Woche, so Veraart. Wenn kein neues Glatteis dazwischenkommt.