Vorzeitiges Ende einer Amtszeit Leezdorfer Bürgermeisterin muss Gemeinderat verlassen
Gisela Riesebeck (SPD) kann nicht länger Bürgermeisterin in Leezdorf bleiben. Was das in der Gemeinde für Folgen haben könnte.
Leezdorf - Das neue Jahr, es verspricht spannend zu werden im politischen Leezdorf. Und das nicht nur wegen der Kommunalwahl im September. Schon vorher stehen Veränderungen an der Gemeindespitze an. Bürgermeisterin Gisela Riesebeck (SPD) steht vor einem vorzeitigen Ende ihrer Amtszeit. Wer ihr im Amt folgen wird und vor allem wann, ist noch unklar.
Klar ist indes: Gisela Riesebeck wird Leezdorf verlassen. Hintergrund: Nachdem ihr Mann, Leezdorfs Pastor Peter Riesebeck, zum 1. Januar in den Ruhestand verabschiedet wurde (wir berichteten), steht ihnen das Pfarrhaus nicht mehr zur Verfügung. Künftig wohnen die Riesebecks im eigenen Heim in Marienhafe.
Wohnsitzwechsel
Bedingt durch den Wohnsitzwechsel wird Gisela Riesebeck nicht mehr Mitglied des Leezdorfer Gemeinderates und damit auch nicht dessen Vorsitzende sein können. Damit endet ein besonderes Kapitel Leezdorfer Geschichte vorzeitig. Mit der damals 57-Jährigen war 2021 zum ersten Mal in der Historie des Ortes eine Bürgermeisterin gewählt worden. Riesebeck feierte damals ein gelungenes Comeback, kehrte nach 20-jähriger Pause auf die politische Bühne im Brookmerland zurück. Die Sozialdemokratin, die bis Ende der 1990er Jahre unter anderem Fraktionsvorsitzende im Brookmerlander Samtgemeinderat war, damals aber noch Gisela Freese hieß, schaffte den Einzug in den Samtgemeinderat und in den Rat ihrer Heimatgemeinde Leezdorf. Bei der Wahl am 12. September 2021 erhielt sie in Leezdorf 274 Stimmen und damit mit Abstand die meisten.
Ins Bürgermeisteramt kam Riesebeck, weil ihre fünfköpfige SPD-Fraktion mit der einzigen Grünen im Rat eine Gruppe bildete und sich damit die Mehrheit im Leezdorfer „Elferrat“ sicherte. Diese Mehrheit ist inzwischen geschrumpft, nachdem Ex-Genossin Heidi Schmidt mit Heinrich Ubben (Wählergruppe „Moin“) das Zweierbündnis „Moin, Frau Schmidt“ einging und die Brookmer Wählergemeinschaft (BWG) mit der CDU ein vierköpfiges Bündnis gebildet hat. Theoretisch also könnten BWG/CDU und „Moin, Frau Schmidt“ gemeinsam einen Nachfolger für Riesebeck samt eines Stellvertreters stellen und zugleich im dreiköpfigen Verwaltungsausschuss der Gemeinde die 2:1-Mehrheit von Rot-Grün übernehmen.
Chance für einen Machtwechsel
Ob BWG/CDU die Chance zu einem „Machtwechsel“ in Leezdorf ergreifen oder diese Gelegenheit, wie zuletzt ihre Kollegen in der Nachbargemeinde Rechtsupweg, ungenutzt lassen (wir berichteten), wird sich zeigen.
Für Leezdorfs amtierenden stellvertretenden Bürgermeister Heiner Kuske (SPD) ist das noch Zukunftsmusik. Gisela Riesebeck sei noch Bürgermeisterin von Leezdorf und er ihr Stellvertreter, sagte er auf Anfrage dieser Redaktion. Riesebecks Umzug nach Marienhafe sei noch nicht vollständig abgeschlossen, berichtete er. Wann der Verlust ihres Ratsmandats festgestellt und ein Nachfolger gewählt werde, stehe noch nicht fest. Mindestens bis dahin werde er die Vertretung übernehmen, möglicherweise sogar bis zur nächsten regulären Wahl des Gemeinderats am 13. September dieses Jahres. Ob das allerdings möglich sei, sei noch zu prüfen, so Kuske, der selbst Zweifel daran hat. Man sei nicht unvorbereitet auf die neue Situation, betonte Kuske. „Wir haben intern darüber gesprochen“, sagte er. Einzelheiten wollte er jedoch nicht nennen.
Nachrücker
Immerhin bestätigte er, dass für Gisela Riesebeck Steffen Bloem in den Rat nachrücken werde. Bloem habe bereits zugesagt, das Mandat und damit den freien Platz in der SPD-Fraktion zu übernehmen. Bloem arbeite in Aurich, wohne aber nach wie vor in Leezdorf, erklärte Kuske.
Von Gisela Riesebeck war am Montag keine Stellungnahme erhältlich. Eine schriftliche Anfrage ließ sie bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Beobachter halten es für möglich, dass sie sich beim Leezdorfer Neujahrsempfang Ende dieser Woche dazu äußern wird.