München  Mal seriös, mal lustig: Diese Vorschläge zur Neugliederung der Bundesländer gibt es

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 14.01.2026 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Haben die alten Bundesländergrenzen ausgedient? Schon seit Jahrzehnten wird über eine Neustrukturierung diskutiert. Foto: IMAGO/IlluPics
Haben die alten Bundesländergrenzen ausgedient? Schon seit Jahrzehnten wird über eine Neustrukturierung diskutiert. Foto: IMAGO/IlluPics
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Markus Söder fordert die Neugliederung der Bundesländer – nur nach welchem Modell, hat er offengelassen. In der Vergangenheit hat es dazu schon viele Vorschläge gegeben. Und auch das Internet lässt sich den Spaß nicht nehmen, die Grenzen nach Belieben neu zu setzen. Eine Auswahl.

Ist bald Schluss mit 16 Bundesländern? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Neugliederung der Länder in Deutschland gefordert. Es könne nicht sein, dass einige Bundesländer kaum noch lebensfähig seien und von Bayern und anderen bezahlt werden müssten, sagte der CSU-Chef kürzlich auf der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion.

Die Diskussion ist allerdings keine neue. Schon in der Vergangenheit wurden mehrere Gedankenspiele bezüglich einer Zusammenlegung mehrerer Bundesländer angestellt. Und auch im Internet finden sich gerade einige Vorschläge, wie Deutschland künftig strukturiert sein sollte. Eine Auswahl von seriösen und lustigen Möglichkeiten.

Abgesehen von den neuen Ländern, die mit der Wiedervereinigung dazukamen, besteht die heutige Aufteilung der Bundesländer seit 1957. Damals hat sich das Saarland in die Bundesrepublik integriert, nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone war und wirtschaftlich an Frankreich angebunden wurde. Seitdem hat es immer wieder Überlegungen gegeben, wie man die Länder umstrukturieren könnte.

Prominente Beispiele, die in dem Zusammenhang immer wieder genannt werden, sind die Ideen von Werner Rutz. Der Professor für Geografie an der Universität Bochum hat im Jahr 1995 Modelle erstellt, wie man eine Sechs- oder Achtgliederung vornehmen könnte, mit dem Fokus, vergleichbar große Länder zu schaffen. Nach seinen Überlegungen würden vor allem die norddeutschen Länder zu ein oder zwei großen Gebieten fusionieren. Auch Berlin und das Saarland als flächenmäßig kleine Länder würden größeren zugeordnet.

FDP-Politiker Walter Döring, von 1996 bis 2004 Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, hat zu seiner Ministerzeit dagegen ein Neun-Länder-Modell ins Gespräch gebracht. Er argumentierte damals ähnlich wie Söder heute, dass so der Weg frei gemacht würde „für die dringend notwendige Neuordnung des Länderfinanzausgleichs“.

Auch hier würden die norddeutschen Länder zusammengefasst, ebenso wie Berlin und Brandenburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz sowie Thüringen und Sachsen. In der damaligen Diskussion sprachen sich auch Wolfgang Schäuble (CDU) und Christine Scheel (Grüne) für eine Neuordnung aus.

Auch später ist eine Neuordnung immer wieder politisch diskutiert worden. Im Jahr 2009 kündigte beispielsweise Peter Struck, damals Vorsitzender der Föderalismuskommission, an: „16 Bundesländer, so wie wir sie jetzt haben, wird es in 10 oder 15 Jahren nicht geben können.“ Ein konkretes Modell nannte er dabei jedoch nicht.

Auch im Internet wird eine Neugliederung heiß diskutiert – hier denkt man allerdings oft etwas einfacher. So schlägt ein Nutzer auf der Kurznachrichtenplattform X eine Vierteilung vor: „Einfach Norddeutschland, Westdeutschland, Ostdeutschland und Süddeutschland. Fertig.“

Noch simpler denkt ein anderer Nutzer, der eine Zweiteilung vorsieht: „Ich wäre dafür, den ALDI-Krieg am derzeitigen Frontverlauf einzufrieren und daraus dann 2 Bundesländer zu machen.“

Ein dritter Nutzer schlägt vor, sich an den Stammes- und Dialektgebieten zu orientieren. Demnach würden sich ihm zufolge für Deutschland acht Länder ergeben: Schwaben, Bayern, Ostfranken, Mittelfranken, Nordfranken, Thüringen, Westsachsen und Ostsachsen.

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