Windkraft Weniger Anlagen zwischen Upgant-Schott und Wirdum
Die Zahl der genehmigten Anlagen im Bereich Upgant-Schott/Wirdum wird reduziert. Was die Betreiber vorhaben und warum.
Brookmerland - Aus neun werden vier: Weniger Windkraftanlagen als ursprünglich geplant sollen im Bereich Upgant-Schott und Wirdum gebaut werden. Dafür werden diese allerdings höher und leistungsstärker.
Hintergrund: Anfang 2024 hatte der Landkreis Aurich der Windmüller Upgant-Schott GmbH die Errichtung und den Betrieb von sechs Windrädern in Upgant-Schott genehmigt. Das ging aus einer Bekanntmachung der Auricher Behörde hervor (wir berichteten). Weitere drei Anlagen darf demnach das Ehepaar Maike und Peter Peters in der Gemarkung Wirdum bauen. Zwischen der Windmüller GmbH und den Peters besteht eine Verbindung. Die Peters sind Geschäftsführer der GmbH.
Anlagen rund 100 Meter hoch
Die 2011 gegründete Windmüller Upgant-Schott GmbH ist nach früheren Angaben ihres Geschäftsführers Peter Peters ein Zusammenschluss von größtenteils hiesigen Landwirten, die zusammen mit Landpächtern aus der Region den kleinen Windpark planen. Ihnen gehören die Flächen – beziehungsweise: sie sind die Bewirtschafter.
Bei den genehmigten Windkraftanlagen handelt es sich um solche des Typs Enercon E-70 E4 mit einer Nabenhöhe von 64 Metern und einer Gesamthöhe bis zur Rotorblattspitze von rund 100 Metern. Sie haben eine Nennleistung von jeweils 2,3 Megawatt (MW). Wie Peters auf Anfrage dieser Redaktion mitteilte, werden Windräder dieser Art dort aber nicht mehr gebaut. Darauf hätten sich Betreiber und Genehmigungsbehörden verständigt. Hintergrund: Die genehmigten Enercon E-70 E4 sind buchstäblich ein Auslaufmodell. Wie Peters erklärt, ist dieser Windkraftanlagentyp nicht mehr fabrikneu, sondern nur noch gebraucht erhältlich. Zudem gilt er als nicht mehr wirtschaftlich, so Peters.
Weniger, dafür aberhöhere Windkraftanlagen
Statt der Enercon E-70 E4 sollen nun Enercon-Anlagen des Typs E-160 EP5 mit einer Leistung von jeweils 5,56 MW gebaut werden, und zwar im Verhältnis 3:1. Heißt: Aus den sechs E-70 werden zwei E-160 und die weiteren drei E-70 werden durch eine E-160 ersetzt. Errichtet werden sie innerhalb der Fläche, die auch bisher dafür vorgesehen war. Die Standorte der einzelnen Windräder variieren laut Peters leicht, was mit vorgegebenen Abständen, beispielsweise zu Wohnbebauungen, zu tun hat.
Die Windkraftanlagen des Typs E-160 sind höher als E-70-Anlagen. Sie hat laut ihrem Auricher Hersteller Enercon einen Rotordurchmesser von 160 Metern. Jeder der drei Flügel ist 80 Meter lang. Die Nabenhöhen liegen zwischen 99 und 166 Metern. Die Türme der beiden von Enova geplanten Anlagen bei Wirdum werden voraussichtlich eine Höhe von 120 Metern haben. Die Gesamthöhe der Anlage bis zur Flügelspitze beträgt rund 200 Meter. Der aus nun noch vier Anlagen bestehende Windpark soll zwischen Upgant-Schott und Wirdum entstehen. Dort gibt es bereits einzelne Windkraftanlagen. Die Fläche liegt grob gesprochen zwischen der Wirdumer Straße (Landesstraße 26) im Süden und der Schoonorther Kreisstraße im Norden sowie der Gemeindegrenze zwischen Wirdum und Upgant-Schott im Westen und dem Feldweg etwa auf Höhe der Bushaltestelle Upganter Meeden im Osten.
Leeraner Firma will zwei Windräder bauen
Festgelegt wurde die Fläche mit der 43. Änderung des Flächennutzungsplans, die der Brookmerlander Samtgemeinderat Anfang 2024 beschlossen hatte.
Von dieser Änderung profitierte auch die Firma Enova aus Bunde im Landkreis Leer. Wie berichtet, bereitet sie den Bau von zwei E-160 EP5 in Wirdumer Neuland südlich der Schoonorther Kreisstraße und nördlich des Schoonorther Zugschloots vor. Das Projekt trägt den Titel „Windpark Grashaus“. Eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz habe es nun erhalten, teilte das Unternehmen mit. Enova will mit dem Bau der Anlagen in diesem Jahr beginnen. 2027 sollen sie in Betrieb gehen.
Peters rechnet mit einem Baubeginn 2028/2029. Das Problem: Die Genehmigung, die für die E-70 galt, gilt nicht automatisch auch für die E-160. Sie muss neu beantragt werden. Auch bedarf es neuer Gutachten. Peters zeigt sich gleichwohl optimistisch. Es dürfte schneller gehen als beim letzten Mal.