Verkehr in Aurich  Oldersumer Straße ist nach Frost eine Schlaglochpiste

| | 14.01.2026 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Im Slalom-Parcours geht es für Autofahrer derzeit über die Oldersumer Straße, wenn sie die Schlaglöcher vermeiden wollen. Foto: Mieke Matthes
Im Slalom-Parcours geht es für Autofahrer derzeit über die Oldersumer Straße, wenn sie die Schlaglöcher vermeiden wollen. Foto: Mieke Matthes
Artikel teilen:

Frost und Schnee der vergangenen Tage haben der stark befahrenen Straße in Aurich zugesetzt. So bewertet die zuständige Straßenbaubehörde die Situation.

Aurich - Autofahrer auf der Oldersumer Straße in Aurich müssen in diesen Tagen auf so manchem Teilstück nahezu Slalom fahren. Zumindest, wenn sie den zahlreichen Schlaglöchern ausweichen wollen, die sich derzeit im Asphalt auftun. Schnee und Frost der vergangenen Tage haben dem Straßenbelag arg zugesetzt. Eine Leserin beschreibt den Zustand in einer Mail an die Redaktion als „desolat“. Sie frage sich, wie lange die Verantwortlichen noch mit der Sanierung dieser Strecke, die mindestens bis Westerende-Kirchloog reichen müsste, warten wollen, heißt es in der Mail. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt. Zuständig für die Oldersumer Straße, die eine Landesstraße ist, ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV).

Verkehrs, Frost und Schneepflüge setzen dem Asphalt zu

Deren Geschäftsbereichsleiter für Aurich, Frank Buchholz, weiß um den Zustand der Straße. „Die Oldersumer Straße ist in der Tat in keinem guten Zustand. Dieses war bereits vor dem Winter so und der Winter hat bereits dafür gesorgt, dass die Schäden sich noch vergrößert haben“, sagt Buchholz auf Anfrage der Redaktion.

Nachdem Eis und Schnee getaut sind, zeigen sich auf der Oldersumer Straße auf vielen Teilstücken tiefe Schlaglöcher. Foto: Mieke Matthes
Nachdem Eis und Schnee getaut sind, zeigen sich auf der Oldersumer Straße auf vielen Teilstücken tiefe Schlaglöcher. Foto: Mieke Matthes

Der Zustand sei vor allem drei Ursachen zu verdanken. „Durch den Frost-Tau-Wechsel, den wir diesen Winter bereits recht häufig hatten, kommt es zu sogenannten Frostsprengungen. Feuchtigkeit konnte sich tagsüber in den Schäden der Straße sammeln und nachts gefriert diese. Dabei nimmt das Volumen zu und der Schaden an der Straße vergrößert sich. Dieses ist vergleichbar mit einer Flasche Wasser, die man ins Eisfach legt“, so der Leiter der Straßenbaubehörde. Eine weitere Ursache für die Schäden im Asphalt sieht Buchholz im Verkehr auf der Straße, gerade dem Schwerverkehr. „Der Verkehr sorgt dafür, dass sich an den Randbereichen der Schadstellen beim Überfahren noch mehr Asphaltmaterial löst.“ Zu guter Letzt hätten die Schneepflüge am vergangenen Wochenende punktuell zu einem ähnlichen Effekt geführt.

