Aurora borealis  Zweite Chance auf Polarlichter in Ostfriesland

Pia Pentzlin
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Von Pia Pentzlin
| 20.01.2026 19:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch auf den Ostfriesischen Inseln, unter anderem auf Norderney, waren Polarlichter zu sehen. Foto: Volker Bartels/dpa
Auch auf den Ostfriesischen Inseln, unter anderem auf Norderney, waren Polarlichter zu sehen. Foto: Volker Bartels/dpa
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Am Montagabend waren bundesweit Polarlichter zu sehen – auch in Ostfriesland. Wer das verschlafen hat, bekommt am Dienstagabend eine erneute Möglichkeit.

Ostfriesland - Ostfriesinnen und Ostfriesen staunten nicht schlecht, als sich der Himmel über ihnen am späten Montagabend, 19. Januar 2026, bunt einfärbte. Über Ostfriesland strahlten Lichter – von grün bis rot und lila war alles dabei. Aurora borealis wird dieses Phänomen genannt, besser bekannt als Polarlichter. Zwischen dem Lichtspektakel funkelten zahlreiche Sterne.

Es passiert nicht oft, dass Polarlichter mit bloßem Auge auch in unseren Breitengraden zu sehen sind. Deutlich häufiger sind sie, wie es der Name schon sagt, in den Polarregionen zu sehen. Bei uns sind sie meist nur fotografisch zu sehen.

Die Polarlichter leuchten auch über Westerholt. Foto: Wiebke Langebeck
Die Polarlichter leuchten auch über Westerholt. Foto: Wiebke Langebeck

Sauerstoff und Stickstoff sorgen für bunte Farben

Auf Anfrage dieser Redaktion teilt ein Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit, dass es einen einfachen Grund für die Polarlichter gibt. „Glücklicherweise hatten wir in Deutschland verbreitet einen klaren Himmel – sodass wir das durch eine Sonneneruption zur Erde gelenkte Plasma mit seinen elektrisch geladenen Teilchen wunderbar sehen konnten“, sagte er. Was kompliziert klingt, ist eigentlich recht einfach. Hinter dem bunten Himmel – zu sehen vom Norden bis in die Alpen – steckt ein magnetischer Sonnensturm.

Das heißt, von der Sonne landen kleine Teilchen im All, die sich dann wiederum auf die Erde zubewegen. Bei Ankunft werden diese Teilchen dann vom Magnetfeld der Erde an die Pole weitergeleitet – im Zusammenspiel mit den Gasen werden kleine Luftmoleküle dann zum Leuchten gebracht. Je nachdem, ob es sich um Sauerstoff oder Stickstoff handelt, entstehen unterschiedliche Farben. Der DWD schreibt, dass grünes Licht von Sauerstoffatomen in Höhe von 120 Kilometern entsteht. Treffen die elektrisch geladenen Teilchen von der Sonne in etwa 200 Kilometern Höhe auf Sauerstoff, entsteht rotes Licht. Blau oder lila erstrahlt der Himmel hingegen durch Stickstoffatomen.

Wer Interesse an dem Thema hat, findet auf der Website des DWD weitere Informationen zu Polarlichtern.

Zeigen sich die Polarlichter noch einmal?

Der Deutsche Wetterdienst verweist auf Anfrage auf die Polarlicht-Vorhersage für Deutschland. Dort ist zu lesen, dass es bis zum Dienstag, 20. Januar eine Warnung für Polarlichter gibt. Diese sollen besonders hell leuchten.

Ein klarer Himmel ist zusätzlich eine gute Voraussetzung für die Beobachtung von Polarlichtern. Außerdem gibt es mit der Aurora-Alarm-App eine weitere Möglichkeit der Vorhersage. Im gleichnamigen Telegram-Kanal werden zusätzliche Updates veröffentlicht. Der aktuelle Stand: Auch in der kommenden Nacht zu Mittwoch, 21. Januar 2026, kann es bunt werden. Vielleicht ist nur etwas mehr Geduld gefragt.

Starker Sturm kann zu Ausfällen von Satelliten führen

Grund dafür, dass die Polarlichter nahezu bundesweit zu sehen waren, war wohl die Stärke des Sonnensturms. Es soll der stärkste Sturm dieser Art seit 2003 sein – und erreichte die zweithöchste Stufe, wie die US-amerikanische Atmosphärenbehörde Noaa auf ihrer Website bekanntgegeben hat. G4 wird diese Stufe genannt.

Auf dem Festland in Leer leuchtet der Himmel ebenfalls in bunten Farben. Foto: Jonas Bothe
Auf dem Festland in Leer leuchtet der Himmel ebenfalls in bunten Farben. Foto: Jonas Bothe

Auf der Website der Behörde ist zu lesen, dass bei dieser Sturmstärke Ausfälle von Satelliten oder GPS-Systemen möglich sind. Besonders auffällig bei dem jüngsten Sonnensturm sei gewesen, dass die Eruptionswolke viel schneller als üblich gewachsen ist. Statt in drei bis vier Tagen hat die Wolke die Erde in 25 Stunden erreicht.

Kleiner Foto-Tipp:

Polarlichter wirken über die Handy-Kamera oft deutlich intensiver. Der Grund: der Nachtmodus und eine längere Belichtungszeit. Auch wenn sich die bunten Lichter nur sehr schwach zeigen, stehen die Chancen auf ein tolles Bild sehr gut.

Sonnensturm dieser Art nur alle 11 Jahre

Auch auf der Website des Deutschen Wetterdienstes ist zu lesen, dass starke solare Ausbrüche dafür sorgen können, dass Polarlichter bis in die mittleren Breiten zu sehen sind. Aber: „Solche Ausbrüche finden meist alle 11 Jahre während der Phase maximaler Aktivität auf der Sonne statt“, heißt es beim DWD. In genau diesen Jahren können dann auch in Norddeutschland Polarlichter beobachtet werden. So wie in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2026 auch in Ostfriesland. Und möglicherweise auch in der Nacht darauf.

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