Berlin  Bayerische Gedankenspiele: Markus Söder und die neue Deutschlandkarte

Leon Grupe
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Von Leon Grupe
| 17.01.2026 11:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Markus Söders neueste Idee reicht weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Foto: Pia Bayer/dpa
Markus Söders neueste Idee reicht weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Foto: Pia Bayer/dpa
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Der bayerische Ministerpräsident will weniger Bundesländer, lässt aber offen, welche er zusammenlegen würde. Kein Problem: Wir hätten da ein paar Vorschläge.

Das Jahr ist noch jung, doch politisch scheint die Saison für gewagte Gedankenspiele bereits eröffnet. Anders lässt sich kaum erklären, warum Markus Söder ausgerechnet jetzt zur großen Landkarten-Reform ansetzt. Auf der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion brachte der bayerische Ministerpräsident die Idee ins Spiel, Bundesländer zusammenzulegen. Allerdings nur jene außerhalb des weiß-blauen Tellerrands. Bayern selbst bleibt unangetastet, das ist klar.

Wie so oft dreht sich bei Söder alles um zwei Dinge: um Markus Söder und um das von ihm innig verehrte Bundesland Bayern. Dass der Freistaat im Länderfinanzausgleich am tiefsten in die Tasche greifen muss, stört ihn seit Jahren. Doch wie eine reformierte Deutschlandkarte aussehen könnte, verriet Söder nicht. Kein Problem: Wir liefern ein paar „hochseriöse“ Vorschläge für eine Neuordnung.

Naheliegend wäre zunächst eine Fusion von Berlin und Brandenburg. Dumm nur, dass die Brandenburger einen Zusammenschluss bereits 1996 abgelehnt haben. Und warum sollte sich ihre Meinung geändert haben? Berlin hat seitdem wenig dafür getan, sein Image aufzupolieren. Chaoswahl, Stromausfall und so weiter. Vielleicht wäre es ohnehin gerechter, das größte Geberland Bayern direkt mit dem größten Nehmerland Berlin zu verschmelzen. Wenn Söder schon ständig klagt, er müsse Berlin mitfinanzieren, könnte er das künftig mit Wohlwollen statt mit Groll tun.

Zusammengelegt werden sollten außerdem alle Länder, in deren Namen das Wort „Sachsen“ vorkommt. Ein übersichtliches „Großsachsen“ würde vor allem fremdsprachigen Touristen die mühsame Entscheidung ersparen, welches „Saxony“ sie eigentlich besuchen wollen. Der Stadtstaat Hamburg wiederum könnte Bremen und gleich noch das Saarland dazubekommen. So entstünde ein Bundesland, in dem Gerichte so wunderbar klangvolle Namen tragen wie Kohl und Pinkel, Labskaus oder Dibbelabbes.

Eindeutiges Verschmelzungspotenzial haben auch Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Politik sollte hier konsequent ein riesiges Erholungsgebiet einrichten, wo Urlaubmachen Pflicht wäre. Baden-Württemberg hingegen erhält einen Freifahrtschein. Als Ausgleich für die Fusion von Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern im Jahr 1952.

Am Ende könnte sich Söders Idee sogar ganz persönlich für ihn auszahlen. „Mein Platz ist Bayern“, sagte er einst mit Blick auf mögliche Kanzlerambitionen. Sollte Bayern allerdings gleichzeitig auch Berlin sein, könnte es doch noch passieren, dass der Bundeskanzler irgendwann auf den Namen Markus Söder hört.

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