Aachen VfL-Stürmer Meißner: 3:0 in Aachen – so etwas passiert nicht alle Tage
Gut gelaunt waren Robin Meißner, Julian Kania, Bryan Henning und Timo Schultz nach dem 3:0-Sieg ihres VfL Osnabrück bei Alemannia Aachen. Das sind die Stimmen zum Rückrundenauftakt in der 3. Fußball-Liga.
Robin Meißner (zweifacher Vorlagengeber und Torschütze zum 3:0): Wir sind nicht ganz so gut angefangen. Wir wussten, was auf uns zukommt mit dem Jubiläumsspiel und der Wucht, die von außen kam. Das haben wir zu Beginn auch gespürt. Aber innerhalb der ersten Halbzeit, gerade mit dem Tor, sind wir besser reingekommen und die Abläufe wurden klarer. Dann belohnen wir uns mit dem zweiten. Am Ende haben wir gefühlt das Fußballspielen eingestellt und waren nicht mehr so klar in unseren Aktionen. Wir hätten aber vorher schon das dritte machen müssen. Am Ende haben wir die Null gehalten und 3:0 hier zu gewinnen, passiert nicht alle Tage. Die Vorlage zum 2:0 schaue ich mir im Bus vielleicht nochmal an. Aber insgesamt macht die Mannschaft einen tollen Job - besser geht es heute nicht. Dass ,Jule‘ (Julian Kania) jetzt da ist, verändert gar nicht so wahnsinnig viel. Er bringt nochmal andere Komponenten mit. Für mich gibt es etwas mehr Freiraum, dass ich um ihn herum spielen kann. Aber im Endeffekt ist es keine große Umstellung. Wir haben alle Erfahrung im Fußball und mit der Zeit kriegen wir das definitiv hin. Auf der Leistung heute können wir aufbauen, aber es geht jetzt Schlag auf Schlag - nächste Woche gehen wir auf jeden Fall mit breiter Brust ins Heimspiel.
Julian Kania (gab sein Debüt für den VfL): Am Anfang hatten wir etwas Glück, als Aachen die erste Chance hatte. Dann sind wir aber gut reingekommen und haben mit unserer ersten Aktion direkt getroffen. Wir haben immer mehr Selbstvertrauen bekommen und es immer besser gespielt - vor allem aber nichts Großes mehr zugelassen. In der zweiten Halbzeit ist Aachen mehr zum Zug gekommen, wir hatten nicht mehr den Zugriff wie in der ersten Halbzeit. Im Großen und Ganzen haben wir mit Intensität und Willen alles verteidigt und vorne Nadelstiche gesetzt. Mit dem dritten Tor war dann alles entschieden. Für mich war es nicht das beste Spiel, was die Aktionen im Strafraum angeht. Aber das kommt vor und ist nicht schlimm. Wir haben als Team gewonnen und wenn die anderen Tore machen, ist das genauso schön. Ich hatte eine Aktion, als ich nochmal aufziehe werde ich dann aber geblockt. Wenn ich schneller schieße, ist er vielleicht drin. Aber ich glaube, es kommen noch ganz viele Spiele und es wird noch besser. Mit Robin ergänze ich mich gut. Wir teilen es uns etwas auf, meistens spielt er etwas vor mir. Wir wissen um die Art, wie wir spielen wollen, und was der andere macht. Mit ihm kann man super zusammenspielen.
Bryan Henning (zweifacher Torschütze des VfL): Ich denke, wir sind allgemein gut ins Spiel gekommen und haben das umgesetzt, was wir machen wollten. Ich bin heute etwas offensiver dran gewesen, was mir persönlich gut tut. Wenn man länger zusammenarbeitet und sich mit Fußball beschäftigt, weiß man, was die Stärken von einem sind. Wir haben das Thema Boxbesetzung oft gehabt und ich habe es versucht umzusetzen - das hat heute gut geklappt. Ob ich beim zweiten Tor mit der Hand dran war, weiß ich selber gar nicht. Ich wurde auch ein bisschen reingeschubst, weil ich vor dem Verteidiger war. Ich hatte aber nicht das Gefühl und habe es noch nicht gesehen. Der Schiedsrichter hat mich noch gefragt, aber ich wusste es wirklich nicht. Ich glaube aber, dass es okay war.
Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Wir sind natürlich superglücklich über diesen Auftakt, es war ein verdientes 3:0. Wir haben Probleme gehabt, ins Spiel zu finden. Aachen hat es geschafft, und ein bisschen zu überrumpeln, wir waren zu passiv, zu ängstlich und ein bisschen eingeschüchtert von der Kulisse und dem Anlaufen. Die Mannschaft hat sich dann aber gut gefangen und immer, wenn wir uns getraut haben, Fußball zu spielen und Lösungen zu suchen, haben wir viel kreieren können. Am Ende haben wir auch noch zu Null gespielt - zum zehnten Mal in der Saison. Das ist unsere Basis und so kann es weitergehen. Der Alemannia wünsche ich alles Gute und ich bin mir sicher, dass die nötigen Punkte kommen werden.
Mersad Selimbegovic (Trainer von Alemannia Aachen): Glückwunsch an den VfL zum Sieg. Es ist inzwischen bei uns, wie wenn man ein Buch schreibt: Wir beginnen gut, haben gute Chancen – jedenfalls bessere als die, die der Gegner dann genutzt hat – und bekommen dann einen Schlag ins Gesicht, zum wiederholten Mal. Dann haben wir uns gefangen und sind sehr gut ins Spiel gekommen, aber gerade in der Phase pennen wir – egal, ob es davor ein Foul war oder nicht. Der Gegner spielt schnell, kommt über außen durch und in der Box sind wir wieder nicht am Mann. Danach ist es brutal schwer, so einen Gegner zu knacken. In der zweiten Halbzeit hatten wir viel Ballbesitz, aber keine klaren Chancen. Am Ende ist es ein zweiter Ball in die Tiefe und dann steht es 0:3. Das sieht blöd und bitter für uns aus und wir müssen schleunigst mit Gewalt einen Sieg einfahren. Ich bin mir sicher, dass die Momente auf unsere Seite kommen können, wir müssen das erzwingen. Jetzt müssen wir uns erholen, ab morgen geht’s weiter.