Osnabrück  Diese drei Auftaktsiege wurden zu Aufstiegs-Turbos des VfL Osnabrück 

Harald Pistorius
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Von Harald Pistorius
| 13.01.2026 12:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Feierte im Januar 2019 einen Einstand nach Maß: Benjamin Girth erzielte das Siegtor gegen den SV Meppen - am Ende der Saison stieg der VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga auf. Foto: Helmut Kemme
Feierte im Januar 2019 einen Einstand nach Maß: Benjamin Girth erzielte das Siegtor gegen den SV Meppen - am Ende der Saison stieg der VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga auf. Foto: Helmut Kemme
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Der Re-Start nach der Winterpause ist kein Spiel wie jedes andere: Am Samstag (16.30 Uhr) eröffnet der VfL Osnabrück den zweiten Teil der Saison am Aachener Tivoli und will mit einem Sieg Schwung aufnehmen für die Rückrunde. Das ist den Lila-Weißen in zwölf Saisons der 3. Liga einige Male gelungen – allerdings noch nie auswärts.

In allen drei seiner Aufstiegsjahre dieser Epoche legte der VfL Osnabrück einen Start mit Schubkraft hin – mit überzeugenden Auftritten an der Bremer Brücke. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass der VfL nun mit einem Auswärtsspiel (Samstag, 16.30 Uhr bei Alemannia Aachen) beginnt: Mit 17 Punkten aus neun Spielen hat das Team von Trainer Timo Schultz die zweitbeste Auswärtsbilanz der Liga. 

Zu Hause verschlechterten zuletzt zwei Niederlagen gegen den SV Wehen Wiesbaden (0:1) und VfB Stuttgart II (1:2) die ohnehin im Liga-Vergleich unterdurchschnittliche Heimbilanz mit 15 Punkten und nur neun Toren in zehn Spielen. Weil in den beiden letzten Partien und auch sonst die Leistung an der Bremer Brücke meistens stimmte, trübten diese Resultate die Stimmung nicht spürbar ein. 

Schlecht standen die Vorzeichen am 31. Januar 2010, als der VfL im Topspiel Kickers Offenbach sechs Stammspieler ersetzen musste. Trainer Karsten Baumann lehnte es ab, das Winterwetter zu einer Absage zu nutzen, sondern vertraute den Reservisten. Einer davon war Abwehrspieler Oliver Stang, der Angelo Barletta gut vertrat und das Tor des Tages zum 1:0 erzielte. Es war ein Meilenstein auf dem Weg zu Meisterschaft und Aufstieg. 

Mit 13 Spielen ohne Niederlage war die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune aus dem Jahr 2018 gegangen und wollte den Faden nach einer intensiven Vorbereitung ohne Trainingslager zum Neustart am 26. Januar 2019 unbedingt wieder aufnehmen. Ausgerechnet im Derby gegen seinen Exklub SV Meppen erzielte der von Holstein Kiel ausgeliehene Winter-Transfer Benjamin Girth das Tor des Tages zum 1:0-Sieg – es war der nächste Schritt zu Meisterschaft und Aufstieg. 

Mit einem 3:0 in Meppen hatte sich der VfL aus dem Jahr 2022 und in die mit 63 Tagen längste Winterpause verabschiedet. An einen Aufstieg dachte noch niemand, doch das überzeugende 3:1 am 14. Januar 2023 gegen Viktoria Köln war der erste von fünf Siegen am Stück, mit denen die Mannschaft von Trainer Tobias Schweinsteiger den Anschluss an die Spitzengruppe herstellte. 13.600 Zuschauer setzten ebenso ein Signal für eine mitreißende Rückrunde wie die Tore von Erik Engelhardt, Robert Tesche und Marc Heider. 90+6 ist für immer die Chiffre für einen Aufstieg aus dem Nichts. 

Nicht immer war ein Auftaktsieg die Auffahrt zum Aufstieg. Darauf hatte ein Jahr zuvor noch Coach Daniel Scherning nach dem 2:1 am 15. Januar 2022 gegen den 1. FC Saarbrücken vergeblich gehofft.  Zweimal startete Trainer Joe Enochs aus guter Position erfolgreich ins neue Jahr – doch weder das 2:1 gegen VfR Aalen (23. Januar 2016) noch das 3:0 gegen Preußen Münster (28. Januar 2017) hielt den Hoffnungen stand. 

Die Heimniederlagen, mit denen die Teams von Trainer Claus-Dieter Wollitz in dessen zweiter Ära die Jahre 2012 und 2013 eröffneten, waren symptomatisch für die Enttäuschungen im weiteren Saisonverlauf. Gegen RW Erfurt verspielte der VfL eine 2:0-Führung zur 2:3-Niederlage und kam nicht mal in die Nähe der Aufstiegsränge. Ein Jahr später war der chaotische, hektische Verlauf beim 2:3 gegen den Karlsruher SC typisch für die weiteren Monate mit dem Tiefpunkt der Niederlage in Bielefeld und dem Relegations-K.o. 

Erst zweimal musste der VfL im neuen Jahr zunächst auswärts ran – und fiel dabei kräftig auf die Nase: Schlimmer als das 0:2 in Münster am 7. Februar 2015 waren die massiven Ausschreitungen durch Fußball-Chaoten von beiden Seiten, wobei die Eskalation im Osnabrücker Block begann und den VfL teuer zu stehen bekam. 

Drei Monate nach seinem Einstieg als Interimstrainer Anfang Oktober 2017 hatte sich Daniel Thioune für das erste Match 2018 besonders viel vorgenommen, doch sein Team war noch nicht so weit, ging beim SV Wehen Wiesbaden unter und spielte eine enttäuschende Rückrunde, die auf Platz 17 endete. 

Vor einem Jahr waren die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch ein zartes Pflänzchen, doch das Team von Trainer Marco Antwerpen nahm den Faden nach der Winterpause wieder auf: Vier Punkte hatte der VfL nach dem zweiten Trainerwechsel aus den letzten zwei Partien 2024 geholt. Am 18. Januar 2024 feierten 14.500 Zuschauer das dramatische 3:2 gegen den SV Sandhausen. Zwei Winter-Zugänge – Jannik Müller und Niklas Kölle – standen auf dem Platz, zwei weitere – Nicky Goguadze und Bryan Henning – wurden eingewechselt. Es folgten vier Siege am Stück, am Ende war der Klassenerhalt am drittletzten Spieltag gesichert. 

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