Sanierung muss auf Baustellen-Ende an Kirchdorfer Straße warten

Die Landesbehörde habe die Oldersumer Straße durch Streckenkontrollen dauerhaft im Blick. Man werde sie auch in einem verkehrssicheren Zustand halten, so Buchholz. Dieses bedeute aber, dass dennoch Schäden in der Straße seien. „Ob punktuelle Maßnahmen notwendig sind oder werden, wird immer aufgrund der Ergebnisse der Streckenkontrolle entschieden.“ Der Bitte der Leserin nach einer Sanierung der Oldersumer Straße erteilt Frank Buchholz allerdings eine Absage: „Im kommenden Jahr ist definitiv keine Komplettsanierung der Strecke geplant. Dieses hängt an der Baumaßnahme Kirchdorfer Straße von Stadt und Landkreis. Solange diese läuft, können wir die Oldersumer Straße von der Innenstadt bis Ortsausgang Haxtum nicht für Sanierungsarbeiten parallel voll sperren“, so Buchholz. Nach Abschluss der Arbeiten sollen zunächst die Nebenanlagen, also Fuß und Radwege entlang der Straße, in der Ortsdurchfahrt saniert werden. „Hierbei wäre es sinnvoll, die Fahrbahn natürlich gleich mit zu sanieren“, so Buchholz. Ein konkreter Umsetzungszeitpunkt könne aber heute noch nicht benannt werden.

Frank Buchholz ist Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Aurich. Foto: Romuald Banik
Frank Buchholz ist Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Aurich. Foto: Romuald Banik

Eigentlich war die Sanierung zumindest der Nebenanlagen an der Oldersumer Straße (L1) zwischen der Julianenburger Straße und der Einmündung der Straße Hinter der Mühle in Haxtum schon im Jahr 2025 geplant gewesen. Der mit einer halbseitigen Sperrung der Straße verbundene Umbau war aber wegen der schon länger geplanten Baumaßnahme an der Kirchdorfer Straße dann verschoben worden.

Mögliches Zeitfenster für neue Rad- und Gehwege zwischen Haxtum und Westerende

Während die Auricher wohl noch etwas länger auf die Sanierung der Oldersumer Straße im Innenstadtbereich warten müssen, könnte sich für den Abschnitt der Oldersumer Straße zwischen Haxtum und Westerende-Kirchloog etwas anderes ergeben, so NLStBV-Leiter Buchholz. „Hier haben wir auch eine Sanierung der Fahrbahn und des Radweges vor. Da diese Arbeiten aber im Vergleich nur wenige Wochen dauern würden, sind wir in ständiger Abstimmung mit den Auftraggebern der Kirchdorfer Straße.“ Sollte sich hier ein offenes Zeitfenster ergeben, in dem die Kirchdorfer Straße nicht voll gesperrt sei und die geplante Maßnahme zwischen Haxtum und Westerende-Kirchloog in das entsprechende Jahresbauprogramm aufgenommen werden, könne diese Sanierung entsprechend noch vor Fertigstellung der Kirchdorfer Straße erfolgen, so Buchholz weiter.

Behörde setzt Prioritäten bei Baumaßnahmen

Grundsätzlich weist Frank Buchholz darauf hin, dass in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld für die Sanierung und Erneuerung der niedersächsischen Landesstraßen und Brücken zur Verfügung stehe. Das Land Niedersachsen stelle aus seinem Anteil am Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz des Bundes 500 Millionen Euro für Landesstraßen und Brücken bis einschließlich 2035 bereit. Das sind 50 Millionen Euro jährlich. Zusammen mit den Mitteln des regulären Haushalts ergäben sich für 2026 rund 165 Millionen Euro für die Landesstraßen und Brücken. „Die Landesbehörde ist dabei, die Erneuerung der heimischen Infrastruktur mit diesen Ressourcen umfassend voranzutreiben. Hierfür werden die Baumaßnahmen derzeit priorisiert. Der Grundsatz dabei: Dringendes erfolgt zuerst“, so Buchholz. Bei den Landesstraßen würden dabei zuerst Strecken repariert, die aufgrund ihrer Schäden temporeduziert seien.

Gut zu sehen sind die Asphaltbrocken, die der Frost und auch die Schneepflüge in den vergangenen Tagen aus dem Belag der Oldersumer Straße gelöst haben. Foto: Mieke Matthes
Gut zu sehen sind die Asphaltbrocken, die der Frost und auch die Schneepflüge in den vergangenen Tagen aus dem Belag der Oldersumer Straße gelöst haben. Foto: Mieke Matthes

Ähnliche Artikel