Gemeinsames Projekt Hochschule und Norddeich entwickeln Gesundheitsurlaub weiter
Gemeinsam haben die Hochschule Emden/Leer und der Tourismus-Service sich mit dem Thema Gesundheitstourismus befasst. Ein echter Wirtschaftsfaktor – auch in Norden. Erste Ideen sind bereits umgesetzt.
Norden - Weg vom wochenlangen Familienurlaub an der Nordsee, hin zum Kurztrip mit Gesundheitsanwendungen – diesen Trend beobachten auch die Touristiker in Norden schon eine Weile und haben sich deshalb gemeinsam mit der Hochschule Emden/Leer mit dem Thema Gesundheitstourismus auch wissenschaftlich befasst. Jetzt stellte der Tourismus-Service Norden-Norddeich die Ergebnisse vor.
Bereits im Frühsommer 2025 hatten Studierende der Hochschule Emden/Leer mehr als 300 Touristen und Einheimische in Norden und Norddeich zu den Angeboten in der Region befragt. Aus den gewonnenen Daten der Befragungen erstellten die Studierenden unter der Leitung von Dozentin Claudia Folkerts eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse. Aus dieser Analyse wurden Entwicklungsstrategien für den Gesundheitstourismus in Norden-Norddeich abgeleitet.
Gäste wünschen sich Indoor-Angebote
Koordiniert wurde das Projekt vonseiten der Wirtschaftsbetriebe durch Jens Albowitz (Marketing). Die Auswertung der Befragung wurde zum Jahresende 2025 in der Dr.-Becker-Klinik vorgestellt. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Bürgermeister Florian Eiben, Erster Stadtrat Marcus Aukskel, Badearzt Dr. Lüdeking, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsbetriebe Norden Dr. Alexandra Thürkow, Ingrid Rump vom Stadtmarketing, Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer sowie Mitarbeitende des Bereichs Tourismus und Bäder der Wirtschaftsbetriebe.
Als sehr positiv wurden demnach die schon vorhandenen Outdoor-Angebote beispielsweise im Norddeicher Wellenpark bewertet. Ein Vorschlag, der aus der Befragung hervorgeht, ist, diese Angebote durch Indoor-Angebote zu ergänzen. Darüber hinaus wünschen sich die Befragten ein breiteres Bewegungs- und Ernährungsangebot, zum Beispiel in Form familienfreundlicher Kochkurse im Okka-Club.
Neue Tarifstruktur für Einheimische
Schon jetzt gibt es Angebote wie etwa „Fit am Strand“ von Mai bis Oktober – ein Entspannungs- und Bewegungsangebot gemeinsam mit den Gesundheitsexperten der Dr.-Becker-Klinik zusammengestellt. Dabei geht es unter anderem um Slow Walking, Tai Chi, Qigong und Strandgymnastik sowie ein Ganzkörper- und Muskeltraining am Strand.
Zur Stärkung der Tourismusakzeptanz in der Region sind bereits erste Maßnahmen umgesetzt worden, teilten die Wirtschaftsbetriebe mit. Dazu zählt unter anderem die neue Tarifstruktur im Erlebnisbad Ocean Wave mit exklusiven Vorteilen für die Norder. Wie berichtet, bekommen mit dem neuen Norder Punktearmband Einheimische zwölf Eintritte zum Preis von zehn (gültig jeweils von Dezember bis März für drei Jahre). Zudem gibt es einen ermäßigten Tarif während der Wintermonate, in denen hauptsächlich Einheimische das Ocean Wave besuchen.
Wirtschaftsfaktor Gesundheit
Der Gesundheitstourismus ist in Norden und Norddeich ein großer Wirtschaftsfaktor. Mehr als 10.000 stationäre Kurgäste zählt Norddeich jedes Jahr. Vor allem die Dr.-Becker-Klinik in der Badestraße, die die Zusammenarbeit mit der Hochschule ebenfalls unterstützt, spielt mit ihren Angeboten eine wichtige Rolle. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Emden/Leer bietet uns die Möglichkeit, den Gesundheitstourismus in Norddeich weiter zu verbessern und auszubauen. Besonders interessant für uns ist dabei der Blickwinkel der jungen Studenten, die sich intensiv mit dem Thema befasst haben“, sagt Kurdirektorin Eva Krüger-Linzer.
Die Veranstaltung bildet den Auftakt für die Wiederaufnahme des „Qualitätszirkels Nordseeheilbad“, zu dem der Tourismus-Service zukünftig zweimal jährlich einladen möchte, um gesundheitstouristische Themen vorzustellen und mit den beteiligten Einrichtungen und Akteuren in Norden-Norddeich gemeinsam zu beraten. Die Umsetzung ist Teil der Unternehmensstrategie der Wirtschaftsbetriebe Norden. Der offizielle Abschlussbericht der Studenten soll in den nächsten Wochen folgen.