Großkrankenhaus Norder Linke verlangen ebenfalls Verkehrskonzept für Klinik
Der Ortsverband kritisiert den Landkreis Aurich und fordert „belastbare Zusagen“. Die Norder sehen sich benachteiligt.
Norden - In der Diskussion um die Verkehrsanbindung der Zentralklinik aus Norden heraus hat sich nun auch der Ortsverband Norden der Partei „Die Linke“ geäußert. Aus ihrer Sicht ist es „nicht hinnehmbar, dass über einen der größten Infrastruktur- und Daseinsvorsorge-Eingriffe der Region entschieden wird, ohne ein verbindliches, ausfinanziertes und überprüfbares Verkehrskonzept vorzulegen“, schreibt Daron Pieper vom Sprecherrat des Ortsverbandes. „Eine Zentralklinik kann nur dann funktionieren, wenn sie für Patientinnen und Patienten, Beschäftigte und Rettungsdienste zuverlässig erreichbar ist – aus Aurich, Emden und insbesondere aus Norden“, heißt es in der Mitteilung.
Bislang gebe es jedoch lediglich allgemeine Ankündigungen, aber keine klaren Zusagen zu Buslinien, Taktungen, Reisezeiten oder zur Entlastung der ohnehin stark belasteten Bundesstraßen 72 und 210.
Verbindliche Beschlüsse gefordert
Besonders kritisch sieht „Die Linke“ die aus ihrer Sicht fehlende Festlegung konkreter Buslinien und Ziel-Takte zum geplanten Startbetrieb, ungeklärte Reisezeitgarantien für Beschäftigte im Schichtdienst, offene Fragen zur Priorisierung des Rettungsverkehrs und zusätzliche Belastungen für sensible Bereiche wie das Umfeld des EU-Vogelschutzgebiets „Ostfriesische Meere“.
„Wer die wohnortnahe Gesundheitsversorgung onzentriert, trägt die Verantwortung, die Wege dorthin sozial, ökologisch und sicher zu organisieren“, heißt es von den Linken.
Ein Verkehrskonzept, das erst Jahre nach Inbetriebnahme nachgeschoben werde, gefährde Akzeptanz und Funktionsfähigkeit der Klinik. Man unterstütze daher die Initiative aus dem Stadtrat Norden, den Landkreis Aurich zu einer „klaren, messbaren und transparenten Planung“ zu verpflichten. Notwendig seien verbindliche Beschlüsse zu ÖPNV-Ausbau, Finanzierung und Monitoring – nicht nur Perspektiven, sondern belastbare Zusagen.
Längst fällig sei ein vollständiges Verkehrskonzept, das die gleichwertige Erreichbarkeit aller drei Städte sicherstellt und insbesondere die Interessen der Bevölkerung im Norderland endlich ernst nehme.
Norder sehen sich schlechter versorgt als andere
Die Linken betonen in diesem Zusammenhang, dass der Landkreis Aurich entgegen aller Versprechungen das Norder Krankenhaus mehrere Jahre vor Inbetriebnahme der Zentralklinik geschlossen habe. „Und zwar ebenfalls ohne Umsicht und Plan“, so dass die Norder nun stationär schlechter versorgt seien als die Menschen im übrigen Kreisgebiet, so Pieper.
Auch die Norder CDU hatte vom Landkreis Aurich die baldige Vorstellung eines Verkehrskonzepts gefordert.
Auch der Norder Bürgermeister Florian Eiben (SPD) hatte in der letzten Ratssitzung die Notwendigkeit einer leistungsfähigen ÖPNV-Anbindung an die Klinik betont.