Bremen  Kundgebung in Bremen eskaliert: Gewaltausbrüche und Polizeieinsätze am Hauptbahnhof

Melanie Hohmann
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Von Melanie Hohmann
| 21.01.2026 11:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine zunächst friedliche Demonstration auf dem Bremer Marktplatz eskalierte schließlich am Hauptbahnhof. Foto: Sina Schuldt / dpa
Eine zunächst friedliche Demonstration auf dem Bremer Marktplatz eskalierte schließlich am Hauptbahnhof. Foto: Sina Schuldt / dpa
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Nach einer zunächst friedlichen Kundgebung auf dem Bremer Marktplatz ist die Situation am Dienstagabend am Hauptbahnhof eskaliert. Es kam zu gewalttätigen Angriffen und Polizeieinsätzen.

Rund 2200 Menschen haben sich am Dienstagnachmittag auf dem Bremer Marktplatz versammelt, um auf die Situation der Kurden in Syrien aufmerksam zu machen. Nach Angaben der Polizei verlief die Kundgebung zunächst friedlich, doch ein anschließender Aufzug in Richtung Hauptbahnhof führte zu zahlreichen Einsätzen und Strafanzeigen.

Gegen 17 Uhr setzte sich der Zug mit etwa 1600 Teilnehmern in Bewegung. Bereits auf der Strecke kam es laut Bericht der Beamten wiederholt zu aggressiven verbalen Streitigkeiten unter den Anwesenden. In einem Fall mussten die Einsatzkräfte eine Person von der Versammlung ausschließen.

Entlang der Route eskalierten zudem Konflikte zwischen Teilnehmern und Passanten, die teils in körperlichen Auseinandersetzungen mündeten. Die Polizei schritt mehrfach ein, um die Lage zu beruhigen.

Am Bahnhofsplatz erreichte die Anspannung einen Höhepunkt. Nachdem sich mehrere Personen durch eine Provokation angegriffen fühlten, kam es laut Polizei zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Nachdem die Beamten weitere Übergriffe unterbunden hatten, versuchten einzelne Personen daraufhin, Beteiligte bis in das Bahnhofsgebäude zu verfolgen. Die Polizei und die Bundespolizei unterbanden dies laut Bericht „durch Absperrungen und den Einsatz unmittelbaren Zwangs“. Zudem sei vereinzelt Pyrotechnik aus der Gruppe gezündet worden.

Nachdem die Versammlung gegen 18.35 Uhr offiziell für beendet erklärt worden war, blieb die Stimmung angespannt. Viele ehemalige Teilnehmer verließen den Bereich nicht sofort. Im Umfeld des Hauptbahnhofs kam es zu weiteren Streitigkeiten und Körperverletzungen, wobei unter anderem eine Fahnenstange als Waffe eingesetzt wurde.

Die Behörde hat mehrere Strafanzeigen gefertigt. Die Vorwürfe lauten unter anderem Beleidigung, Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch. Auch Verstöße gegen das Versammlungs- und Vereinsgesetz werden geprüft. Die Auswertung von Videoaufnahmen dauert den Angaben zufolge derzeit noch an.

Die Polizei betonte im Nachgang die Bedeutung des Versammlungsrechts, verwies aber auch auf die klaren Grenzen: „Für eine Sache auf die Straße zu gehen und öffentlich seine Meinung zu äußern, ist ein zentrales Grundrecht in einer Demokratie. Die Polizei hat die Aufgabe, dieses Recht zu schützen und Versammlungen zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich Teilnehmende an die Regeln halten: Lauter, auch deutlicher Protest ist erlaubt – Gewalt gegen Menschen oder Sachen ist es nicht.“

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