Nach Feuer im Pflegeheim Heimbewohner sind einigermaßen gefasst
Ein Brand im Pflegeheim Am Edenhof sorgte am Montag für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Elf Bewohner wurden in Sicherheit gebracht. So beschreibt der Geschäftsführer die Brandnacht.
Hage - Großeinsatz für die Hager Feuerwehr: Am Montagabend um 21 Uhr ist ein Feuer im Pflegeheim Am Edenhof ausgebrochen. Wie Ortsbrandmeister Björn Bittner auf Nachfrage mitteilte, hatte ein Mitarbeiter des Pflegeheims starken Rauch im Gebäude festgestellt und daraufhin die Feuerwehr alarmiert. Die stellte einen Vollbrand in einem als Lagerraum gekennzeichneten Zimmer. Darin befand sich nach Angaben von Bittner aber auch eine Küchenzeile. Zwei weitere Räume wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen, so Bittner. „Es gibt auch einen Gebäudeschaden“, sagte er. Deshalb ist ein Teil des Pflegeheims derzeit nicht mehr nutzbar.
Die elf Bewohner und ein Mitarbeiter wurden sofort aus dem Gebäude gebracht – zunächst ins DRK-Heim. Dort wurden sie von einem Notarzt untersucht. Ein Bewohner wurde daraufhin ins Krankenhaus gebracht, so Bittner. Polizeisprecherin Wiebke Baden sprach auf Nachfrage von zwei leicht verletzten Personen – einem 60-jährigen Mann und einer 72-jährigen Frau, die medizinisch versorgt wurden. Der entstandene Sachschaden liegt im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.
Ein Teil des Gebäudes ist unbewohnbar
Diejenigen Bewohner, die im linken Gebäudeteil ihre Zimmer haben, konnten nach den Lösch- und Entrauchungsarbeiten der Feuerwehr wieder zurück in ihre Zimmer ziehen. Die beiden Bewohner, die im rechten Gebäudeteil untergebracht sind, konnten nicht wieder zurückkehren. Dieser Gebäudeabschnitt ist laut Bittner aktuell nicht bewohnbar. Dieser Gebäudeteil müsse zunächst saniert werden. Die beiden Bewohner seien aber separat untergebracht worden. Der Pflegedienst habe sich noch am Abend darum gekümmert, dass alle Bewohner für die Nacht untergebracht sind.
Insgesamt waren 80 Einsatzkräfte vor Ort – alle Feuerwehren der Gemeinde Hage, zusätzlich die Feuerwehr Großheide und aus Norden die Drehleiter und zwei weitere Löschfahrzeuge sowie der Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Aurich. Außerdem waren die Notfallseelsorge, das DRK, der Rettungsdienst, der Energieversorger und die Polizei vor Ort.
So berichtet der Heimbetreiber von der Nacht
Zur Brandursache konnte Bittner noch nichts sagen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, der Brand-Ort sei beschlagnahmt worden, sagt Wiebke Baden. Um festzustellen, ob und wie das Gebäude saniert werden muss, müsse zunächst ein Brandgutachter das Gebäude in Augenschein nehmen.
Erst Mitte August 2025 hat die Senioren-WG am Edenhof 2 von Betreiber Pflegelust eröffnet. Am 29. August 2025 war das Gebäude, in dem sich auch das Pflegeheim befindet, schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Wie berichtet, war ein 79-jähriger Autofahrer aus Norden in die Wand des Aldi-Marktes direkt unter dem Pflegeheim gefahren, weil er beim Einparken das Gas- und Bremspedal verwechselt hatte. Nun also der nächste Schaden am Gebäude. Der Geschäftsführer von Pflegelust, Max Hentschel, war im Gespräch mit unserer Zeitung am Mittag noch immer hörbar beeindruckt von den Geschehnissen der Nacht. Er selbst erfuhr durch die Rufbereitschaft von dem Feuer und war daraufhin die ganze Nacht vor Ort. Der Brand selbst konnte „relativ zügig“ gelöscht werden, sagte Hentschel. Wie der Brand in dem Lagerraum entstanden ist, kann er sich noch gar nicht erklären. Denn die Küchenzeile, die dort aufgebaut ist, diene lediglich als Stauraum, habe nicht einmal Elektrogeräte. Außerdem sei der Raum abgeschlossen gewesen. Schlüssel zu dem Raum hätten nur die Mitarbeiter. Wann dort überhaupt zuletzt jemand im Raum gewesen ist, kann Hentschel überhaupt nicht mehr sagen, so lange sei das her. „Die Gutachter und Brandermittler waren heute Vormittag schon vor Ort und haben sich alles angesehen“, sagte der Geschäftsführer.
Pragmatische Lösung für die Nacht gefunden
Die Bewohner seien sehr schnell ins DRK-Zentrum in Hage gebracht worden. „Eine Bewohnerin stand unter Schock“, berichtete Max Hentschel. Ein weiterer Bewohner, ein Epileptiker, habe aufgrund der Aufregung einen epileptischen Anfall erlitten und sei deshalb ins Krankenhaus gebracht worden. Gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund der Rauchgase habe keiner erlitten, sagte er.
Damit auch die Bewohner, des betroffenen Gebäudeflügels in der Nacht nicht ausquartiert werden mussten, wurden die Betten der Bewohner in den freigegebenen Gebäudeteil gebracht, so dass alle Bewohner in ihrem Zuhause bleiben und schlafen konnten. „Darüber waren alle Bewohner sehr froh“, beschrieb es der Geschäftsführer von Pflegelust.
Bewohner sind „einigermaßen gefasst“
Die Situation unter den Bewohnern beschrieb Hentschel so: „Ich war heute Vormittag vor Ort und habe mit allen gesprochen. Die Bewohner sind eigentlich jetzt alle wieder einigermaßen gefasst. Natürlich war das ein außerordentliches Ereignis. Aber es hat alles ganz gut funktioniert.“ Großes Lob sprach Hentschel auch den Kräften vor Ort aus. Die Abstimmung mit der Feuerwehr sei sehr gut gewesen, auch Notfallseelsorger vor Ort hätten geholfen, die Lage zu beruhigen.
Der Lagerraum ist zunächst weiter abgesperrt, bis auch die Versicherung des Gebäudebesitzers alles untersucht hat, erzählte Hentschel. Die Feuerwehr wird noch einmal nachsehen und die Bewohnbarkeit feststellen. „Wir rechnen aber damit, dass das heute Abend oder spätestens morgen wieder so sein wird“, sagte Hentschel. Dann können alle Bewohner wieder in ihre ursprünglichen Zimmer zurückkehren.
Die Feuerwehr habe so gezielt gearbeitet, dass bis auf den einen ausgebrannten Raum keine Schäden im Pflegeheim entstanden sind, sagte Hentschel. „Wenn man die Tür zu macht, sieht man nichts mehr.“ Er ist sehr erleichtert, dass alles doch noch so glimpflich abgelaufen ist – auch dank der Feuerwehr: „Das lief wirklich wie am Schnürchen“, betonte er.